Autotest exklusiv

Kia Rio ohne aufpreispflichtige Extras

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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02. September 2017
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Platinum Edition: Der flotte Kleinwagen aus Korea bietet mit Ausnahme einer zusätzlichen Konservierung ­eine absolute »All-inclusive-Ausstattung«.

(Bild 1/4) Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Platinum Edition: Der flotte Kleinwagen aus Korea bietet mit Ausnahme einer zusätzlichen Konservierung ­eine absolute »All-inclusive-Ausstattung«. ©Thomas G. Zügner

Rio ist nicht nur Copacabana, Zuckerhut und farbenprächtiger Karneval. Das spanische Wort für Fluss steht auch für einen koreanischen Kleinwagen. Der neue Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Platinum Edition ist das leistungsstärkste Modell der Baureihe.

Die vierte Generation des Fünftürers blieb in den äußeren Abmessungen weitgehend gleich. Die längere Motorhaube und die deutlich schmaleren hinteren Dachpfosten sorgten aber für etwas veränderte Proportionen. Der markentypisch als Tigernase modellierte Kühlergrill wurde breiter und niedriger, die Front mit den neu gezeichneten Lufteinlässen und Nebelscheinwerfern insgesamt muskulöser. Einen massiveren Eindruck hinterlässt auch die Heckpartie.

Beleuchtet: Im Innenraum haben es die Ingenieure verstanden, dem im Werk Sohari gebauten Kleinwagen aus Korea eine nicht allzu bescheiden wirkende Anmutung mit auf den Weg zu geben. So sind natürlich teilweise harte Kunststoffe an Armaturenbrett und Türen verbaut. Durch geschickte Narbung kommt jedoch erst gar kein Billig-Charakter auf. Die Schminkspiegel in den beiden Sonnenblenden können auf Tastendruck sogar beleuchtet werden. Clever gemacht: Werden diese zurückgeklappt, geht auch das Licht aus.

Mit Ausnahme des Knopfes zum Starten des Motors sind die Bedienelemente übersichtlich platziert. Für das Display zwischen den klassischen Rund­instrumenten wäre eine etwas umfangreichere Dateninformation wünschenswert, um beispielsweise für das Ablesen des Tageskilometerzählers sich nicht extra durch ein Menü hangeln zu müssen. Schade, dass die bei anderen Kia-Baureihen mögliche Programmierung des Tippblinkers auf fünf oder gar sieben Signale beim Rio nicht möglich ist.

Schmal: Für einen knapp 4,07 Meter langen Kleinwagen ist das Platzangebot recht ordentlich ausgefallen. Dies gilt im Fond des Fünftürers zumindest für zwei Personen. Denn der schmale Mittelplatz ist eher für »magersüchtige Hungerhaken« geeignet. Beim Kofferraumvolumen von 325 Litern lässt der Rio dagegen sogar den einen oder anderen Kompaktwagen blass aussehen. Wird die asymmetrisch geteilte Rücksitzlehne umgeklappt, erhöht sich der Stauraum auf 980 Liter, was schon eher im Bereich der direkten Wettbewerber liegt. Praktisch ist dabei der doppelte Laderaumboden, der in oberer Position dann für eine ebene Fläche sorgt. Im Alltag nützlich sind die drei Taschenhaken im Kofferraum.

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Diverse Verstärkungen sowie die Verwendung von mehr ultrafesten Stählen verleihen der Karosserie eine höhere Verwindungssteifigkeit. Das macht sich im Fahrbetrieb ebenso bemerkbar wie die agile und direkte Lenkung, die für Fahrspaß und gutes Handling sorgt. Dass der Kia etwas derb über Querfugen und durch tiefe Schlaglöcher rumpelt, ist möglicherweise den relativ großen 17-Zöllern der Top-Ausstattungslinie »Platinum Edition« geschuldet, in die der Hersteller »das komplette Programm« gepackt hat. 

Denn mit Ausnahme einer zusätzlichen Konservierung für Motorraum und Unterboden gibt es für den Rio 1.0 T-GDI 120 »Platinum Edition« kein einziges aufpreispflichtiges Extra. Das gilt für die ausgesprochen hübsche Lackierung in Signalrot metallic ebenso wie für Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Spurverlassenwarner, beheizbares Lederlenkrad, Rückfahrkamera, Sitzbezüge in (allerdings schweißtreibender) Ledernachbildung, Klimaautomatik, elektrisches Glasschiebedach und sogar das gut zu bedienende Navigationsgerät.

Temperamentvoll: Die Zahl 120 in der offiziellen Typenbezeichnung verrät die Leistung des nicht einmal 1,0 Liter großen Dreizylindermotors. Der direkt einspritzende Turbobenziner macht den kleinen Asiaten zum lebhaften Flitzer, auch wenn er sich sein sprühendes Temperament bei zügiger Fahrweise mit Verbrauchswerten von teilweise mehr als sieben Litern Super auf 100 Kilometer honorieren lässt. 

Drehfreude, gepaart mit Elastizität für schaltfaules Fahren ergibt ein flottes Gesamtpaket, das dem Fernost-Kleinwagen außerordent­lich gut zu Gesicht steht. Selbst wenn das Triebwerk bei schneidiger Gangart akustisch präsent ist, der oftmals laut schnatternde Dreizylinderklang bleibt stets angenehm im Hintergrund. 

Datenblatt

  • Motor: 3-Zylinder-Turbo mit Benzin-Direkteinspritzung und 12 Ventilen
  • Hubraum: 998 ccm
  • Leistung: 120 PS bei 6000 U/min
  • Maximales Dreh­­moment: 172 Nm bei 1500 bis 4000 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Vorderrad­antrieb
  • Radstand: 2580 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4065/1725/1450 mm
  • Leer­gewicht: 1160 kg
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 1620 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 1000/
  • 450 kg
  • Wendekreis: 10,2 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 10,2 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 5,6 l/100 km; außerstädtisch: 4,2 l/100 km; insgesamt: 4,7 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 107 g/km
  • Tankinhalt: 45 Liter
  • Testverbrauch: 6,73 l Super/100 km
  • Preis: 21 290 Euro

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