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Der neue Audi RS5 ist ein Spitzen-Athlet im Maßanzug

Autor: 
Jan Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
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01. September 2017
Überarbeitet: Das neue Audi-Coupe RS5 ist optisch leicht verändert. Sein neuer Motor und sein verbessertes Fahrwerk sorgen für wahren Fahrspaß.

(Bild 1/2) Überarbeitet: Das neue Audi-Coupe RS5 ist optisch leicht verändert. Sein neuer Motor und sein verbessertes Fahrwerk sorgen für wahren Fahrspaß. ©Jan Weizenecker

An den Scheiben des neuen Audi RS5 werden sich auto-affine Kinder wieder die Nase platt drücken. Denn das weiterhin 450 PS starke Coupé bleibt trotz seiner sechs Zylinder (bisher acht) ein aufregender, komfortabler Sportwagen. Trotz der zwei Töpfe weniger beschleunigt der Ingolstädter nun in 3,9 Sekunden und damit schneller als sein Vorgänger auf Tempo 100. 170 Newtonmeter mehr Drehmoment stehen zudem zu Buche. Und dank tollem Fahrwerk und fantastischem Gestühl bleibt der RS5 beeindruckend langstreckentauglich.

 
Mit 4,72 Metern Außenlänge wurde der 2017er RS5 im Vergleich zum Vorgänger um sieben Zentimeter gestreckt, bringt aber mit 1655 Kilogramm rund 60 Kilo weniger auf die Wage. Die Optik des RS5 wurde nicht stark verändert. Die Audi-Designer haben mit den 15 Millimeter weiter ausgestellten Radhäusern, dem breiteren und flacheren Kühlergrill, den dicken Lufteinlässen, den serienmäßigen 19 Zöllern und den berühmten ovalen Endrohren meiner Meinung nach ein »Meisterwerk« vollbracht. Ist der RS5 doch noch eleganter als das A5 Coupé geworden, wirkt muskulös, ohne dabei prollige Anabol-Kuren oder Goldketten-Flair auszustrahlen. 

Wer seinen RS5 böser dreinschauen lassen will, lässt die Lufteinlässe, den Rahmen des Kühlergrills, Chrome-Elemente und Endrohre schwarz lackieren, ordert das Karbon-Paket. Es besteht aus einem drei Kilo leichteren Kohlefaser-Dach, Karbon-Außenspiegel, Karbon am Heck-Diffusor sowie an Front- und Seitenschweller. 

Beeindruckende Verarbeitung: Für viele Audi-Fans ist der qualitativ sehr hochwertige Innenraum das Kaufargument, dessen beeindruckende Verarbeitung und Architektur grundsätzlich nicht vom A5 abweicht. Das Innenleben ist lediglich aufgepimpt, lässt sich mit vielerlei teuren Optionen weiter »aufmotzen«. 

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Der neue Sechszylinder mit 2,9 Litern Hubraum wird in seiner Mitte von zwei Turbos aufgeladen und leistet satte 450 PS. Mit ihnen erreicht der RS5 in 3,9 Sekunden 100 km/h. Damit ist der neue eine halbe Sekunde schneller als sein Vorgänger. Sein maximales Drehmoment von 6000 Newtonmetern liegt bei 1900 bis 5000 Umdrehungen an. Drehfreudigkeit und ultra direktes Ansprechverhalten zeichnen diesen Motor aus. 

Aufpreis für Tempo 280 km/h: Der RS5 wird bei 250 Stundenkilometern elektronisch abgeriegelt. Gegen Aufpreis wird diese Bevormundung erst bei Tempo 280 km/h aufgehoben. Den kombinierten Norm-Verbrauch gibt Audi mit 8,7 Liter an. Aber hier gilt das alte Downsizing und Turbo-Problem. Drückt man den Audi, so wird sich sein Verbrauch bei elf bis 12 Liter je 100 Kilometer einpendeln. 

Der Allradantrieb des RS5 sorgt in Verbindung mit dem überarbeiteten Fahrwerk für wahren Fahrspaß. Ein Mitteldifferential gibt die Kraft des Motors an beide Achsen weiter. Fährt man ihn zu schnell ums Eck, so werden die inneren Räder gebremst und die äußeren beschleunigt. Damit werden nicht nur enorme Kurven-Geschwindigkeiten möglich, auch die Sicherheit bleibt hoch. 

Unter normalen Fahrbedingungen liegen 60 Prozent der Kraft auf der Hinterachse an, 40 Prozent vorne. Je nach Fahrsituation kann der Quattro-Antrieb bis zu 85 Prozent des Antriebes nach vorne und bis zu 70 Prozent nach hinten schieben. Für Fahrer die wissen was sie tun, empfiehlt sich der drei-sekündige Druck auf die ESC-Taste. Jetzt ist der RS5 deutlich ehrlicher und will sich quer um jede Kurve schleudern lassen. 

Fazit: Der neue Audi RS5 ist ein Athlet im Maßanzug. Er ist sportlich aber niemals aggressiv. Die Kombination aus Sound, Optik, Fahrwerk, drehfreudigem Motor und Verarbeitungsqualität ist schwer zu übertreffen. Ab 80 900 Euro rückt der Händler den RS5 raus. Spielend leicht kann man durch die große Auswahl an Zusatzausstattungen aber auf über 110 000 Euro kommen. Trotzdem hat der GT-Sportwagen in dieser Preis- und Leistungsklasse viele Konkurrenten.