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Mercedes Citan Tourer: Aus Nutzfahrzeug wird Familien-Van

Autor: 
Friedbert Weizenecker
Lesezeit 3 Minuten
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08. Juli 2017
Der Mercedes Citan Tourer ist weniger auf Schönheit, denn auf Nutzwert ausgerichtet.

(Bild 1/4) Der Mercedes Citan Tourer ist weniger auf Schönheit, denn auf Nutzwert ausgerichtet. ©Jan Weizenecker

Auf der Basis des Renault­ Kangoo entsteht der Mercedes Citan. Und weil die kleinen Nutzfahrzeuge in den letzten Jahren auch bei preisbewussten Familien beliebt sind, gibt es nun auch vom Citan mit dem »Tourer« eine Variante, die dieses Klien­tel ansprechen möchte. Ab 17 838 Euro ist der Citan Tourer mit den großen Fenstern in der »Crew«-Ausstattungslinie zu haben. Mein Testwagen in der umfangreicheren »Edition«-Line  und Außenlänge von 4,32 Metern (es gibt auch eine Variante mit 4,70 Meter), 84 kW-Benzin-Motor, Doppelkupplungsgetriebe, halb-automatischer Klimaanlage, geteiltem Panoramadach und weiteren Details kostet 25 199 Euro. 

Komfortabel und sicherer: Schon in der Basis-Ausstattung ist der Citan Tourer mit zwei Schiebtüren versehen, das macht den Familientransporter für das Ein- und Aussteigen von Passagieren besonders komfortabel und sicherer. Selbst in beengten Parksituationen entstehen keine Schäden durch öffnende Türen. Angenehm empfand ich in der 14 Tage währenden Testphase auch die hohe Sitzposition auf den bequemen Vordersitzen im Citan. Vor den umklappbaren Rücksitzen ist enorm viel Fußraum. Kinder können vor den Rücksitzen sogar stehen, denn die Außenhöhe erreicht 1,80 Meter, das werden die Kids lieben.  

Die große Heckklappe ist relativ schwer und soll an einer Schlaufe ziehend geschlossen werden. Dem Rücken tut diese wenig ergonomische Bewegung nicht gut. So lange man die Möglichkeit hat, den Stauraum in der zweiten Reihe zu nutzen, wird man es wohl vermeiden, die Klappe zu betätigen. Der Gepäckraum des Citan Tourer fällt mit 685 bis gewaltigen 3000 Litern (alle Sitze umgeklappt, maximale Ladelänge 1,73 Meter) groß aus. Werden die leicht umklappbaren Sitze aus dem Weg geräumt, bildet sich eine ebene Rückenlehnenfläche. Die maximale Anhängelast wird übrigens bei 1350 Kilo erreicht.

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Kippbar: Im Testwagen sind über den Köpfen der ersten Reihen zwei kleine Glasdächer eingebaut, die gekippt werden können. Während der Fahrt verursachen sie in geöffnetem Zustand allerdings so laute Wind- und Pfeifgeräusche, dass man sie trotz wohltuender Frischluftzufuhr gern wieder schließt. Zudem fehlt eine Möglichkeit, die Passagiere vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Das getönte Glas reicht als Schutz im Sommer kaum aus.

Der Benzin-Motor im Testfahrzeug leistet 84 kW, das reicht aus, um den kleinen Familien-Van gelassen vorwärts zu bewegen. Auf den Testfahrten hat sich im Mittel allerdings ein Verbrauch von 9,5 Litern je 100 Kilometer ergeben. Im Vergleich zum  Wert für den kombinierten Normverbrauch von 6,4 Litern (mit DCT-Automatikgetriebe) ist das ein deutlich höherer Verbrauch. Die Abstimmung des Fahrwerks geht davon aus, dass dieser Familien-Van kaum ambitioniert durch Kurven bewegt wird. Das muss bei dieser Art Auto ja nicht sein. Die Informationen über eine schlechte Straße kommen durchaus bei den Insassen an. 

Fazit: Für 25 000 Euro gibt es beim Citan Tourer »Edition« viel mobilen Nutzraum für die Familie. Dabei kann der Citan Tourer seine Herkunft aus dem Nutzwagenbereich nicht verleugnen. Verschiedene Details, die nicht auf den Preis schlagen müssten, könnten hier besser ausgeführt werden. Von einem Mercedes werden die meisten mehr erwarten, auch wenn bekannt ist, dass der Citan auf dem Renault Kangoo basiert. In der Disziplin »Familientransporter« muss sich der Citan Tourer unter anderem mit dem Dacia Dokker messen lassen, der in vergleichbarer Ausstattungslinie und 85-kW-Benzin-Motor rund die Hälfte kostet.

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