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Mazda MX-5 RF: ungefilterter Fahrspaß für Frischluftfans

Autor: 
Jan Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
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25. März 2017
Schicker Japan-Roadster mit Klappdach: Der neue Mazda MX-5 RF mit Blechverdeck bietet großgewachsenen Fahrern im Innenraum nur wenig Spielraum.

(Bild 1/3) Schicker Japan-Roadster mit Klappdach: Der neue Mazda MX-5 RF mit Blechverdeck bietet großgewachsenen Fahrern im Innenraum nur wenig Spielraum. ©Friedbert Weizenecker

Heckgetrieben, puristisch, bezahlbar und jetzt erstmals mit vollautomatischem Blech-Verdeck: Mazda hat mit dem MX-5 eine echte Roadster-Legende geschaffen. Beim neuen MX-5 RF muss man sich nun keine Sorgen mehr um Komfort und Ganzjahrestauglichkeit machen. Die Abkürzung RF steht übrigens für »Retracatable Fastback«, also ein elektrisch versenkbares Blech-Dach-Konzept im Targa-Design. Das Dach lässt sich auch in Fahrt (bis maximal zehn Stundenkilometer) in 13 Sekunden öffnen und verschwindet hinter den Sitzen. Erstmals wird beim MX-5 in Europa zudem ein Automatik-Getriebe angeboten.

 
Der Japaner überzeugt neben seinen guten Fahreigenschaften auch mit seinem Design. Die nach hinten geschobene Fahrerzelle, kurze Karosserieüberhänge und wohlgeformte Proportionen begeistern die Roadster-Fans. Die dreiteilige Dachkonstruktion des neuen RF-Modells verbindet die rationalen Vorteile eines Hardtops mit ansprechendem Design. Dabei zeigt der Fastback mit seiner sportlich abfallenden Dachlinie einen eigenständigen Look. 

Ein wirklicher Purist: Beim Einsteigen in das 3,91 Meter kurze und 1,73 Meter breite Cabrio wird deutlich, warum der 1045 Kilo leichte Japaner ein wirklicher Purist ist. Denn als etwa 1.88 Meter großer und mit 93 Kilo erschreckend schwerer Mann, bin ich etwa halb so lang und schleppe rund ein Zehntel seines Gewichts herum. 

Kein Wunder, dass es im Innenraum für Fahrer (und Beifahrer) recht eng wird. Kopf und Beine müssen da schon leicht eingezogen werden. Außer kleinen Fächern in der Mittelkonsole, der Armlehne und zwischen den Rücksitzen sucht man Staufächer oder gar ein Handschuhfach vergebens. Selbst im lediglich 127 Liter fassenden und im Vergleich zur Stoffdach-Version gleich großen Kofferraum, fällt es nicht leicht, zwei Handgepäck-Stücke zu verstauen. Erschwerend kommt die hohe Ladekante und der versteckte Mechanismus der Öffnung dazu. 

Das Cockpit des MX-5 RF wurde auf die Bedürfnisse des Fahrers zugeschnitten. Die Steuerung des Navigationssystem und des serienmäßigen Konnektivitätskonzepts »MZD Connect« bringt Internet-Funktionen über einen Dreh-/Drückregler in der Mittelkonsole in Kombination mit einem 7-Zoll-Touch-Display ins Auto. Der offene Japaner mit seinen serienmäßig beheizbaren Ledersitzen mit roten Ziernähten, der guten Geräuschdämmung bei geschlossenem Dach und dem Acryl-Windschott auch bei offenem Dach komfortabler als erwartet. Ich bin vom guten Schutz vor Fahrtwind angetan.

Ich fahre den 160 PS (118 kW) starken Skyactive-G 160, den einzigen auf dem deutschen Markt angebotenen Motor. Dieser 2.0-Liter Direkteinspritzer bringt maximal 200 Nm Drehmoment auf die Straße. In 7,5 Sekunden beschleunigt er auf aus dem Stand auf Tempo 100. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 215 Stundenkilometern. 

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Kerniger Sound: Der kombinierte Normverbrauch wird mit 6,6 Liter je 100 Kilometer angegeben. Diese Werte gelten für die Kombination mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe. Im erstmals im MX-5 RF angebotenen Sechsstufen-Automatikgetriebe sinkt der Verbrauch auf 6,4 Liter, aber auch der Beschleunigungswert und die Höchstgeschwindigkeit auf 8,5 Sekunden (von null auf 100) und 194 Stundenkilometer. Unabhängig vom Getriebe kommt der wohlklingend kernige Sound aus den Töpfen des Reihen-Vierzylinder-Motors. 

Fährt man den MX-5 gerät man vom direkten Ansprechverhalten des Motors, den kurzen leichtgängigen Schaltwegen und dem aggressiven Heckantrieb schnell ins Schwärmen. Eine ausgewogene Fahrmaschine für ungefilterten Fahrspaß, bei dem der Fahrer im Mittelpunkt. Die Lenkung um das etwas dünne Lenkrad erscheint präzise, das Fahrwerk stabil und die Federung nicht übertrieben hart abgestimmt. Das neue Automatikgetriebe schaltet beinahe unmerklich durch die Gang-Stufen, kann auch manuell bedient werden und verfügt über einen giftigen Sportmodus. 

Der Hecktriebler ist eine echte Drift-Maschine, im Querbereich bleibt das Cabrio gut berechenbar. Fährt man spitze Kurven unabsichtlich zu schnell an, kommt dem Reiter die Gutmütigkeit seines rutschenden Rosses stets zugute.

Fazit: Der wieselflinke Targa mit dem Go-Kart Fahrvergnügen ist schon bei den zu deutschen Mazda-Händlern zu sehen. Mit der Exklusive-Line Ausstattung kostet er mindestens 29 890 Euro. Das sind 2700 Euro mehr als für die vergleichbare Stoff-Variante.

Datenblatt

  • Motor: Reihen-4-Zylinder-Benziner, Sauger
  • Hubraum: 1998 ccm
  • Leistung: XXX 160 PS (118 kW) bei 6000 U/min
  • Maximales Drehmoment
  • Getriebe: 200 Nm bei 4600 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang Schaltgetriebe
  • Radstand: 2,70 m
  • Länge/Breite/Höhe: 3,92/1,74/1,27m
  • Leergewicht/Zuladung: 1045/250 kg
  • Anhängelast: nicht angegeben
  • Wendekreis: 10 m
  • Beschleunigung von null auf 100 km/h: 7,5 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: XXX km/h
  • Norm-Mix-Verbrauch: 6,6 bis 6,9 Liter
  • CO2-Wert: 161 g/km
  • Effizienzklasse: G (Euro 6)
  • Tankinhalt: 45 Liter
  • Preise: ab 29 890 Euro

 

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