Neuer leistungsfähigerer Elektromotor R110 / Akkusatz kostet 8000 Euro mehr

Renault Zoe mit bis zu 300 Kilometer Reichweite

Autor: 
Friedbert Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
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23. Juni 2018
Renault Zoe R110: Das 5-Sitzer-Elektromobil trägt ein gefälliges Blechkleid mit klaren Linien.

(Bild 1/3) Renault Zoe R110: Das 5-Sitzer-Elektromobil trägt ein gefälliges Blechkleid mit klaren Linien. ©Friedbert Weizenecker

Elektroautos kommen langsam, aber sicher im Bewusstsein potenzieller Neuwagenkäufer an. Ich erlebe das, wenn ich mit meinen Nachbarn spreche. Wer an einen Zweitwagen denkt, der vor allem für kurze Strecken verwendet werden soll, der hat auch die reinen E-Mobile auf dem Zettel. Auch wenn ich meine Nachbarn, was die grundsätzliche Vorteilhaftigkeit der E-Autos für die Umwelt angeht, aus »ihren Wolkenkuckucksheimen« holen muss. Aber wer seine Umwelt lokal vor Abgasen bewahren möchte, der ist mit einem E-Auto natürlich richtig. Wer dafür bereit ist, Nachteile beim Tanken (Laden) hinzunehmen und einen höheren Preis akzeptiert, als für vergleichbare Verbrenner, der kann auf dem Markt fündig werden: zum Beispiel mit dem Renault Zoe R110.

Beachtliches Kofferraumvolumen: Das City-Elektroauto Renault Zoe ist mit seinen Maßen ein typischer Vertreter der Kompaktklasse: 4,1 Meter lang, 1,73 Meter breit, 1,56 Meter hoch und ein Radstand von 2,59 Meter. Das Kofferraum-Volumen des Fünftürers beträgt beachtliche 338 Liter. Durch Umklappen der Rückbank lässt sich das Fassungsvermögen sogar auf 1225 Liter (nach VDA-Norm) vergrößern.

Ich habe den Renault Zoe mit dem neuen, leistungsfähigeren  R110-Elektromotor und der 41-kwh-Batterie auf den Straßen rund um den Nürburgring einen Tag lang unter die Lupe genommen. Das seit diesem Jahr bestellbare E-Aggregat leistet 108 PS (80 kW). Das sind immerhin 16 PS (12 kW) mehr, als beim weiterhin angebotenen Motor R90 (Reichweite 175 km, 92 PS, 68 kW, ab 21 900 Euro). Mit der 40 kW-Lithium-Ionen-Batterie beträgt die nach dem neuen, realitätsnäheren WLTP-Prüfzyklus ermittelte Reichweite 300 Kilometer. 

Dank der Extrapower absolviert der Zoe mit R110-Aggregat die Beschleunigung von 0 auf 80 km/h in nur 7,6 Sekunden sowie von 0 auf 100 km/h in 11,4 Sekunden. Das maximale Drehmoment des R110 ist mit 225 Newtonmetern angegeben und liegt – wie bei jedem E-Antrieb – bereits beim Anfahren an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt elektronisch begrenzte 135 km/h. Der 40-kW-Akku ist unter der Kabine untergebracht, so dass der Innen- und Kofferraum uneingeschränkt zur Verfügung steht. 

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Fahrspaß auf Kosten der Reichweite: Nach meinen Testfahrten kann ich bestätigen, dass der Zoe mit der 41-kW-Batterie in Kombination mit dem 108-PS-Motor (R110) durchaus in der Lage ist, auch im Alltag eine Reichweite von 300 Kilometern zu schaffen. Wer den Gasfuß nicht zügeln möchte, muss mit rund 250 Kilometern klarkommen, hat aber mehr Fahrspaß. 

Die Batterie des ZOE lässt sich mit Ladeleistungen von 2,3 bis 22 kW versorgen, darunter auch per beschleunigter Ladung an einer 400-Volt-Drehstrom(AC)-Station. Die leere Basisbatterie kommt mit 32 Ampere Ladestrom und 22 kW Ladeleistung in nur 60 Minuten auf 80 Prozent ihrer Ladekapazität. Die 41-kW-Batterie benötigt dafür 105 Minuten. 

Separate Berechnung: Nicht glücklich bin ich mit der Preisgestaltung der Renault-Strategen für den Zoe. Denn zusätzlich zum kommunizierten Kaufpreis wird der Akku-Satz separat berechnet. Das ist, wie wenn ich bei einem Verbrenner den Motor ex­tra bezahlen muss. Wer den Akku kaufen möchte, der muss 8000 Euro zusätzlich löhnen. Wer die Akkus lieber mietet, muss monatlich ab 69 Euro für den 41 kW Akku bezahlen. 
Der Zoe kostet mit dem 41-kW-Akku und dem 108-PS-Motor ab 27 900 Euro. Mit den 8000 Euro für den Akku-Satz sind das dann in der gut ausgestatteten Limited Variante 36 000 Euro. Damit ist man sehr weit vom Preis eines vergleichbaren Verbrenners entfernt. Aber schon nah am BMW i3. Nun muss jeder für sich entscheiden, ob er diesen Mehrpreis für ein rein elektrisch betriebenes Auto bezahlen möchte. Obwohl der Preis für die elektrische Energie im Vergleich zu Diesel/Benzin günstiger ist, wird man den immensen Preisunterschied beim Kauf über die Nutzungsdauer kaum ausgleichen können.

 

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