Autotest exklusiv

Renault Koleos mit schier königlicher Beinfreiheit

Autor: 
Friedbert Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
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02. September 2017
Der Renault Koleos ist ein optisch überzeugendes SUV aus Frankreich.

Der Renault Koleos ist ein optisch überzeugendes SUV aus Frankreich. ©Friedbert Weizenecker

Der Renault Koleos wirbt um die Gunst der nach wie vor großen Schar von SUV-Käufern. Der neue Koleos wird im südkoreanischen Werk in Busan gebaut. Die zweite Generation möchte mit ausdrucksstarkem Design, Komfort, modernen Dieselmotoren und französischer Finesse überzeugen. Sein Einstiegspreis liegt bei 30 490 Euro. 

Wer einmal SUV gefahren ist, der möchte die erhöhte Sitzposition, und die damit verbundene bessere Übersicht kaum mehr missen. Etwas höhere Tankrechnungen werden dafür ebenso in Kauf genommen wie Nachteile bei der Parkplatzsuche im stetig dichter werdenden Stadtverkehr. Mit seiner Länge von 4,67 Metern und einer Breite von 1,84 Metern wurde der Koleos klar oberhalb von Katjar und Captur positioniert.

 
Schaltzentrale: Im Innenraum führt kein Blick am 20 Zoll (gegen Mehrpreis) großen Touchscreen-Infotainmentsystem vorbei. Es erinnert an ein quer verbautes Tablett-PC und ist gleichsam die Schaltzentrale des Koleos. Mit R-Link2 kann das Smartphone bequem gekoppelt werden. Über einen der zahlreichen USB-Anschlüsse und mit AndroidAuto oder AppleCar Play sind der Konnektivität kaum noch Grenzen gesetzt. Die dargestellten Inhalte des dreigeteilten digitalen Cockpits (hinter dem Lenkrad) können frei definiert werden. So bekommt der Fahrer stets die Informationen angezeigt, die er gerade am nötigsten braucht.

Zwar ist man bei Verarbeitungsqualität und Materialanmutung im Innenraum noch etwas von der deutschen Konkurrenz entfernt, doch mit weichem Kunststoff, hochwertigem Leder und pfiffigen Zierelementen kann man sich wohlfühlen. Der Koleos ist sich nicht zu fein, ausreichend Ablageflächen und eine Kühl- oder Heizfunktion in den Getränke-Haltern zu bieten. 

Viel Luxus: Platz gibt es im Koleos wirklich genug. Selbst im Fond bietet er schier königliche Beinfreiheit und zwei zusätzliche USB-Anschlüsse für »Prinzen« und »Prinzessinnen«. Der bis zu 1706 Liter schluckende Kofferraum nimmt übliches Urlaubsgepäck problemlos auf. Wer jetzt noch das Panorama-Glasdach und die höchste Ausstattungsvariante »Initiale Paris« ordert, der bekommt für Preise ab 44 500 Euro ne Menge Luxus. Renault bietet zudem mit Verkehrszeichenerkennung, Spurhaltefunktion, adaptivem Tempomat oder Müdigkeitserkennung bei den Assistenten modernste Technik. Auf Wunsch verbaut der französische Konzern eine dritte Sitzbank, die ihn zum Siebensitzer macht.

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Wenig Auswahl gibt es bei den Motoren. Renault Deutschland verzichtet komplett auf Benzin-Aggregate. Kunden sollen aus zwei Dieselmotoren wählen. Da ist zum einen der 130 PS leistende Motor mit 320 Newtonmetern Drehmoment und zum anderen das 177-PSAggregat mit seinem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmetern. Dieser Motor kann dann mit einem stufenlosen CVT-Getriebe kombiniert werden, das überraschend schnell schaltet und die Gummibandeffekte früherer CVT-Getriebe mit ihrer oft heulenden Soundkulisse vergessen lässt. 

Gelungner Abstimmungs-Spagat: Serienmäßig ist eine manuelle 6-Gang-Schaltung verbaut, die die Kraft des Dieselmotors an die Vorderräder lenkt. Mit dem großen kann auch ein Allradantrieb kombiniert werden. Zusammen mit den 21,3 Zentimetern Bodenfreiheit und einem Böschungswinkel von 19 Grad vorn und 26 Grad hinten will der Franzose auch im Gelände überzeugen. Auf der Straße fällt das ausgesprochen gute Fahrwerk auf. Dessen Abstimmungs-Spagat scheint gelungen, denn er wurde komfortabel, aber nicht zu weich abgestimmt. Trotz der Bauhöhe des Koleos ist Kurvenstabilität kein Thema. 

Der 2.0-Liter-Dieselmotor mit seinen 177 PS bringt den Koleos in 9,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Spitzengeschwindigkeit wird bei 201 km/h erreicht. Wer eine vorausschauende Fahrweise pflegt, der wird mit 5,8 Litern (Norm-Wert) Verbrauch klarkommen. 

Fazit: Der neue Koleos ist ein optisch ansprechendes, modernes Auto mit außergewöhnlich gutem Fahrwerk, mega-viel Raumangebot, erhabenem Fahrgefühl und einer guten Portion französischem Charme. Zur Basis-Ausstattung gehört neben einem schlüssellosen Zugang, eine Klimaautomatik, Einparkhilfe, ein Notbremsassistent, das 7,0-Zoll-Infotainment-System, LED-Tagfahrlicht und Rückleuchten. Die 44 500 Euro teure Topversion »Initiale Paris« hat außer dem Panoramadach fast alles inklusive, was man sich in einem Auto wünscht.

 

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