Autotest exklusiv

Renault Grand Scénic dCi 110 Intens mit dominanter Optik

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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08. Juli 2017
Renault Grand Scénic dCi 110 Intens: Der lange Radstand der französischen Großraumlimousine sogt für großzügige Platzverhältnisse. Das Markenlogo ist als dreidimensionaler Rhombus ausgearbeitet.

(Bild 1/4) Renault Grand Scénic dCi 110 Intens: Der lange Radstand der französischen Großraumlimousine sogt für großzügige Platzverhältnisse. Das Markenlogo ist als dreidimensionaler Rhombus ausgearbeitet. ©Thomas G. Zügner

Stattliche 22,8 Zentimeter beträgt die Längendifferenz zwischen der kompakten Großraumlimousine Renault Scénic und der dritten Generation des »gestreckten« Bruders. Der neue Renault Grand Scénic dCi 110 Intens zeigt, dass sich der Mehrpreis von 1300 Euro für die Langversion gegenüber dem kleineren Ableger durchaus lohnt.

Auch wenn der Zusatzbegriff »Grand« weder an der Heckbeschriftung noch an den Einstiegsleisten auftaucht: Alleine schon der sieben Zentimeter größere Radstand sorgt besonders im Fond für großzügige Geräumigkeit. Selbst der leicht ausgeformte Mittelplatz ist alles andere als ein Notsitz. Praktische Klapptischchen mit doppelten Halteriemchen an den Rückenlehnen der Vordersitze gehören ebenso zum serienmäßigen Family-Paket wie der höhenverstellbare Beifahrersitz und dessen umklappbare Lehne.

Verschiebbar: Auch beim Kofferraumvolumen liegt der Grand Scénic klar in Front. Das 718 Liter fassende Ladeabteil lässt sich bis auf 1901 Liter erweitern. Dazu wird die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank um 16 Zentimeter verschoben und die Lehne umgeklappt, was sogar vom Gepäckraum aus per Knopfdruck zu erledigen ist. Weil sich dabei die Sitzflächen absenken, entsteht ein topfebener Laderaumboden. Schade ist allerdings, dass die Kofferraumabdeckung nicht in einer stabilisierenden Schiene verläuft und deshalb etwas »fuddelich« zu handhaben ist.

Auffälliger und dominanter als beim Vorgänger hat Designer Laurens van den Acker das Gesicht des im nordfranzösischen Werk Douai gebauten Vans gezeichnet. Geblieben ist der plastisch modellierte Marken-Rhombus, neu die im hinteren Bereich stark ansteigende Gürtellinie, die dem Grand Scénic eine überaus dynamische Optik verleiht. Die Heckansicht nimmt sich Anleihen am Markenbruder Espace, mit dem er sich die technische Plattform ebenso teilt wie mit Talisman und Mégane.

Bunt: Eher eine nette Spielerei ist das in Darstellung und Farbe individuell konfigurierbare Digital-Rundinstrument. Wenig bedienungsfreundlich gestaltet sich die Einstellung wichtiger Parameter wie Klimatisierung, Navigation oder Radio. Das erfolgt nämlich in erster Linie über einen großen Berührungsbildschirm und dazu noch großteils über Untermenüs anstatt intuitiv mit Reglern und Tasten.

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Deutlich mehr Freude bereiten das griffige Lederlenkrad sowie nette Details wie die Verlängerungsmöglichkeit der Sonnenblenden oder der Weitwinkel-Innenspiegel. Geradezu unerschöpflich erscheinen die Ablagemöglichkeiten, für die Renault insgesamt 63 Liter Fassungsvermögen ermittelt hat.

 
Vier tiefe Fächer verstecken sich im Fahrzeugboden, um rund 30 Zentimeter lässt sich die 13 Liter fassende Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen verschieben. Etwas Vorsicht ist beim 11,5 Liter großen Handschuhfach geboten, da dieses als Schublade konzipiert ist und deshalb auf Knopfdruck den Knien des Beifahrers entgegenschnellt.

Schwer: Von drei angebotenen Dieselmotoren ist der 1461 ccm große dCi 110 der leistungsschwächste Selbstzünder. Die 110 PS haben mit den fast 1,6 Tonnen Leergewicht ein wenig Mühe. Auch wenn das Datenblatt bei 1750 Umdrehungen das Zugkraft-Maximum nennt, klaffte beim Testwagen unter 2000 Rotationen der Kurbelwelle ein spürbares Turboloch. Mit höheren Drehzahlen entwickelt der Gallier dann aber ein recht ansehnliches Temperament.

Bei flotterem Tempo lässt die Karosserie des Grand Scénic deutliche Windgeräusche vernehmen. Die großen Fensterflächen ergeben eine gute Rundumsicht. Nur die riesige und extrem schräge Windschutzscheibe, die für ein Armaturenbrett mit den Abmessungen eines ausgewachsenen Beistelltischs sorgt, schränkt die Übersicht nach vorne etwas ein. 

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung
  • Hubraum: 1461 ccm
  • Leistung: 110 PS bei 4000 U/min
  • Maximales Drehmoment: 260 Nm bei 1750 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Vorderradantrieb
  • Radstand: 2804 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4635/1866/1653 mm
  • Leer­gewicht: 1578 kg
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 2220 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 1850/
  • 750 kg
  • Wendekreis: 11,39 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 12,6 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 184 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 4,4 l/100 km; außerstädtisch: 3,8 l/100 km; insgesamt: 4,0 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 104 g/km
  • Tankinhalt: 53 Liter
  • Testverbrauch: 6,05 l Diesel/100 km
  • Preis: 28 390 Euro

 

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