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Der neue Peugeot 5008: Familien-Van im SUV-Kleid

14. Oktober 2017
&copy Friedbert Weizenecker&copy Friedbert Weizenecker&copy Friedbert Weizenecker

Wo Hersteller für Menschen mit hohem Raumbedarf bislang optisch oft langweilige Vans angeboten haben, bekommen die Raumwunder nun ein ansprechenderes Design, das nach Freiheit und Abenteuer riecht. Und schwups ist der SUV für den Familienvater fertig. Dieses erfolgversprechende Konzept übernimmt nun auch Peugeot mit dem Nachfolger des 5008 Vans, und präsentiert ihn als vollwertiges SUV. 

Höhere Bodenfreiheit, große Räder, mit Kunststoff verplankte Radhäuser, steil im Wind stehender Kühlergrill, mächtige Motorhaube, eine ansteigende Schulterlinie und ein angedeuteter Unterfahrschutz lassen klar auf ein SUV schließen. Dabei sollten die Van-Eigenschaften des Vorgängers offensichtlich auf den SUV übertragen werden. So ist auch eine dritte Sitzreihe gegen Mehrpreis von 800 Euro verfügbar.

In Hülle und Fülle: 4,64 Meter lang wurde der neue 5008. Allerdings verfügt der Peugeot 5008 nicht über einen Allradantrieb – auch nicht gegen Aufpreis. Das spart Raum und Gewicht. Und Raum gibt es im 5008 tatsächlich in Hülle und Fülle. Auch in der zweiten Reihe können sich Kinder und Erwachsene wohlfühlen. Selbst bei voll besetztem Wagen stehen noch 780 Liter Gepäckraum zur Verfügung (bis zu 1940 Liter durch Umklappen von Sitzen). Negativ aufgefallen ist jedoch eine Lücke zwischen Ladeboden und Rücksitzlehnen, in die kleinere Gegenstände gern verschwinden. 

Optisch ist der 5008 in meinen Augen der größte Wurf, den die Peugeot-Designer je gelandet haben. Dieser große SUV wirkt wie aus einem Guss. Die Front mit dem steilen Grill lässt den SUV mächtig erscheinen. Am Heck machen die horizontal angeordneten Rückleuchten richtig was her. 

Gewöhungsbedürftig: Auch im Innenraum setzt sich dieser positive Eindruck fort. Modern und klar gezeichnet zeigt sich das Armaturenbrett mit den in der Mitte positiv dominierenden Metallschaltern. Allein das wie in anderen Peugeot-Modellen über dem Lenkrad angeordnete Display ist gewöhnungsbedürftig. 

Weniger begeistert bin ich von der Bedienung des 5008. Kaum eine Funktion ist intuitiv. Kaum etwas funktioniert wie in anderen Autos. Vieles erscheint verspielt, so auch die Anzeige des Verbrauchs. Bevor man sie ablesen kann, kommen rotierende Ringe optisch auf einen zu. Mich nervt das immer wieder. Deshalb empfehle ich geneigten Käufern eine ausgiebige Probefahrt. Ein wenig albern wird es auch, wenn man den Sport-Knopf in der Mittelkonsole drückt. Denn dann wird die Lautstärke des Motors künstlich in den Innenraum gelegt und auf sportlich getrimmt. 

Spielend leicht: Mein Testwagen wurde mit dem 1,2 Liter Dreizylinder ausgestattet, der 130 PS (96 kW) leistet. Mit ihm ist der rund 1,5 Tonnen wiegende 5008 ausreichend motorisiert. Das fühlt sich zwar nicht allzu sportlich an, aber passt gut zu diesem SUV für Platzsuchende. In 10,9 Sekunden erreicht man Tempo 100. Bei 188 Stundenkilometern ist Schluss. Seine 6-Gang-Handschaltung lässt sich spielend-leicht bedienen. 

Mit einem realen Verbrauch von 6,6 Litern über die 14 Tage währende Testphase kann man zufrieden sein. Peugeot gibt den kombinierten Normverbrauch mit 5,1 bis 5,4 Liter je 100 Kilometer an. Das Fahrwerk des 5008 hat weitgehend überzeugt, auch wenn es die Folgen von Schlaglöchern erkennbar an den Innenraum weiterleitet. 

Die Preise für den Peugeot 5008 starten bei 24 650 Euro. Darin sind  die digialen Kombi-Instrumente, elektrisch anklappende Außenspiegel, eine eben solche Feststellbremse, Frontkollisionswarner, Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Multifunktions-Lederlenkrad und elektrische Fensterheber vorn und hinten enthalten. Mein«-Linie will mit mindestens 30 050 Euro bezahlt sein. 

Fazit: Der Peugeot 5008 ist optisch ausgesprochen gut gelungen. Er sieht aus wie ein SUV, ist aber ein Van. Er bietet schon als Fünfsitzer jede Menge Raum. Sein Preis erscheint durch den 130 PS leistenden Benziner mit günstigem Verbrauch und durch die bereits in der Basis beinhaltete Ausstattung vergleichsweise günstig. Wie so oft bei französischen Autos muss man die kleinen Macken lieben lernen. 

Datenblatt

  • Motor: Reihendreizylinder-Benziner mit Turboaufladung
  • Hubraum: 1199 ccm
  • Leistung: 130 PS (96 kW) bei 5500 U/min 
  • Max. Drehmoment: 230 Nm bei 1750 U/min 
  • Übersetzung: Sechsgang-Handschalter
  • Antrieb: Frontantrieb 
  • Länge/Breite/Höhe: 4,64/1,84/1,65 m
  • Radstand: 2,84 m
  • Leergewicht: 2130 kg
  • Zuladung: 486 kg 
  • Kofferraumvolumen: 780 bis 1940 l
  • Max. Anhängelast: 1800 kg 
  • Wendekreis: 10,20 m 
  • Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h 
  • Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,9 sec 
  • Normverbrauch: 5,4 l auf 100 km
  • CO2-Ausstoß: 127 g/km
  • Tankinhalt: 56 Liter 
  • Testverbrauch: 6,6 Liter
  • Preise: ab 24 650 Euro, Testwagen 30 050 Euro 
Autor:
Friedbert Weizenecker

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