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Diesel verleiht neuem Ford Fiesta dynamischen Vortrieb

22. Juli 2017
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Vor unglaublichen 41 Jahren (1976) erblickte der erste Ford Fiesta das Licht der Welt. Vergleicht man die achte Generation mit ihrem Vorgänger, so sind optisch keine einschneidenden Unterschiede zu erkennen. An der Front fällt die Zeichnung der LED-Scheinwerfer ins Auge und auch der neu gestaltete Kühlergrill, der in Abhängigkeit von der gewählten Ausstattungslinie variiert. Dabei ist mein optischer Favorit der Grill aus der ST-Line. 

Die größte Änderung erfuhren am Heck die Rückleuchten. Standen sie beim bisherigen Fiesta noch senkrecht, so liegen sie nun quer und verleihen dem Heck optisch mehr Breite.

 
71 Millimeter (4040 mm) wird die neue Karosserie länger. In der Breite gewinnt der neue Fiesta 13 Millimeter hinzu. Der Radstand wuchs um vier auf 2493 Millimeter. Vor den Rücksitzen ist nun rechnerisch zwölf Millimeter mehr Raum. Weiterhin gibt es den Fiesta als 3- und auch als 5-Türer.

Überfrachtung kein Thema mehr: Richtig viel hat sich dagegen im Innenraum getan. Das Armaturenbrett ist kaum wiederzuerkennen. Er wird von einem frei stehenden Bildschirm dominiert, über den Fahrer und Beifahrer eine große Varianz von Informationen beziehen und Einstellungen vornehmen können. Die übrig gebliebenen Schalter wurden klar gezeichnet und zeigen eine gute Wertigkeit. Die Bedienelemente am Lenkrad lassen sich intuitiv verstellen. Überfrachtung ist kein Thema mehr. 

Ein Problem hatte ich indes mit der Lenkradeinstellung, die schwergängig ist und die Gefahr eines Einklemmens von Fingern in sich birgt. Die verwendeten Kunststoffe erscheinen gut verarbeitet, deren Qualitätsanmutung ist ok.

Für meine langen Beine (Körpergröße 1,86 Meter) fallen die Vordersitze etwas kurz aus, passen aber noch. Ihr Stoffbezug in der Titanium-Linie will meinen Fingern allerdings nicht schmeicheln. Verbesserungswürdig ist die Einstellung der Lehnensteilheit an der Seite der Sitze. Das Drehrad zeigt sich schwergängig, und durch den geringen Platz zwischen Sitz und Verkleidung der B-Säule (das gilt für den 5-Türer) geht der Vorgang nicht leicht von der Hand. Vor der Rücksitzen bleibt klassentypisch kaum Platz für Beine und Füße. Es sei denn, die vorn Sitzenden schränken sich stark ein. Für kleine Kinder oder zur Not sollte das jedoch passen. 

Der Kofferraum mit seinen 269 bis 1093 Litern Ladevolumen reicht tief nach unten. Das verhilft zu viel Stauraum, aber das Be- und Entladen belastet den Rücken. Wer das vermeiden möchte, bestellt einen zweiten Ladeboden, der in etwa auf Höhe der Ladekante befestigt und bei Bedarf hoch geklappt oder herausgenommen werden kann. Unter der erhöhten Ladefläche verbleibt ein separater Stauraum.

Gut abgestimmt: Auf meinen ersten Testfahrten über die wenig befahrenen Straßen im Spanischen Valladolid zeigte sich das Fahrwerk des neuen Fiesta gut abgestimmt: nicht zu weich, nicht zu hart. Die verbesserte Lenkung vermittelt keinen direkten Kontakt zur Straße, wirkt synthetisch. 

Ich habe den Fiesta mit zwei Motorisierungen gefahren. Für den 140-PS leistenden Benziner, der in 9,0 Sekunden aus dem Stand Tempo 100 erreichen kann, gibt Ford einen kombinierten Normverbrauch von 4,5 Liter an. Auf meinen Fahrten hat sich laut Bordcomputer allerdings ein Verbrauch von 7,8 Liter Benzin eingestellt. 

Wer viel fährt oder einen besonderes geringen Verbrauch zu schätzen weiß, der könnte den Fiesta mit dem 120-PS-Diesel wählen. Er verbrauchte auf meinen nicht auf Verbrauchsoptimierung ausgelegten Testfahrten 4,8 Liter. Ford gibt für diesem Antrieb in Kombination mit einer ausgesprochen leicht schaltbaren 6-Gang-Box mit 3,5  Litern je 100 Kilometer an. Mich hat dieser Antrieb überzeugt. Er vereinigt dynamischen Vortrieb schon aus dem Stand heraus mit geringem Verbrauch und damit günstigen Kosten. Durch das beachtliche Drehmoment des Selbstzünders erscheint er trotz 20 PS Minderleistung gegenüber dem Benziner dynamischer. 

Die Preise beginnen bei 12 950 Euro. Dafür gibt es einen  (70 PS (52 kW) starken Fiesta »Trend«, der serienmäßig unter anderem elektrische Fensterheber vorn mit Quickdown-Funktion, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Gepäckraum-Fernentriegelung, Schlüsselsystem mit individuell programmierbarem Zweitschlüssel, Geschwindigkeitsbegrenzer sowie elek­trisch einstell- und beheizbare Außenspiegel mit integrierten Blinkleuchten bietet. Hinzu kommen ein Berganfahr-Assistent und ein Fahrspur-Assistent inklusive Fahrspurhalte-Assistent.

Zur Markteinführung: ab 10 990 Euro: Das große Assistenz-Paket (unter anderem mit adaptiven Abstandsregeltempomat) kostet 600 Euro mehr für zusätzlichen Komfort und Sicherheit. Ein System, das den neuen Fiesta automatisch einparkt, kostet 570 Euro. Zur Markteinführung macht Ford jedoch ein Angebot, mit dem der Kleinwagen ab 10 990 Euro zu haben ist. 

Datenblatt

  • Motor: Dreizylinder-Turbo-Benziner mit Direkteinspritzung
  • Hubraum: 998 ccm
  • Leistung: 140 PS 
  • (103 kW) bei 6000 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Frontantrieb
  • Länge/Breite/Höhe: 4,07/1,74/1,47 m
  • Leergewicht: 1164 kg
  • Max. Zuladung: 501 kg 
  • Gepäckvolumen: 269 bis 1069 l
  • Wendekreis: 11,20 m
  • Beschleunigung von null auf 100 km/h: 9,0 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h
  • Norm-Mix-Verbrauch: 4,5 l Super/100 km
  • CO2-Wert: 102 g/km
  • Tankinhalt: 42 l
  • Testverbrauch: 7,8 Liter Super pro 100 km
  • Preise: ab 10 990 Euro
  • Preis Fiesta ST-Line: 21 700 Euro 
Autor:
Friedbert Weizenecker

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