Autotest exklusiv

Hymer ML-T mit luxuriösem Bad und fürstlichem Bett

Autor: 
Jan Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
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18. März 2017
Mit dem Allradantrieb schafft der Hymer ML-T selbst verschneite Pässe wie das schneebedeckte Timmelsjoch auf der Grenze zwischen Italien und Österreich.

Mit dem Allradantrieb schafft der Hymer ML-T selbst verschneite Pässe wie das schneebedeckte Timmelsjoch auf der Grenze zwischen Italien und Österreich. ©Friedbert Weizenecker

Obschon der Frühling bei uns mit Macht Einzug hält, heißt es in den Alpen nach wie vor Ski und Rodel gut! Warum dann nicht als Sommercamper auch mal im Winter mit dem Reisemobil auf Tour gehen?  Mercedes-Benz Vans und Hymer stellten dafür  den teilintegrierten Hymer ML-T zur Verfügung, um ihn auf Schnee-Herz und Kälte-Nieren zu testen. Basis des Fahrzeugs bildet der Sprinter von Mercedes Benz. Sein optionaler Allradantrieb und der serienmäßige Seitenwind-Assistent sollten den Sprinter zum perfekten Zugpferd auch im winterlichen Sölden machen.

Urlaub im Reisemobil liegt offensichtlich voll im Trend. Und so liegt auch das Wintercamping nah, nicht zuletzt aufgrund der  Standortvorteile in Skigebieten. So beträgt der Weg in Sölden vom Campingplatz gerade mal 200 Meter zur Gaislachkoglbahn, die direkt zur Bergstation in 3056 Meter Höhe führt. Aber wird es ob der feuchten oder nassen Klamotten nicht unangenehm feucht im Reisemobil? Für dieses Thema haben viele Campingplätze praktische Ski- und Trockenräume eingerichtet, so auch in Sölden.

Zertifikat »winterfest«: Wer das Campen abseits des sicheren Campingplatzes in der winterlichen Wildnis präferiert, der sollte darauf achten, dass sein Reisemobil das Zertifikat »winterfest« trägt. Nur so kann man sicher sein, dass Wasserleitungen nicht einfrieren. Das Testverfahren beinhaltet außerdem, dass der Innenraum bei einer Außentemperatur von minus 15 Grad innerhalb von zwei Stunden auf 20 Grad zu erwärmen ist. 

Die Dämmung muss dabei durch einen sogenannten »geschlossenporigen PU-Schaum« einer 80 Zentimeter dicken Vollziegelwand entsprechen. Zudem müssen die Außen­staufächer und das Armaturenbrett beheizbar, Tanks isoliert und die Rahmenfenster doppelt verglast sein. All diese Kriterien erfüllen die Hymer Modelle ML-T.

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Jede Menge Luxus: Der Innenraum des Hymer ML-T bietet fast alles, was das Camperherz begehrt. Da fehlt es kaum an Luxus. Ein Bad mit Dusche und WC, drei­flammiger Gasherd sowie ein Kühlschrank mit 142 Litern Fassungsvermögen sind an Board. Geschlafen wird fürstlich in einem 1,93 Meter breiten und einem weiteren 1,73 Meter breiten Bett, die jeweils mit Lattenrost und hochwertiger Matratze versehen sind. Auch an Staufächern und Schränken herrscht kein Mangel.

 
Schlichter Charme im Führerhaus: Lebensmittelpunkt im Hymer ist das stufenfreie »Wohnzimmer«, das mit serienmäßig verlängerbarem Tisch, einer Sitzgruppe und den beiden um 180 Grad drehbaren Vordersitzen aufwartet. Dreht man den Fahrersitz allerdings in Richtung Lenkrad bleibt vom luxuriösen Ambiente wenig übrig. Denn im Fahrerhaus bleibt der schlichte Arbeiter-Charme des Sprinters. 

Doch manchmal ist Nutzwert der wahre Luxus. So ist zum Beispiel die 1,21 Meter hohe »Garage« im ML-T auch im Winter praktisch für die problemlose Beladung des Sport-Equipments. Der isolierte Abwassertank fasst 100 Liter und ist bequem elektrisch via Knopfdruck entleerbar. Der Nutzwassertank kann bis zu 120 Liter aufnehmen und ist genau wie die Zuleitungen durchgängig isoliert. Mit diesem Reisemobil muss man im Winter im Vergleich zum Hotelzimmer kaum auf Komfort verzichten.

Bis zu 163 PS: Um eisige oder verschneite Straßen muss man sich im Hymer ML-T Allrad 580 dank des zuschaltbaren Allradantriebs kaum Sorgen machen. Sein 2,1 Liter Vierzylindermotor stellt bis zu 163 PS bereit. Die 360 Newtonmeter maximales Drehmoment werden über ein Sieben-Gang-Automatik-Getriebe auf die Straße gebracht. Dabei benötigt das schwere Gespann in bergiger Landschaft runde 13,5 Liter  Diesel. 

Durch die gute Kraftentfaltung des Motors schon von unten heraus ist der ML-T bergauf alles andere als lahm. Bergabwärts helfen technische Features wie der hydraulische Bremsassistent, elektronische Bremskraftverteilung und adaptives ESP. Damit kann selbst das schneebedeckte und stellenweise vereiste Timmelsjoch überwunden werden.
 

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