Ein normaler Kompaktwagen mit E-Antrieb, der sich locker und leicht bewegen lässt

Praxistest: Nissan Leaf mit Reichweite von 280 Kilometern

Autor: 
Friedbert Weizenecker
Lesezeit 3 Minuten
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25. August 2018
Der Nissan Leaf ist ein klassischer Kompaktwagen. Sein E-Antrieb macht den Unterschied.

(Bild 1/5) Der Nissan Leaf ist ein klassischer Kompaktwagen. Sein E-Antrieb macht den Unterschied. ©Jan Weizenecker

Nissan hat den Leaf mit Blick auf Reichweite und Ladegeschwindigkeit verbessert. Grund genug, das vergleichsweise oft verkaufte Elektro-Auto unter die Lupe zu nehmen. 

Mein Testwagen leistet maximal 150 PS und kann ein Drehmoment bis zu 320 Newtonmeter über seinen Vorderradantrieb und das stufenlose Getriebe (man braucht nicht zu schalten) auf die Straße bringen. Die dafür notwendige elektrische Energie bekommt der Leaf von einer Lithium-Ionen-Batterie, die eine Kapazität  von 40 Kilowattstunden bereit stellt. Je 100 Kilometer verbraucht der Leaf nach WLTP runde 20 Kilowattstunden. Daraus ergibt sich eine rechnerische Reichweite von etwa 280 Kilometern. Wenn die Kilowattstunde 0,25 Euro kostet, würden 100 Kilometer fünf Euro an Stromkosten verursachen. 

Mein Praxistest hat diesen Wert bestätigt. Jedoch nur, wenn man seinen »Gasfuß« zurückhalten kann. Sobald die Klimaanlage aktiviert wird, bestraft das der Bordcomputer mit einer Reduzierung der Reichweite gleich um 15 Kilometer. 

Herausforderung für die Reichweite: Bei reiner Autobahnfahrt (Vmax ist 144 km/h), sind die 280 Kilometer bei üblicher Autobahngeschwindigkeit nicht zu schaffen. Da können schon die 200 Kilometer zwischen Offenburg und Frankfurt zur Reichweitenherausforderung werden.

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Neben der Reichweite ist die Ladedauer ein wichtiges Kriterium für die Nutzer von Elek­troautos. Pauschal lässt sich das nicht sagen, denn es hängt von der verfügbaren Ladetechnik ab. An einer Haushaltssteckdose dauert es bei leerem Akku-Pack etwa 17 Stunden, bis er voll ist. Wer sich eine Wallbox (Typ 2) installieren lässt, schafft das in 8,5 Stunden – quasi über Nacht.  An einer Schnelladestation (Gleichstrom), die mit 50 kW laden kann, sind 80 Prozent des maximalen Volumens in 40 bis 60 Minuten erreicht, wenn der Akku-Satz davor noch 20 Prozent intus hatte. 

Ich denke, wer sich den Leaf für runde 40 000 Euro gönnt, der sollte unbedingt noch in die Wallbox investieren, damit er sein Auto zumindest über Nacht wieder mit der vollen Reichweite ausstatten kann. 

Was gibt es noch zu sagen: Das Fahren mit dem Leaf wird unter Last begleitet von einem hochfrequenten Pfeifen. Im Eco-Modus kommt man zwar gut vorwärts, die Dynamik, die Elektroautos üblicherweise an den Tag legen, und die Fahrspaß vermittelt, ist dann jedoch deutlich reduziert. Bei aktiviertem E-Pedal ist die Rekuperstionswirkung optimiert, dann bremst der Leaf stark ab, wenn man vom Gas geht. Daran muss man sich gewöhnen. 

Ansonsten ist er Leaf ein normaler Kompaktwagen, der sich leicht und locker bewegen lässt. Der Leaf ist aber kein »Sparmobil«. Der Testwagen war unter anderem mit einem Navi, mit einer Einpark-Automatik und mit einem Abstands­assistenten ausgestattet. 

Fazit: Auch für den Nissan Leaf gilt, was es aktuell zu rein elektrisch angetriebenen Autos zu sagen gibt: auf der kurzen Strecke funktionieren sie bestens. Darüber hinaus sollte man Reichweite, verfügbare Ladestationen und die Reisedauer gut voraus planen. Großer Vorteil der E-Autos: Sie stoßen, wo sie fahren, keine Abgase aus, in ohnehin belasteten Städten unschätzbar. 
Ob E-Autos indes – ganzheitlich betrachtet – umweltfreundlicher sind als Verbrenner, ist schwer zu sagen. Selbst Umwelt-Experten sind da uneins. Auch ich möchte mich deshalb dazu enthalten.
 

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