Autotest exklusiv

Mazda6 Kombi ist ein Gefährte mit feinen Manieren

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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14. Mai 2017
Mazda6 Kombi D 150 AWD Nakama: Viel Feinschliff für den japanischen Mittelklasse-Kombi.

Mazda6 Kombi D 150 AWD Nakama: Viel Feinschliff für den japanischen Mittelklasse-Kombi. ©Thomas G. Zügner

Bereits zum zweiten Mal hat Mazda die dritte Generation des Mittelklasse-Kombi modellgepflegt. Allerdings fanden die Überarbeitungen in erster Linie unter dem Blech ihren Niederschlag. Äußerlich fielen die Veränderungen dagegen mehr als dezent aus, wie der neue Mazda6 Kombi D 150 AWD Nakama beweist. Sie beschränkten sich nämlich auf größere und zudem von vorn sichtbare LED-Blinker in den automatisch anklappbaren Außenspiegeln.

Hübsches Rot: Ein gravierender Nachteil sind die zurückhaltenden optischen Modifizierungen jedenfalls nicht. Denn das Design des Mazda6 Kombi, der die markentypische Flügelspange im Kühlergrill trägt, überzeugt nach wie vor durch eine gesunde Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit. Wiederholt lobten Passanten das Aussehen des in der aufpreispflichtigen, aber überaus vorteilhaften Sonderfarbe Rubinrot lackierten Testwagens.

Für Feinschliff sorgten die Mazda-Ingenieure im Innenraum. Dass sich die Taschen an den Rücksitzen der höhenverstellbaren und beheizbaren Vordersitze etwas wertiger anfühlen, dürfte eher nebensächlich sein. Viel wichtiger ist das veränderte dreispeichige und beheizbare Sport-Lederlenkrad, das gut in der Hand liegt.

Ein neues Layout erhielt die Instrumentenanzeige, die allerdings nicht ganz überzeugt. Die beiden Tageskilometerzähler sind nämlich nur einzeln und zudem auch ausschließlich alternativ zum Gesamtwegstreckenzähler ablesbar.

Gut gedämmt: Vom Vorgänger bekannt ist der knapp 2,2 Liter große Turbodiesel. Der in Verbindung mit Allradantrieb exklusiv der Sonderausstattungslinie Nakama vorbehaltene Direkteinspritzer mobilisiert 150 PS und bietet schon bei niedrigen Drehzahlen kraftvollen Durchzug. Eine überarbeitete Steuerung der Einspritzung sorgt für eine direktere Reaktion auf Bewegungen des Gaspedals. Kein verräterisches Nageln enttarnt akustisch den Selbstzünder, sicherlich auch eine Folge der verbesserten Geräuschdämmung durch die Verwendung entsprechender Materialien.

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Die kehlig klingende Tonlage des Dieselaggregats könnte genauso gut von einem Benziner stammen. Nur das gelegentliche leichte Ruckeln unter Teillast störte etwas den harmonischen Gesamteindruck. 

Weil der Mazda6 Kombi D 150 AWD statt der genormten 5,0 Liter Dieselöl im Testalltag rund zwei Liter mehr Kraftstoff auf 100 Kilometer konsumierte, die Allradversion im Gegensatz zu den Fronttrieblern zudem statt 62 nur 52 Liter Tankinhalt zur Verfügung stellt, reduzierte sich der Aktionsradius doch erheblich.

Dafür weist der Vierrad-Kombi, der seine Drehmomentverteilung schlupfabhängig über eine elektrisch geregelte Lamellenkupplung vornimmt, eine hervorragende Traktion auf, die auch auf nassen und damit rutschigen Straßen nicht nachlässt. Zudem spendierten die Japaner ihrer Mittelklasse-Baureihe erstmals eine ganz spezielle Fahrdynamikregelung. Durch winzige Anpassungen des Motordrehmoments werden Quer- und Lenkbeschleunigung sowie das Einlenkverhalten beeinflusst und damit Handling, Stabilität und Fahrkomfort verbessert. Das feinfühligere Verhalten nimmt der Fahrer weniger in völlig veränderten und bislang unbekannten Rückmeldungen wahr, sondern einfach in einem angenehmen und komfortablen Empfinden.

Clever gelöst: Zumindest auf den beiden äußeren Plätzen reist es sich im Fond des Kombi auch auf Langstrecken bequem. Der 522 Liter fassende Kofferraum lässt sich durch Umklappen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne auf 1664 Liter erweitern. Praktisch: Weil die Laderaumabdeckung mit Klips an die Heckklappe »angedockt« ist, muss sie nicht extra geschoben und gezogen werden.

Der japanische Begriff Nakama (die Betonung liegt auf der zweiten Silbe) steht für einen zuverlässigen Gefährten. Die gleichnamige Ausstattungslinie des Mazda6 Kombi D 150 AWD basiert auf dem Niveau Exklusive-Line und bietet darüber hinaus unter anderem neben der Lenkradheizung einen schlüssellosen Zugang und Start, zudem Rückfahrkamera, 19 statt 17 Zoll große Leichtmetallräder sowie eine Bose-Soundanlage mit elf statt nur sechs Lautsprechern. 

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung und 16 Ventilen
  • Hubraum: 2191 ccm
  • Leistung: 150 PS bei 4500 U/min
  • Maximales Drehmoment: 380 Nm bei 1800 bis 2600 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Permanenter ­Allradantrieb
  • Radstand: 2750 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4805/1840/1480 mm
  • Leer­gewicht: 1555 kg
  • Zulässiges Gesamt­gewicht: 2135 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 1600/
  • 730 kg
  • Wendekreis: 11,0 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 9,5 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 6,1 l/100 km; außerstädtisch: 4,4 l/100 km; insgesamt: 5,0 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 132 g/km
  • Tankinhalt: 52 Liter
  • Testverbrauch: 6,99 l Diesel/100 km
  • Preis: 36 590 Euro

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