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Der neue Land Rover Discovery: Alleskönner für den Alltag

Autor: 
Friedbert Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
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06. Mai 2017
Klassiker im modernen Outfit: Der neue Land Rover Discovery zeigt mit seiner bulligen Front jetzt das aktuelle Markengesicht.

(Bild 1/4) Klassiker im modernen Outfit: Der neue Land Rover Discovery zeigt mit seiner bulligen Front jetzt das aktuelle Markengesicht. ©Jan Weizenecker

Er ist ein Klassiker. Der Land Rover Discovery.­ Sein Design mit der asymmetrisch Heckklappe und dem Knick im Dach polarisierte schon immer. Seit dem 22. April bieten die Händler nun den modernen Discovery an. Und wie seine Kollegen trägt nun auch der größte Land Rover das aktuelle Markengesicht.

Der für den Discovery so typische Knick im Dach gibt sich kaum noch zu erkennen. Geblieben sind hingegen die relativ schmale und hochbauende Form und die asymmetrische Optik des Hecks. Geblieben ist auch die der Schmalheit und der Bauhöhe geschuldete Wank­neigung des Discovery.

Überzeugen möchte der ­große Full-Size-Geländewagen mit viel Platz und sieben Sitzplätzen in drei Reihen. Sein Gepäckraumvolumen macht den neuen Discovery zum wahren Lade-Meister. Bis zu 2500 Liter Gepäck kann dieser feudale Geländewagen einpacken. Bei aufgestellter zweiter Sitzreihe sind es noch immer beeindruckende 1231 Liter.

 
Multifunktional: Eine aufstellbare Klappe im Gepäckraum kann einerseits zur Ladungssicherung dienen, zum anderen lässt sie sich nach außen klappen. Dadurch entsteht ein fast 30 Zentimeter langer Überstand, der als praktische Sitzbank benutzt werden kann. 

Auf jedem Terrain möchte der neue Discovery klarkommen. Dazu wurde seine Bodenfreiheit um 43 auf 283 Millimeter erhöht. Die Wattiefe gleich um 200 auf nun 900 Millimeter. 

Moderne Antriebstechnologie soll ihn unabhängig vom Untergrund zum Alleskönner für den Alltag machen. Der Fahrdynamik (und dem Verbrauch) soll eine Gewichtsreduzierung um bis zu 480 Kilo zugutekommen. Der neue Discovery kann bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen. Ein Trailer-Assistent erleichtert das Rangieren mit dem Gespann erheblich. 

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Wankelmütig: Auf meinen Testfahrten ist mir die ­Neigung des relativ hochbauenden Discovery zum Wanken speziell auf der Landstraße aufgefallen. Bei langsamer Fahrt oder schneller Geradeausfahrt auf der Autobahn hatte ich hingegen nichts zu beanstanden. 

Im Innenraum wurde der Discovery der aktuellen Design­linie von Land Rover angepasst. Überwiegend hochwertige Materialien und eine solide Verarbeitung lassen Premium-Ambiente entstehen.­ Das neue Navigationssystem stellt gegenüber der letzten Generation eine deutliche Verbesserung dar. Mit Blick auf die besten Systeme der Branche besteht jedoch noch immer Nachholbedarf: vor allem, was Geschwindigkeit und Intuitivität betrifft.

 
Bequem: Die Sitze sind komfortabel und geben guten Seitenhalt. Für das bequeme Ein- und Aussteigen erlaubt die Luftfederung ein Absenken der Karosse. Auch für den Discovery stehen nun die aus dem Konzernbaukasten stammenden Assistenz- und Kommunika­tionssysteme zur Verfügung. 

Für den deutschen Markt werden trotz der aktuellen Diskussionen die Dieselantriebe den größten Anteil ausmachen. Ich bin den 2,0 Liter Diesel in seiner Leistungsstufe mit 240 PS (177 kW) und den klassischen 3-Liter-6 Zylinder Selbstzünder mit 258 PS (190 kW) gefahren. Wie nicht anders zu erwarten, bewegt dieser den Discovery mit seinem Drehmoment von 600 Newtonmetern jederzeit souverän und kraftvoll vorwärts. 

Positiv überrascht hat mich die Leistungsentfaltung des 4-Zylinder-Diesel, den es in der Einstiegsversion mit 180 PS (132 kW) Leistung gibt. In seiner 240-PS-Stufe (ab 54 400 Euro) ist man mit ihm durchaus agil unterwegs. Ein Leistungsdefizit gegenüber seinem großen Bruder war kaum merklich. Allein der Motorensound des 6-Zylinders turnt mehr an. 

Fazit: Für mich ist der neue Discovery der Schönste und Beste im Vergleich zu seinen Vorgängern. Aber ich bin noch nie ein Discovery-Fans gewesen. Seine Form hatte es mir in der Vergangenheit nicht angetan. Wer ihn neben der Straße jedoch für das grobe Gelände benötigt, wird auch weiterhin seine Freude an ihm haben, denn die Geländeeigenschaften des Neuen sind besser denn je. Den Discovery gibt es ab 50 500 Euro. Wer ihn aber mit dem stärkeren Motor seiner Wahl und den gern genommenen Zusatzausstattungen versieht, wird keine Probleme haben 90 000 Euro loszuwerden.

Datenblatt

  • Motor: V6-Turbodieselmotor
  • Hubraum: 2993 ccm
  • Leistung: 258 PS (190 kW)
  • Maximales Drehmoment: 600 Nm bei 1750 bis 2250 U/min
  • Länge/Breite/Höhe: 4,97/2,10/1,85 m
  • Radstand: 2,92 m
  • Leergewicht/Zuladung: min. 2298 kg/max. 
  • 942 kg
  • Maximale Anhängelast: 3,5 Tonnen
  • Wendekreis: 12,7 m
  • Gepäckraum: 258 
  • (7-Sitzer) bis 2500 l
  • Höchstgeschwindigkeit: 209 km/h
  • Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,1 sec
  • Verbrauch (EU-Norm): 7,2 l/100 km
  • Testverbrauch: 9,8 l
  • Preis: Testwagen ab 58 800 Euro, Basis-Version ab 50 500 Euro