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Citroën C3 besticht mit französischer Extravaganz

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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10. Juni 2017
Citroën C3 BlueHDi 100 Shine: Französischer Kleinwagen mit extravagantem Design wie etwa den praktischen Luftpolstern aus thermoplastischem Polyurethan an den Seitentüren oder der eleganten Lichtsignatur auf zwei Ebenen.

(Bild 1/3) Citroën C3 BlueHDi 100 Shine: Französischer Kleinwagen mit extravagantem Design wie etwa den praktischen Luftpolstern aus thermoplastischem Polyurethan an den Seitentüren oder der eleganten Lichtsignatur auf zwei Ebenen. ©Thomas G. Zügner

Die Rückbesinnung von Citroën auf einst spezielle Tugenden mit extravaganten Details schlagen sich auch beim neuen C3 nieder. Der im Werk Poissy gebaute Kleinwagen hat die etwas pummelig wirkende Formgebung des Vorgängers abgelegt und präsentiert sich im Stil des größeren C4 Cactus. Der neue Citroën C3 BlueHDi 100 Shine hat dabei sogar die ungewöhnlichen Luftpolster an den Flanken geerbt.

Aus Kunststoff: Dabei handelt es sich um sechs Luftkapseln, die im unteren Bereich der Türen als Aufpralldämpfer fungieren und bei leichten Stößen oder fiesen Parkplatzremplern im automobilen Alltag vor ärgerlichen und kostspieligen Kleinreparaturen schützen sollen. Das thermoplastische Polyurethan besitzt nicht nur eine kratzfeste Oberfläche, sondern ist nach Herstellerangaben auch weitgehend immun gegen Sonne, Wasser und allgemeine Alterungserscheinungen.

Die Frontpartie der dritten Generation des C3 weist einen Mix auf aus glatten Flächen und abgerundeten Ecken. Die elegante Lichtsignatur ist in zwei Ebenen angeordnet, Chromstreben ziehen sich vom Doppelwinkel-Logo bis zu den Scheinwerfern. Vorne wie hinten besitzt der Franzose sehr kurze Karosserieüberhänge.

Altmodisch: Der Innenraum der Top-Ausstattungslinie Shine lässt sich für 440 Euro unter der Bezeichnung »Ambiente Hype Colorado« zweifarbig »aufmotzen« und dabei richtig edel gestalten. Das trifft auch auf das angenehme Lederlenkrad zu, das gut in der Hand liegt. Nachbessern sollten die gallischen Ingenieure bei den nicht immer blendfreien Instrumenten, deren teilweise merkwürdige digitale Zahlen an die Urzeiten der Computertechnik erinnern.

 
Auch bei der Bedienung gibt es Nachholbedarf. So lässt sich die serienmäßige Klimaautomatik mit Ausnahme der Taste für das Beschlagfreihalten der Windschutzscheibe nur über einen Berührungsbildschirm einstellen.

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Versteckt platziert wurde der Bedienknopf für die elektrischen Außenspiegel. Und dass die Mitfahrer bei der Suche nach einem Haltegriff über den Türen ins Leere griffen, sollte bei einem modernen Kleinwagen eigentlich auch nicht mehr vorkommen. Ein extravaganter Gag sind dagegen die hübschen Reisekoffergriffe an den vorderen Innentüren, sofern ein aufpreispflichtiges Ambiente-Paket gewählt wurde.

Erwartungsgemäß winzig sind in dem fast exakt vier Meter langen Franzosen Fuß- und Beinfreiheit für die Fondpassagiere ausgefallen. Besonders bei komplett zurückgeschobenen Vordersitzen ist das Raumangebot auf längeren Strecken höchstens noch kleineren Kindern zumutbar. 

Mit 300 Litern Fassungsvermögen ist dagegen das Gepäckabteil für einen Kleinwagen recht geräumig. Die etwas höhlenartige Form weist eine Tiefe von gut 26 Zentimetern auf und verlangt beim Einladen eine Überwindung einer rund 79 Zentimeter hohen Ladekante. Ein Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne steigert das Kofferraumvolumen auf 922 Liter. In Kauf zu nehmen ist dabei allerdings ein reichlich schräger Laderaum mit einer zusätzlichen Stufe.

Genügsam: Der 1560 ccm große Turbodiesel mit 99 PS ist der stärkere der beiden für den C3 angebotenen Selbstzünder. Der Direkteinspritzer ist kein Leistungssportler, besitzt aber ausreichend Mumm, um auf der Landstraße sicher zu überholen und auf der Autobahn bei Benutzung der linken Spur kein Hindernis zu sein. Wenn der Motor zuweilen auch laut und brummig agiert, geht er mit dem Kraftstoff erstaunlich sparsam um. Meist recht zügig bewegt, begnügte sich der Testwagen im Schnitt mit 4,9 Litern auf 100 Kilometer. Für die Abgasaufbereitung soll laut Citroën der 15 Liter fassende AdBlue-Tank für rund 18 000 Kilometer reichen.

Vermutlich aus Kostengründen haben die Franzosen ihrem Kleinen nur fünf Gänge spendiert. Dabei ist die Getriebeabstufung besonders in einigen recht häufig genutzten Bereichen nicht immer ideal. Dagegen liegt der C3 auch bei flotter Gangart sauber auf der Straße und lässt sich zielgenau durch die Kurven dirigieren. Vorbei sind aber die Zeiten der sänftenartigen Citroëns. Komforteinbußen besonders auf holprigen Pisten und bei Querfugen auf der Autobahn lassen sich nicht verbergen. Aber das verzeiht man dem ansonsten etwas extravaganten Gallier gerne.

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung
  • Hubraum: 1560 ccm
  • Leistung: 99 PS bei 3750 U/min
  • Maximales Drehmoment: 254 Nm bei 1750 U/min
  • Übersetzung: 5-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Vorderrad­antrieb
  • Radstand: 2539 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 3996/1749/1474 mm
  • Leer­gewicht: 1165 kg
  • Zulässiges Gesamt­gewicht: 1670 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 600/450 kg
  • Wendekreis: 10,7 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 11,9 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 4,4 l/100 km; außerstädtisch: 3,2 l/100 km; insgesamt: 3,7 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 95 g/km
  • Tankinhalt: 42 Liter
  • Testverbrauch: 4,90 l Diesel/100 km
  • Preis: 20 190 Euro

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