Autotest exklusiv

Imposantes Dickschiff: Zweite Generation des Ford Edge

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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29. April 2017
Ford Edge 2.0 TDCi Bi-Turbo 4x4 Titanium: Ein 209 PS starker Bi-Turbodiesel dient dem fast 4,81 Meter langen Allradler als ­Antriebsquelle.

(Bild 1/4) Ford Edge 2.0 TDCi Bi-Turbo 4x4 Titanium: Ein 209 PS starker Bi-Turbodiesel dient dem fast 4,81 Meter langen Allradler als ­Antriebsquelle. ©Thomas G. Zügner

Auf dem amerikanischen Markt ist er seit einem Jahrzehnt eine feste Größe. Jetzt hat der Ford Edge (gesprochen: Etsch) in seiner zweiten Generation auch den Weg über den »großen Teich« gefunden. In Deutschland rundet er nach EcoSport und Kuga die Palette der Mehrzweckfahrzeuge von Ford nach oben ab. Für die Version mit der stärkeren der beiden zur Verfügung stehenden Motorisierungen (180 und 210 PS) ist der neue Ford Edge 2.0 TDCi Bi-Turbo 4x4 Titanium das Einstiegsmodell.

Kontrast: Dezente Zurückhaltung sieht jedenfalls anders aus. Mit seinem auffälligen und mit jeder Menge Chromschmuck an Einfassung und Lamellen verzierten Kühlergrill wirkt das ohnehin schon stattliche »Dickschiff« gleich noch mal einen Tick imposanter. Im Gegensatz dazu fast schon filigran ausgefallen ist die überaus hübsche rote Lichtspange, die sich über die gesamte Heckpartie zwischen die Rücklichter zieht, unterbrochen lediglich durch das ovalförmige Ford-Logo.

Kein Wunder bei den üppigen Abmessungen, dass der fast 4,81 Meter lange Edge in seinem Innenraum Platz in Hülle und Fülle zur Verfügung stellt. Selbst auf dem relativ schmalen Mittelplatz im Fond ist einigermaßen kommodes Reisen möglich. Der Kofferraum fasst unter der etwas labbrigen und leider nicht in einer Schiene verlaufenden Abdeckung 602 Liter. 

Auf herkömmliche Weise oder auch per Knopfdruck vom Gepäckabteil aus lässt sich die im Verhältnis 60:40 geteilte Rücksitzbank umlegen. Dadurch entsteht ein 1847 Liter großer Laderaum mit einem fast ebenen Boden.

Mitteilungen: An Informationen mangelt es dem Edge-Fahrer nicht. Wo bei anderen Fahrzeugen für bestimmte Anzeigen erst mühsam im Bordrechner »gekramt« werden muss, stellt der im kanadischen Okaville gebaute Ford alle Angaben auf einen Blick dar: unter anderem Gesamt- und Tageskilometerzähler (auch Letzterer mit 100-Meter-Anzeige), Durchschnittsverbrauch, Reichweite und sogar einen digitalen Tachometer. Weil auch die wichtigsten Bedienungen intuitiv über Tasten erfolgen, lässt es sich verschmerzen, dass für die serienmäßige Beheizung des griffigen Lederlenk­rads erst der umständliche und nicht immer der Verkehrssicherheit dienliche Weg über den Berührungsbildschirm gewählt werden muss.

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Schwergewicht: Ein neuer 209 PS starker Bi-Turbodiesel (Ford rundet mathematisch nicht ganz korrekt auf 210 PS auf) bildet die Top-Motorisierung der Edge-Baureihe. Der 2,0 Liter große Selbstzünder hat es mit dem leer fast zwei Tonnen schweren Koloss nicht einfach. Das Triebwerk schiebt zwar kräftig an, doch ein Gefühl von dynamischer Souveränität und agiler Leichtigkeit stellt sich dabei nicht ein. 

Sicherlich auch ein Verdienst des aufpreispflichtigen Sportfahrwerks ist es, dass die Karosserie im flotten Kurvengeschlängel nicht übermäßig stark wankt. Ebenfalls ein Extra stellt die adaptive Lenkung dar. Sie passt die Übersetzung der jeweiligen Geschwindigkeit an und vermindert den Kraftaufwand nach Ford-Angaben um 30 bis 40 Prozent.

Allrad: 20 mal schneller als ein Augenzwinkern arbeiten die Sensoren des permanenten Allradantriebs, indem sie alle 16 Millisekunden eventuell auftretenden Schlupf zwischen Rädern und Untergrund ermitteln. Entsprechend den daraus resultierenden Anforderungen wird Drehmoment an die Achsen verteilt. Laut Hersteller erfolgt dies bei Bedarf bis zu 100 Prozent nach vorne oder nach hinten.

Ob sensorgesteuerte Heckklappe, Beheizung der Sportsitze vorn, der Windschutzscheibe und der Waschdüsen, zudem Fahrspurassistent, Kollisionswarner, Einparkpiepser vorn und hinten, Rückfahrkamera, Verkehrsschilderkennung, Klimaautomatik oder automatisches Fernlicht: Der Ford Edge 2.0 TDCi Bi-Turbo 4x4 ­Titanium weiß um die serienmäßigen Verwöhntricks. 

Dazu tragen auch ein spezielles Akustikglas für die Frontscheibe und laminiertes Glas für die vorderen Seitenscheiben bei, die den Lärmpegel senken. Für eine aktive Geräuschkompensation im Innenraum erfassen zudem drei Mikrofone im Dachhimmel störende Frequenzen. Sie werden durch gegenläufige Schallquellen, die (nicht wahrnehmbar) über die Audioanlage erzeugt werden, neutralisiert.

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Bi-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung und 16 Ventilen
  • Hubraum: 1997 ccm
  • Leistung: 209 PS bei 3750 U/min
  • Maximales Drehmoment: 450 Nm bei 2000 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang-Doppelkupplungs­getriebe
  • Antrieb: Permanenter Allradantrieb
  • Radstand: 2848 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4808/1928/1707 mm
  • Leer­gewicht: 1949 kg
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 2555 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 2000/
  • 750 kg
  • Wendekreis: 11,9 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 9,4 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 211 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 6,4 l/100 km; außerstädtisch: 5,4 l/100 km; insgesamt: 5,8 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 149 g/km
  • Tankinhalt: 64 Liter
  • Testverbrauch: 7,49 l Diesel/100 km
  • Preis: 50 500 Euro

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