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Jaguar F-Pace: Auch für Väter mit kleinerem Geldbeutel

Autor: 
Friedbert Weizenecker
Lesezeit 3 Minuten
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07. Mai 2017
Der Jaguar F-Pace ist eine kraftvoll-dynamische und sportliche Erscheinung. Dafür sorgen die aggressive Front und die schmalen LED-Scheinwerfer.

(Bild 1/3) Der Jaguar F-Pace ist eine kraftvoll-dynamische und sportliche Erscheinung. Dafür sorgen die aggressive Front und die schmalen LED-Scheinwerfer. ©Friedbert Weizenecker

Endlich gibt es auch von Jaguar einen SUV. Andere Sportwagen-Marken haben vorgemacht, wie gut Sportwagen und SUVs zusammen passen. So wäre Porsche ohne Cayenne und Macan heute kaum noch denkbar. Und der Macan ist es auch, der heute die Benchmark für den Jaguar F-Pace gewesen sein dürfte. 

Das gilt für seine Größe und auch für seine sportliche Auslegung. Und auch mit seinen klar gezeichneten Linien und den Proportionen erkennt man, woran sich die JaguarVerantwortlichen bei der Entwicklung des F-Pace orientiert haben. 

Einfache Anmutung: Etwas zu stark scheint man im Innenraum indes auf die frühen Cayenne-Baujahre geschielt zu haben, denn an manchen Stellen ist die Qualitätsanmutung bei den Kunststoffen überraschend einfach. So etwa bei der Instrumentenabdeckung. Ich denke, bei der ersten Modellüberarbeitung sollte dieses für Jaguar ungewohnte Defizit ausgeräumt werden. 

Die Entwicklung der geländetauglichen Antriebstechnologie sollte dagegen keine Probleme bereitet haben. Ist doch im Hause Jaguar Land Rover diese bereits mit langer Tradition und in Hülle und Fülle vorhanden. Der F-Pace basiert wie auf einer vorhandenen hauseigenen Plattform. 

Wie XE und XF nutzt der SUV die modulare Aluminium-Plattform. So entsteht ein geräumiger Innenraum, in dem fünf Erwachsene Platz finden. In Kombination mit seinem Gepäckraumvolumen von 650 Litern wird der F-Pace gleichsam zum Familien-Sportwagen. Wer auf die zweite Sitzreihe verzichten kann und sie umklappt, der bekommt 1740 Liter Stauvolumen auf einer maximalen Länge von 1,82 Meter geboten.  

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Über 14 Tage hinweg habe ich den F-Pace im Alltagsbetrieb benutzt. Der Testwagen ist mit dem wunderbaren 3-Liter-Diesel versehen, der seine 300 PS über eine schnell und ohne erkennbare Zugunterbrechung schaltende 8-Gang-Automatik an die Räder bringt.

Wie ein Hecktriebler: Leichtfüßig und gut beherrschbar ist er auf allen Straßentypen unterwegs. Auf trockener Fahrbahn fährt sich der allradgetriebene SUV wie ein Hecktriebler. Über eine Lamellenkupplung kann die Drehmomentverteilung in 165 Millisekunden von über 90 Prozent Heck auf 50:50 umgestellt werden. 

Der Motor passt perfekt zu diesem großen SUV, denn er verbindet diesel-typische Power schon von unteren Drehzahlen  heraus mit günstigen Verbrauchswerten. Jaguar gibt für ihn einen kombinierten Normverbrauchswert von sechs Litern an. Während unserer Testfahrten hat sich ein Verbrauch von 9,5 Litern je 100 Kilometer ergeben. Längst müssen SUVs also keine unverantwortlichen Trinker mehr sein. 

In 6,2 Sekunden erreicht der F-Pace mit dieser Motorisierung Tempo 100. Schluss ist erst knapp oberhalb von 240 Stundenkilometern.

Selbstredend kann ein edler Jaguar kein Schnäppchen sein. Ab 43 560 Euro ist der F-Pace mit der kleinsten Motorisierung (180 PS Diesel) zu haben. Wer den im Testwagen verbauten 6-Zylinder-Diesel (ab 58 860 Euro) mit den Annehmlichkeiten kombiniert, die Jaguar in der Aufpreisliste anbietet, kommt gut und gerne auf eine Summe von über 70 000 Euro.  

Fazit: Das Design des ersten Jaguar SUV erscheint aus einem Guss. Mir gefällt dieser SUV ausgesprochen gut. Keine Schnörkel stören den Blick. Schlicht und stark steht er da. Allein das Mausgrau meines Testwagens muss ich nicht haben.