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Kombi mit rustikaler Optik: Audi A4 allroad quattro

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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18. März 2017
Audi A4 allroad quattro 3.0 TDI: Hochgelegter Mittelklasse-Kombi mit rustikal-sportlicher Optik und kraftvollem, aber dennoch sparsamem Antrieb.

(Bild 1/4) Audi A4 allroad quattro 3.0 TDI: Hochgelegter Mittelklasse-Kombi mit rustikal-sportlicher Optik und kraftvollem, aber dennoch sparsamem Antrieb. ©Thomas G. Zügner

Obwohl er optisch das ausdrucksstärkste Familienmitglied darstellt, besetzt der A4 allroad quattro zumindest beim Bekanntheitsgrad eher eine Nebenrolle innerhalb der Mittelklasse-Baureihe von Audi. Deren zweite Generation haben die Ingolstädter dezent optisch aufgefrischt und mit dem neuen Audi A4 allroad quattro 3.0 TDI die aus dem Vorgänger bekannte Topmotorisierung nachgeschoben.

Ableger: Die Basis für den »Sonderling« bildet der Avant. Die um 2,3 Zentimeter höher gelegte Karosserie sowie größere Räder ergeben 3,4 Zentimeter mehr Bodenfreiheit als beim herkömmlichen Kombi. Recht aggressiv wirken die vertikalen Chromlamellen im riesigen Kühlergrill. Den rustikalen Stil unterstreichen ausgestellte Radhäuser, der Unterfahrschutz sowie der silberfarbene Heckdiffusor. Für sportlich-markante Akzente sorgen die gezackten Scheinwerfer und der tief heruntergezogene Dachkantenspoiler.

Für einen 4,75 Meter langen Wagen geht es im Fond des A4 allroad quattro erstaunlich eng zu. Mit der 2,3 Zentimeter größeren Kniefreiheit wurde auch kein Raumwunder geschaffen. Die Beinfreiheit ist immerhin akzeptabel ausgefallen, der Mittelplatz dagegen fast schon eine Zumutung. 

Nicht rekordverdächtig, aber alltagstauglich ausgefallen ist das Kofferraumvolumen. Durch Vorklappen der im Verhältnis 40:20:40 geteilten Rücksitzlehne vergrößert sich das Stauabteil von 505 auf 1510 Liter. Dass dabei die Ladefläche ziemlich schräg ausfiel, hat möglicherweise auch mit der sündhaft teuren Fein­nappa-Lederausstattung zu tun, die im Mittelbadische Presse-Testwagen verbaut war. 

Serienmäßig ist die überaus praktische und komfortable Laderaumabdeckung. Öffnet sich die (ebenso serienmäßige) elektrische Heckklappe, bewegt sich auch der Sichtschutz nach oben. Ein extra Herumhantieren entfällt.

Spitze: Zurückgekehrt ist die Topmotorisierung der Baureihe. Der 2967 ccm große Sechszylinder erwirtschaftet 272 PS und wird auch in den Audi-Baureihen A6 und A7 eingesetzt. Damit erzielt der hochgelegte Mittelklasse-Kombi Fahrleistungen von Sportwagenformat. Mit 600 Nm Zugkraft, die schon bei niedrigen Drehzahlen anliegen, bewegt sich der Ingolstädter Selbstzünder ebenfalls auf einem recht exklusiven Niveau.

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Dass sich die geballte Power unter der Motorhaube nicht unbedingt in hohem Spritverbrauch niederschlagen muss, bestätigt der Bayer auf eindrucksvolle Weise. Trotz insgesamt zügiger Gangart genügten ihm im Schnitt 7,11 Liter Diesel für 100 Kilometer.

Entsprechend leichtfüßig und souverän ist der A4 allroad quattro 3.0 TDI unterwegs. Zu keiner Phase lässt er erkennen, dass er mit einem Leergewicht von rund 1,8 Tonnen ordentlich Speck auf den Rippen hat. Den Tacho sollte der Fahrer stets fest im Auge haben, denn Komfort und Laufruhe lassen schnell vergessen, wie zügig der Wagen seine Bahnen zieht.

 
Kurz ausgelegt: Erstmals in der Baureihe eingesetzt und dem Spitzen-Diesel vorbehalten ist eine Acht-Stufen-Wandlerautomatik, die auch manuelle Eingriffe möglich macht. Während die unteren Gänge sportlich-kurz ausgelegt sind, weisen die oberen Schaltstufen eine Drehzahl und Verbrauch senkende lange Abstimmung auf. 

Von besonders sparsam bis ausgesprochen dynamisch lässt sich die Fahrdynamik des A4 allroad quattro in fünf Modi programmieren. Eine sechste, individuelle Einstellung ermöglicht sogar die Ausrichtung einzelner Komponenten wie Motor, Getriebe, Dämpfer, Lenkung oder Abstandsregelung auf die persönlichen Wünsche des Fahrers.

Spurtreue: Schon der Name verrät es – natürlich ist der A4 allroad quattro mit permanentem Allradantrieb ausgestattet. Die Technik mit selbstsperrendem Mitteldifferential sorgt im Normalfall für eine Kraftverteilung von 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei Bedarf fließen bis zu 70 Prozent nach vorne oder bis zu 85 Prozent nach hinten. 

In der Praxis fährt sich der Wagen, auch wenn diese Floskel abgedroschen klingen mag, »wie auf Schienen« egal ob auf trockener oder nasser Fahrbahn. Und selbst die heftigen Böen von Sturmtief Thomas ließen den Allrad-A4 total unbeeindruckt.

Datenblatt

  • Motor: 6-Zylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung und 24 Ventilen
  • Hubraum: 2967 ccm
  • Leistung: 272 PS bei 3250 bis 4250 U/min
  • Maximales Drehmoment: 600 Nm bei 1500 bis 3000 U/min
  • Übersetzung: 8-Gang-­Automatik
  • Antrieb: Permanenter ­Allradantrieb
  • Radstand: 2818 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4750/1842/1493 mm
  • Leer­gewicht: 1805 kg
  • Zulässiges Gesamt­gewicht: 2320 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 1900/
  • 750 kg
  • Wendekreis: 11,6 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 5,5 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt)
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 5,7 l/100 km; außerstädtisch: 5,0 l/100 km; insgesamt: 5,3 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 139 g/km
  • Tankinhalt: 58 Liter
  • Testverbrauch: 7,11 l Diesel/100 km
  • Preis: 55 000 Euro

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