Neuwagen unter 15 000 Euro

Ford Ka+ kommt als solider Kleinstwagen ohne Allüren daher

30. Juni 2017
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Ich erinnere mich noch gut an den ersten Ford Ka mit seinem ganz speziellen Design. Er sah aus, als hätte ihm jemand aufs Dach gehauen und die Rädern standen nun etwas außerhalb der Karosse. Trotzdem hat er mir gefallen und im Straßenbild fiel er auf. Das galt nicht zuletzt für die Cabrio Variante, die es für kurze Zeit gab.  Und so kommt jetzt die dritte Generation des Ka daher, die sich Ka+ nennt. Warum auch immer dieses »Plus« dazu gekommen ist, plus hört sich einfach gut und nach etwas mehr an. 

Optisch erkennt man im neuen Ka+ den alten Ka allerdings kaum wieder. Von der mutigen Zeichnung der Ur-Ka ist kaum was geblieben. In meinen Augen erscheint die +-Variante bieder und angstvoll gezeichnet. Hier scheinen Designer auf den Mainstream gezielt zu haben. Aber Design und Schönheit liegen bekanntlich im Auge des Betrachters.

 
Innen großzügige Platzverhältnisse: Leider setzt sich das Spargefühl im Innenraum fort. Preiswert wirkendes Plastik (robust wäre der positive Ausdruck) dominiert den kleinen Saal. Im Inneren des knapp vier Meter langen Ka+ herrschen im Klassenvergleich großzügige Platzverhältnisse. Selbstredend ist der Raum vor der Rückbank nur für Kinder oder die ganz kurze Strecke geeignet. Vorn sitzt es sich gut. Im Gepäckraum findet sich überraschend viel Platz (270 Liter). 

In der 14 Tage währenden Testphase hat sich jedoch ein Nachteil gezeigt. Kleine Gegenstände rutschen beim Beschleunigen gen Heck, wo sie unter der sich verjüngenden Verkleidung verstecken und kaum wieder gefunden werden. Würde die Verkleidung senkrecht nach unten verlaufen, wäre das Ärgernis weg. Allerdings würde man dann rechnerischen Stauraum verlieren. Die aktuelle Lösung nervt im Alltag. 

Besonders praktisch dagegen: 21 über den Innenraum verteilte Staufächer nehmen alles auf, was im Auto Platz sucht. Auch ein Vorteil: Sowohl auf den Vordersitzen, wie auch auf der Rückbank finden Menschen bis zu einer Körpergröße von zwei Metern ohne Einschränkungen Unterkunft.

Mein Testwagen ist mit dem 85 PS leistenden 4-ZylinderBenziner (ohne Turbo) versehen, der den Ka+ in 13,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 befördert. Bei 169 Stundenkilometern ist Schluss. Das passt für einen Kleinstwagen, der überwiegend in der Stadt gefahren wird. Ein Dynamiker ist der brave Benziner zwar nicht, aber er lässt sich gutmütig bewegen und seine Lenkung erscheint ausreichend direkt. 

Der Verbrauch des Ka+ lag im Mittel bei 6,8 Litern (Normwert 5,0 Liter). Sein Preis in der »Cool and Sound«-Linie und einigen netten Optionen lag bei 13 900 Euro.

Fazit: Dieser Kleinstwagen, der unterhalb des Fiesta platziert ist, beginnt zu Preisen ab 9900 Euro (70 PS-Variante). Das ist ein Kampfpreis, der den Wettbewerbern aus Korea und Europa die Stirn bieten soll. Übrigens: Dieses Weltauto wird im indischen Ford Werk produziert. Der Ka+ ist ein solider Kleinstwagen ohne Allüren. Bei seiner Konzeption standen offensichtlich der Preis und der Nutzwert und weniger das Design im Focus.

 

Autor:
Friedbert Weizenecker

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