Autotest exklusiv

Feuriger Kleinwagen: Seat Ibiza macht auf spanisch

Autor: 
Jan Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
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30. September 2017
In der fünften Generation kommt der neue Seat Ibiza viel sportlicher daher. Markant ist auch das Licht-Design der Front gezeichnet.

In der fünften Generation kommt der neue Seat Ibiza viel sportlicher daher. Markant ist auch das Licht-Design der Front gezeichnet. ©Jan Weizenecker

Für die fünfte Generation des Ibiza verwenden die Produktionsspezialisten die sogenannte MQB A0 Plattform des Konzerns, auf deren Basis auch der jüngst neu erschienene VW Polo entsteht. Dadurch wächst der neue Ibiza um beachtliche 8,7 Zentimeter in der Breite. In Verbindung mit den kürzeren Überhängen steht der Kleinwagen sportlich-satter auf dem Asphalt. Ab 12 490 Euro ist der Kleine fortan zu haben, aber ausschließlich als Fünftürer. 

Mit 4,06 Metern bleibt die Länge des Ibiza quasi unverändert. Der Radstand legte um 9,5 Zentimeter auf 2,56 Meter zu, davon profitiert das Raumgefühl im Inneren und auch die Stabilität im Geradeauslauf. Schärfe Linien und die kurzen Überhänge kommen dem modernen Look des zweit-kleinsten Seat zugute. Die dreieckige LED-Lichtsignatur verleiht optische Prägnanz. 

Ausgezeichnetes Raumgefühl: Im Innenraum wähnt man sich in der nächst höheren Fahrzeug-Klasse. Das Raumgefühl ist auf allen Plätzen ausgezeichnet. Eine deutliche Aufwertung gegenüber dem Vorgänger. Selbst Großgewachsene müssen hier wahrlich keine Angst vor zu wenig Kopffreiheit haben. Die Sitze des neuen Ibiza sind bequem und bieten gleichzeitig guten Seitenhalt.

Die Instrumente wurden auf den Fahrer hin orientiert. Alles erscheint aufgeräumt und klar strukturiert. Das für das Armaturenbrett und die Türverkleidungen verwendete Hartplastik erinnern aber daran, in welcher Preiskategorie der Ibiza angesiedelt ist. Inmitten des mutig gezeichneten Armaturenbrettes regiert ein acht Zoll großer Touchscreen. Mit dem Full Link-System um Apple CarPlay, Android Auto und Mirror Link ist der Ibiza beim Thema Konnektivität sehr modern. 

Nicht zuletzt das Gepäckraumvolumen nimmt Einfluss auf die Alltagstauglichkeit eines Autos. Der Ibiza-Kofferraum wächst gegenüber dem Vorgänger um 63 Liter auf 355 Liter (Polo: 280 Liter) und überzeugt zudem mit seiner niedrigen Ladekante.

3-Zylinder-Motoren: Zum Marktstart bietet Seat bei den Antrieben das Modernste an, was der Konzern zu bieten hat. Das sind zunächst drei Otto-Motoren. Basis ist fortan der 1,0 Liter 3-Zylinder mit seinen 65 PS. Darüber folgt das gleiche Aggregat mit 75, 95 oder 115 PS. Ende des Jahres  soll für Fans hoher Leistung der neue 1,5 Liter Benziner mit 150 PS folgen. 

Auch in Zukunft gibt es für den Ibiza Dieselmotoren. Alle drei Diesel basieren auf dem 1,6 TDI. Er leistet wahlweise 80, 95 oder 110 PS. 

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Besonders gut in die Zeit passen Erdgasantriebe. Seat bietet hier einen 90 PS 1,0 Liter Motor an. Bei einer Reichweite von mehr als 1300 Kilometern spart dieser Antrieb im Vergleich zu den Verbrennern rund 85 Prozent NOx (Stickstoffoxid) und 25 Prozent CO2 (Kohlenstoffdioxid) ein.

Zu den Getrieben: Neben der serienmäßigen Handschaltung gibt es optional auch ein Doppelkupplungsgetriebe (Automatikgetriebe).

Purer Fahrspaß: Die Ingenieure haben das Fahrwerk des Ibiza etwas sportlicher ausgelegt, als beim Polo. Die wunderbar direkte Lenkung, das knackige manuelle wie makellose automatische Getriebe vermitteln in Kombination mit dem sportlichen Fahrwerk puren Fahrspaß. 

In Verbindung mit dem 150 PS starken 1,5 Liter Benziner beschleunigt der feurige Spanier in 7,5 Sekunden auf Tempo 100. Schluss ist bei 215 Stundenkilometern. Im Grenzbereich greifen die Regelsysteme fast unbemerkt ein und ziehen uns wieder in die Spur. 

Das »XCellence-Paket« ergänzt das Auto auf Wunsch um einstellbare Dämpfer. So kann der Seat Ibiza auch komfortabel.

Fazit: Der Ibiza ist ein rundum gelungener Kleinwagen. Im Vergleich mit dem Konzern-Bruder Polo gefällt er mit dem schärferen Design und dem emotionaleren Fahrverhalten. Nicht zu vergessen: Auch beim Thema Sicherheit fährt der neue Ibiza auf der Höhe der Zeit. Mit Optionen wie der automatischen Distanzregelung (ACC), dem Umfeld-Beobachtungssystem »Front Assist« mit City-Notbremsfunktion und der neuesten Generation der Parksensoren mit Rückfahrkamera ist er »state-of-the-Art«. 

Datenblatt

  • Motor: 1,0-Liter-Drei-Zylinder-Benziner, Turbo, Direkteinspritzung
  • Hubraum: 999 ccm
  • Leistung: 115 PS/85 kW bei 5100 bis 5500 U/Min
  • Maximales Drehmoment: 200 NM bei 2000 bis 3500 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Vorderradantrieb
  • Radstand: 2560 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4,06/1,78/1,44 m
  • Leergewicht nach DIN: 1140 kg
  • Gepäckrauminhalt: 355 bis 1165 Liter
  • Wendekreis: 11,30 m
  • Maximale Anhängelast (gebremst): 1100 kg
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 9,3 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
  • Normverbrauch: kombiniert: 4,7 Liter auf 100 km
  • CO2-Ausstoß: 108 g/km
  • Schadstoffklasse: Euro 6
  • Tankinhalt: 40 Liter
  • Testverbrauch: 6,8 l auf 100 km
  • Preis: ab 12 490 Euro, Testauto 19 690 Euro

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