Der kleine Van BlueHDi 120 Shine präsentiert sich mit Offroad-Schminke

Citroën C3 Aircross ist ein echter Hingucker

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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30. Juni 2018
Citroën C3 Aircross BlueHDi 120 Shine: Französischer Kompakt-Van macht auf Geländewagen.

(Bild 1/5) Citroën C3 Aircross BlueHDi 120 Shine: Französischer Kompakt-Van macht auf Geländewagen. ©Thomas G. Zügner

Zu Ende ist offenbar die Picasso-Ära im Hause Citroën. Die nach dem berühmten spanischen Künstler benannten Fahrzeuge gehören der Vergangenheit an. Das gilt auch für den neuen Citroën C3 Aircross BlueHDi 120 Shine.

Auffallen um jeden Preis scheint die Devise beim neuen Kompakt-Van zu sein, der die Nachfolge des C3 Picasso angetreten hat. Abgerundete Quadrate und Rechtecke dominieren die Ansicht. Frech streckt der Franzose seine kurze Haube mit den in zwei Ebenen angeordneten Lichtern in den Fahrtwind.

 
Designdirektor Alexandre Malval hat dem Flaggschiff der Baureihe zudem spezielle Elemente im Offroad-Stil verpasst. Dazu gehören Kunststoffbeplankungen um die Radhäuser und ein Unterfahrschutz vorne wie hinten. Allerdings dienen diese Details nicht der Geländetauglichkeit, sondern alleine der Optik. Denn in Sachen Allradantrieb herrscht beim C3 Aircross Fehlanzeige.

Hoch: Die abgerundeten Ecken finden sich als Designmerkmale auch im Innenraum, unter anderem an den Lüftungsdüsen. Die etwas erhöhte Sitzposition sorgt für eine gute Rundumsicht, die Kopffreiheit ist dank der relativ hohen Kabine luftig. Die Vordersitze weisen zwar Sitzwangen auf, Seitenhalt bieten diese aber so gut wie keinen. Etwas sehr sparsam waren die Ingenieure mit Schaltern und Tasten. Denn viele Funktionen, wie beispielsweise die Einstellungen an der Klimaautomatik, sind nur über einen Berührungsbildschirm zu steuern. Die Handbremse mit dem Griff in der Größe der Schlagfläche eines ausgewachsenen Golfschlägers schränkt die ohnehin nicht gerade üppigen Ablagemöglichkeiten in der Mittelkonsole über Gebühr ein.

Für einen Wagen, der mit einer Länge von fast 4,16 Metern dem Kleinwagensegment nur knapp entwachsen ist, bietet der C3 Aircross im Fond eine sehr ordentliche Knie- und Beinfreiheit. Der 410 Liter große Kofferraum wächst auf 520 Liter, wenn mit dem im 490 Euro teuren Family-Paket enthaltenen Extra die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank um 15 Zentimeter verschoben wird. Durch Umklappen der Rücksitzlehne vergrößert sich das Stauabteil sogar auf 1289 Liter. Weil sich dabei die Sitzflächen der Fondbank mit absenken, entsteht eine fast ebene Fläche, wenn der doppelte Laderaumboden in der oberen Position angebracht ist.

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Kräftig: Neben drei Dreizylinder-Benzinern stehen für den C3 Aircross zwei Dieselmotoren mit jeweils vier Zylindern zur Auswahl. Der Spitzenselbstzünder schöpft aus 1560 ccm Hubraum eine Leistung von 120 PS und ist damit richtig flott unterwegs. Schon bei weniger als 2000 Umdrehungen wuchtet das Triebwerk stattliche 300 Nm Zugkraft auf die Kurbelwelle. Damit sind problemlos auch zügige Überholmanöver auf der Landstraße möglich. Gut harmoniert die Leistungscharakteristik mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe.

Dass unter der kurzen Haube des kleinen Franzosen ein Selbstzünder tuckert, lässt sich akustisch nicht verheimlichen, ist aber auch kein gravierender Nachteil. Spätestens an der Tankstelle versöhnt der C3 Aircross mit dem teilweise etwas straffen Fahrwerk, das besonders auf stark ausgebesserten Straßen zum Poltern neigt. Bei moderater Gangart begnügt sich der Dieselmotor mit weniger als fünf Litern Kraftstoff auf 100 Kilometer, bei flotter Autobahnfahrt müssen Werte um die acht Liter einkalkuliert werden.

Auch wenn die Ausstattungslinie Shine die höchste von drei Levels darstellt, lassen sich hier durchaus noch eine Reihe von sinnvollen Extras hinzubuchen. Auf jeden Fall ein Kreuzchen wert sind beispielsweise Rückfahrkamera, Einparkhilfe vorne, Totwinkel-Assistent, aktive Notbremse und automatisches Fernlicht. Im Test überzeugt hat auch das ausfahrbare Head-up-Display, weil es im Gegensatz zu den Armaturen die Geschwindigkeit digital anzeigt. 

Bunt: Und wer tatsächlich noch ein bisschen mehr auffallen möchte, kann sich mit zweifarbiger Lackierung, farblichen Akzenten an Außenspiegeln und Radnaben ebenso von der »grauen Masse« abheben wie mit den etwas merkwürdigen Pseudo-Jalousien, die von außen an den hinteren Seitenfenstern aufgeklebt sind. 

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung und 16 Ventilen
  • Hubraum: 1560 ccm
  • Leistung: 120 PS bei 3500 U/min
  • Maximales Dreh­moment: 300 Nm bei 
  • 1750 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Vorderrad­antrieb
  • Radstand: 2604 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4155/1765/1637 mm
  • Leer­gewicht: 1293 kg
  • Zulässiges Gesamt­gewicht: 1855 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 870/640 kg
  • Wendekreis: 10,8 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 10,7 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 4,7 l/100 km; außerstädtisch: 3,8 l/100 km; insgesamt: 4,1 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 107 g/km
  • Tankinhalt: 45 Liter
  • Testverbrauch: 5,51 l Diesel/100 km
  • Preis: 23 540 Euro

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