Mischung aus kantiger Limousine und SUV / Crossover bietet Platz für die ganze Familie

Kia Soul EV mit ökologischer Seele

Autor: 
Jan Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
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24. Februar 2018
Mit seiner Norm-Reichweite von 250 Kilometer ist der Kia Soul EV durchaus alltagstauglich.

(Bild 1/3) Mit seiner Norm-Reichweite von 250 Kilometer ist der Kia Soul EV durchaus alltagstauglich. ©Friedbert Weizenecker

Der 4,14 Meter lange Crossover Kia Soul EV scheint nach dem Facelift auf den ersten Blick eine Mischung aus kantiger Limousine und SUV. Das kubisch anmutende Design kann man mögen oder auch nicht. 

Die umfangreiche Grundausstattung des  EV-Soul macht den hell und offen gestalteten Innenraum zu einem Platz, an dem man sich wohlfühlt. Neben den (teilweise) verwendeten Bio-Kunststoffen wartet das E-Auto mit voller Ausstattung auf. Dazu gehört der acht Zoll große Touchscreen des Infotainmentsystems. Seine Navigationseinheit wird im E-Auto genauso nötig wie einige spezielle Funktionen. 

So gibt es einen »Driver only«-Knopf, der Batterie sparen will, indem er die Klimafunktionen ausschließlich auf den Fahrer abstimmt. Zusätzlich können einzelne Ladevorgänge manuell getimt werden. Hängt das Auto per mitgeliefertem Kabel an der Steckdose, besitzt die serienmäßige Klimaautomatik die Möglichkeit, den Kia eine halbe Stunde vor Start vorzukühlen oder vorzuheizen. 

Integrierte Wärmepumpe: Über den Ladestand informiert eine blau leuchtende Einheit auf dem Armaturenbrett. Die integrierte Wärmepumpe zeugt davon, dass der EV eine Öko-Seele hat. Denn sie nutzt die Abwärme der Klimaanlage zur Schonung der Batterie. 

Auch Rückfahrkamera, Sitzheizung, Bluetooth, DAB+ und Keyless-Go sind serienmäßig im E-Boot. Wer eine Batterieheizung, elektrisch anklappbare Spiegel, Nebelscheinwerfer und den automatisch abblendenden Innenspiegel zu schätzen weiß, der greift zur 1900 Euro teureren »Play«-Version. Sie kostet mindestens 31 390 Euro. Optional sind zudem gekühlte Sitze, Parkpiepser, ein Panoramadach, Teilledersitze oder die Sitzheizung hinten bestellbar.  

Beim Laden des Kia Soul gilt: Wenn sich die  Möglichkeit ergibt, sollte man ihn laden. Dafür ist neben einem Typ-1-Stecker auch ein Chademo-Anschluss vorhanden. Der eine wird für das Laden an 230-Volt-Steckdosen genutzt, der andere für Schnelllade-Stationen. 

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Die Standardladung an der Steckdose ist in weniger als sechs Stunden vollbracht (6,6 kW/bis 100 Prozent der Kapazität). Die Schnellladung dauert nur 33 Minuten (50 kW/bis 80 Prozent der Kapazität). Die Ladekabel können übrigens gut aufgeräumt in den Ablagefächern unter dem 281 Liter fassenden Kofferraum verstaut werden. 

Trotz seines mit 1,6 Tonnen hohen Gewichts und der nicht gerade rekordverdächtigen Power von 110 PS (81 kW) und 285 Newtonmeter maximalem Drehmoment macht die stufenlose Beschleunigung des E-Soul Laune. Auch wenn die 11,3 Sekunden von 0 auf 100 und die Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h es anders vermuten ließen. 

Realistische 165 Kilometer: Spaß macht auch der geringe Stromverbrauch (Normwert) des E-Soul von nur 14.3 kW/h pro 100 km. Die angegebene Reichweite von 250 Kilometern ist trotzdem kaum zu schaffen. Während meiner Wochen währenden Testphase hat sich eine realistische Reichweite von 165 Kilometern ergeben, was für die meisten Nutzungsmuster von Zweitwagen ausreichend sein dürfte. 

Gewöhnen muss man sich daran, das Laden nicht aus den Gedanken zu verlieren. Hier gilt es jede Chance zu nutzen. Ob beim Einkaufen oder während des Parkens, immer mehr Geschäfte und Parkhäuser bieten Ladestationen an, oft sogar kostenfrei. 

Ach ja: An den fehlenden Motorsound habe ich mich schnell gewöhnt und ihn kaum vermisst. Damit die nahezu lautlose Fortbewegung für Fußgänger nicht zur Gefahr wird, erzeugt der Soul EV bei der Fahrt unter 20 km/h einen künstlichen Motorsound, den man im Innenraum nicht wahrnimmt. Außerdem emittiert er ein leises Piepsen beim Rückwärtsfahren.  

Fazit: Durch seine umfangreiche Serienausstattung, die erhöhte Reichweite und das familienfreundliche Platzangebot ist der Koreaner alltagstauglich. Wer allerdings häufig weite Strecken zurücklegt und weder bei der Arbeit noch zuhause die Möglichkeit zum Laden hat, für den eignet sich der Kia Soul EV kaum. Er ist jedoch mit einem Preis von 29 490 Euro für die meisten bezahlbar. Abzüglich der 4000 Euro Förderprämie belastet er das Bankkonto dann nur noch um 25 490 Euro.

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