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Der neue Volvo XC60 T6 AWD: Verliebt in sein Fahrverhalten

16. September 2017
&copy Friedbert Weizenecker&copy Friedbert Weizenecker&copy Friedbert Weizenecker

Volvo legt den XC60 neu auf. Dem kleinen Bruder des XC90 ist optisch die Verwandtschaft auf den ersten Blick zu erkennen. Die Linienführung des 4,69 Meter langen, 1,90 Meter breiten und 1,66 Meter hohen SUVs ist sportlich gezeichnet und zeigt eine beinahe coupehafte Schulterlinie. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue XC60 in alle Richtungen gewachsen. Trotz der runderen Proportion, der steileren Windschutzscheibe, den kürzeren Überhängen und dem tieferen Stand wirkt er wie die geschrumpfte Version seines mächtigen Pendants. Er kommt jedoch etwas graziler und nicht ganz so massiv daher.

Beim Einstiegen in den neuen XC60 bleibt die Hose stets sauber, denn die vorderen Türen überlappen die seitlichen Schweller. Das Platzangebot profitiert vom 2,865 Meter langen Radstand. Fahrer- und Beifahrersitz werden vom XC90 übernommen. Das Platzangebot vorne kommt dem des großen Bruders sehr nahe. Im XC60 sitzt man jedoch etwas tiefer. 

Großes Panoramadach: Der loungige Innenraum erscheint hell, klar und freundlich. Dazu trägt auch das riesige Panorama-Dach (gegen Mehrpreis) bei, das gleich groß ist wie beim massiveren Bruder-Modell. Die Holzeinlage im Armaturenbrett aus offenporigem Treibholz mit weißer Färbung und Längsmaserung vermittelt Naturverbundenheit. Zwar sind die Pforten zum Fond etwas knapp bemessen, doch ist der Rückraum erst mal erklommen, winkt selbst für 1,90 Meter Hünen ein komfortables Platzangebot. Das Gepäckabteil bekommt mit seiner Größe von mindestens 505 Litern ebenfalls das Prädikat »voll familientauglich«.

Das »Zentrum der Macht« ist das quer eingebaute, leicht zum Fahrer geneigte Touchpad als Teil des Infotainmentsystems »Sensus Connect«. Es wurde mit einer neuen Grafik bespielt. Gleich daneben thront das digitale Cockpit im Sichtfeld des Piloten, das um die optionale Anzeige des Head-up-Displays in der Windschutzscheibe ergänzt werden kann. Damit und mit Apple CarPlay und Android Auto ist Volvo beim Thema Konnektivität auf dem neusten Stand. 

Fünf Motoren zur Auswahl: Aktuell stehen zwei Diesel-Aggregate, zwei Benziner und ein Plug-in-Hybrid zur Wahl. Alle aus vier Zylindern befeuert. Günstigste Motorisierung ist der durchzugsstarke 190 PS leistende Diesel. Wer es noch kräftiger mag, der wird sich für den 235-PS-Selbstzünder entscheiden. 

Am Anfang der Benziner-Preisliste steht zum Marktstart der »T5«. Er quetscht 254 PS aus seinen vier Töpfchen. Darüber regiert der »T6«, der aber auch ein Vierzylinder ist. Durch seinen Turbolader und die Kompressor-Aufladung stellt er stolze 320 PS (400 Newtonmeter maximales Drehmoment) bereit. Der »T8« Plug-in-Hybrid ist die kräftigste Antriebsvariante. Die zwei Antriebsherzen leisten insgesamt satte 407 PS. Den XC60 gibt es stets mit Achtgang-Automatik und Allradantrieb.

Fährt man das Auto, kann man sich in sein Fahrverhalten verlieben. Der Schweden-SUV rollt ausgesprochen leise dahin. Sein Fahrwerk wurde komfortabel abgestimmt. Für besonders ausgewogenes Fahrverhalten sorgt die optionale Luftfederung. Serienmäßig werden Stahlfedern verbaut. Das empfehlenswerte Luftfahrwerk lässt sich in die Fahrmodi »Eco«, »Comfort«, »Dynamic« und »Offroad« einstellen.

Im Offroad-Modus wird das Chassis um 40 Millimeter nach oben gesetzt. Im Eco-Modus wird der XC60 um zehn Millimeter nach unten gefahren, im Dynamik-Modus um 20 Millimeter. Besonders praktisch: Dieser Volvo kommt den Passagieren beim Einstieg um 30 Millimeter entgegen. Im Komfort-Modus werden die Insassen sänftengleich über die Straße getragen, Kinder könnten kaum besser in den Schlaf gewiegt werden. 

Über alle vier Räder: Doch auch im Dynamik-Modus wird der XC60 mit dem 235 PS starkem Diesel-Motor nicht zum sportlichen Kurvenstar. Zwar werkelt seine Lenkung präzise, doch zeigt sich der rund zwei Tonnen schwere SUV etwas phlegmatisch. Der Vortrieb mit der Acht-Stufen-Automatik kommt dagegen überzeugend und schiebt den XC60 druckvoll über alle vier Räder vorwärts. In 9,3 Sekunden wird aus dem Stand Tempo 100 erreicht.

 
Die Sicherheitstechnik wurde beim neuen Modell weiter verbessert. So bremst der Citysafty-Assistent nun bis 60 km/h und schafft damit zehn km/h mehr als bisher. Zudem soll die Lenkunterstützung bei der drohenden Fahrt in den Gegenverkehr oder Nicht-Berücksichtigung des Toten-Winkel-Warners autonom eingreifen. Alle Assistenz- und Sicherheits-Systeme aus der 90er-Baureihe sind auch für den XC60 verfügbar.

Fazit: Außen schick und ganz nah am großen Bruder XC90. Innen mit mega viel Platz in gediegener Lounge-Atmosphäre im klaren Schweden-Design. Die effizienten 4-Zylinder-Motoren passen gut zum kleineren XC60. Kombiniert mit dem erhabenen Fahrgefühl und der modernen Sicherheitstechnik ist es schwer, ernsthafte Kritikpunkte zu finden.

Datenblatt

  • Motor: R4-Benziner, Mono-Turbolader und Kompressor, Direkteinspritzung
  • Hubraum: 1969 ccm
  • Leistung: 320 PS/235 kW bei 5700 U/min
  • Max. Drehmoment: 400 Nm bei 2200 bis 5400 U/min
  • Übersetzung: 8-Gang-Automatikgetriebe
  • Antrieb: Allradantrieb
  • Radstand: 2870 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4,69/2,12/1,66 m
  • Gepäckrauminhalt: 505 bis 1432 l
  • Wendekreis: 11,80 m
  • Maximale Anhängelast (gebremst): 2400 kg
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 5,9 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
  • Normverbrauch: kombiniert: 7,7 l auf 100 km
  • CO2-Ausstoß: 176 g/km
  • Schadstoffklasse: Euro 6b
  • Tankinhalt: 71 l
  • Testverbrauch: 9,2 l auf 100 km
  • Preis: ab 48 050, Modell T6 ab 55 500 Euro 
Autor:
Jan Weizenecker

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