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Kia Optima Sportswagon: Ausstattung »ganz großes Kino«

25. August 2017
&copy Thomas G. Zügner&copy Thomas G. Zügner&copy Thomas G. Zügner&copy Thomas G. Zügner

Das ist wahrlich mutig von Kia: Erstmals treten die Koreaner in der Mittelklasse mit einem Kombi an. Der neue Kia Optima Sportswagon 1.7 CRDi GT Line Automatik muss sich nicht nur gegen die deutschen »Platzhirsche« bewähren, sondern auch gegen andere Importeure im Segment. Und das macht der Kombi aus Korea richtig gut.

Markentypisch trägt der Optima Sportswagon den Tigernasen-Kühlergrill. Weit in die Flanken gezogen sind die Scheinwerfer. Sportlich-elegant fließt die seitliche Fensterlinie nach hinten. Am Ende knickt sie stark nach oben, was den hintersten Dachpfosten noch wuchtiger erscheinen lässt und die Sicht nach hinten einschränkt. Zum Glück sind Parksensoren und Rückfahrkamera serienmäßig. In einem aufpreispflichtigen Technikpaket gibt es sogar eine Rundumsichtkamera, die gestochen scharfe Bilder nach vorne, hinten und aus der Vogelperspektive liefert.

 
Das Ausstattungsniveau GT Line steht dem Wagen mit den veränderten Lufteinlässen im Frontstoßfänger gut zu Gesicht. Hinten verströmen ein Diffusor und zwei große ovale Auspuffrohre sportliche Optik.

Rot: Hochwertige Materialien kennzeichnen den Innenraum. Rote Nähte am Leder von Lenkrad und Sitzen sind dem Level der Ausstattung geschuldet. Klar strukturierte Tasten und Regler ermöglichen einen hohen Bedienungskomfort. Dummerweise wird dieser aber durch eine teilweise unglückliche Anordnung zwischen den Vordersitzen und damit außerhalb des Blickfeldes des Fahrers ein Stück weit eingeschränkt. Schade ist auch, dass einige Anzeigen eine gesonderte Tastenbedienung erfordern, obwohl auf dem Display genügend Platz vorhanden wäre,­ mehrere Informationen auf einen Blick zu präsentieren.

Die fast schon fürstlichen Platzverhältnisse im Fond mit geradezu erstaunlicher Knie- und Beinfreiheit ermöglichen auch in der zweiten Reihe entspanntes Reisen. Nur der etwas ­schmale Mittelplatz lässt eine längere Tour zu dritt nicht unbedingt erstrebenswert erscheinen. Großzügig ist auch das Raumangebot des Ladeabteils. Drei einzeln klappbare Elemente der Rücksitzlehne ermöglichen eine Vergrößerung des Stauraums von 552 auf 1686 Liter. Dass dann eine minimale Schräge entsteht, stört im Alltag eigentlich nicht.

 
Für Aufsehen sorgte wiederholt die sensorgesteuerte Heckklappe. Bei abgeschlossenem Fahrzeug genügt es, sich mit dem Schlüssel in der Tasche hinter das Fahrzeug zu stellen. Nach drei Sekunden hebt sich die Laderaumtür wie von Geisterhand nach oben, ohne dass es eines mehr oder weniger ungelenken Herumhampelns mit dem Fuß unter der Stoßstange bedarf.

Schwer: Schmal ist das Motorenportfolio des neuen Kia Optima Sportswagon. Der 1,7 Liter große Turbodiesel ist der einzige Selbstzünder in der Palette. Trotz seiner 141 PS ist ihm das Fahrzeuggewicht anzumerken, das ein wenig aufs Temperament drückt. Gerade bei Überholmanövern wirkt das Aggregat etwas zäh und träge. 

Abhilfe schaffen der Kickdown und der per Knopfdruck einstellbare Sportmodus. Mit geringem Verbrauch, der im Mittelbadische Presse-­Testschnitt unter sechs Litern auf 100 Kilometer lag, und üppigem Tankvolumen von beachtlichen 70 Litern lassen sich locker Distanzen quer durch die Republik von Kiel nach Garmisch ohne Tankstopp zurücklegen.

Ein Kompromiss aus Fahrstabilität und Komfort stellt das aufpreispflichtige Adaptiv-Fahrwerk des Optima Sportswagon Automatik dar. Besonders Querfugen mag der Koreaner damit überhaupt nicht. Das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe harmoniert gut mit dem Motor. Im Testwagen fiel hin und wieder auf, dass es beim Anfahren ruckelte als ob eine Kupplung »durchrutschen« würde.

Reichhaltig: Ob serienmäßig oder zuwählbar, bei der Ausstattung ist der Fernost-Kombi »ganz großes Kino«. Von Haus aus sind Navigation, Einparkassistent, Soundsystem, automatisches Fernlicht, beheizbares Lederlenkrad, Klimaautomatik, Memoryfunktion für die Vordersitze oder LED-Lichter vorne wie hinten an Bord. Sogar der Tippblinker lässt sich auf drei, fünf oder sieben Signale einstellen. Die Kühlung der Vordersitze ist ebenso ein Aufpreis-Kreuzchen wert wie Querverkehrswarner, Spurwechselassistent oder automatische Notbremse. 

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung und 16 Ventilen
  • Hubraum: 1685 ccm
  • Leistung: 141 PS bei 4000 U/min
  • Maximales Dreh­moment: 340 Nm bei 1750 bis 2500 U/min
  • Übersetzung: 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe
  • Antrieb: Vorderradantrieb
  • Radstand: 2805 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4855/1860/1470 mm
  • Leer­gewicht: 1635 kg
  • Zulässiges Gesamt­gewicht: 2150 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 1500/
  • 750 kg
  • Wendekreis: 10,9 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 11,1 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 5,2 l/100 km; außerstädtisch: 
  • 4,2 l/100 km; insgesamt: 4,6 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 120 g/km
  • Tankinhalt: 70 Liter
  • Testverbrauch: 5,93 l Diesel/100 km
  • Preis: 39 090 Euro
Autor:
Thomas G. Zügner

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