Modellvariante 1.6 TDI Xcellence hat Technik vom kleineren Bruder Ibiza

Seat Arona gibt sich agil, spritzig und knurrig

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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15. September 2018
Seat Arona 1.6 TDI Xcellence: Spanisches Mehrzweckfahrzeug, das technisch auf dem Kleinwagen Ibiza basiert.

(Bild 1/4) Seat Arona 1.6 TDI Xcellence: Spanisches Mehrzweckfahrzeug, das technisch auf dem Kleinwagen Ibiza basiert. ©Thomas G. Zügner

Mehrzweckfahrzeuge sind derzeit der Renner, quer durch alle Größensegmente. Das gilt auch für die ganz kleinen Vertreter ihrer Art, zu der der neue Seat Arona 1.6 TDI Xcellence zählt. Zwar spricht der Hersteller von »kompakt«, doch bei einer Außenlänge von gerade einmal knapp 4,14 Metern ist das ein wenig zu hoch gegriffen. Zudem versteckt sich im Arona die Technik des Kleinwagens Ibiza, mit dem er auch im Werk Martorell nahe Barcelona gebaut wird.

Kantig: Benannt nach einer Stadt im Süden der größten Kanaren-Insel Teneriffa ist der Arona bei fast identischem Radstand um 7,9 Zentimeter länger als der Ibiza, besitzt zudem eine steilere Windschutzscheibe. Die robuste Frontpartie mit den eckigen Scheinwerfern ähnelt nicht ohne Absicht dem etwas größeren Bruder Ateca, dem das Prädikat kompakt definitiv zusteht.

Design-Direktor Alejandro Mesonero-Romanos hat dem Arona scharfe Linien auf das Blechkleid gezeichnet, die optisch Spannung und Dynamik erzeugen. Die steil ansteigende seitliche Fensterlinie endet in einem X auf dem hintersten Dachpfosten. 

Dies wirkt wie ein Brandzeichen aus dem Wilden Westen und weist auf Freiheit und Abenteuerlust hin. Diese sollte aber nicht übertrieben werden, denn Allradantrieb ist für den Arona ein Fremdwort. Für den kernig-robusten Aspekt muss ein Plastikschutz um die Radläufe und an den Seitenschwellern ebenso genügen wie der angedeutete Unterfahrschutz vorne wie hinten.

Agil: Zunächst hatte Seat für den Arona ausschließlich Benziner im Angebot. Erst mit Verspätung ist der Spanier auch mit einem Selbstzünder zu haben, der in zwei Leistungsstufen mit 95 und 115 PS zur Verfügung steht. Der schwächere 1.6 TDI macht dabei gar keine so schlechte Figur, was Temperament, Agilität, Spritzigkeit und Durchzugsvermögen angeht. Allerdings handelt es sich um einen ziemlich knurrigen Dieselmotor, dem es ein wenig an Feinschliff mangelt. 

Damit arrangiert sich der Fahrer aber leichter als mit der Schaltung, die nur fünf Gänge aufweist und deren Übersetzung nicht immer optimal ist. Bei einigen häufig genutzten Geschwindigkeitsbereichen ist eine ziemlich hochtourige Fahrweise nötig, während der nächsthöhere Gang ein untertouriges Brummen zur Folge hat.

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Geräuschvoll: Beim Fahrverhalten gibt der Arona keine Rätsel auf, auch wenn schon bei mittlerem Autobahntempo recht deutliche Windgeräusche um die Karosserie toben. Kurvenreiche Strecken bereiten keinerlei Kopfzerbrechen, sauber und agil reagiert er auf Lenkbefehle. 

Noch Luft nach oben gibt es dagegen beim Federungskomfort, der keine Zweifel an Flickschusterei im Fahrbahnbelag lässt. Besonders die Fondpassagiere klagten wiederholt auf schlechten Wegstrecken über die ruppige Gangart des kleinen Spaniers.

Auch wenn die äußeren Abmessungen eher begrenzt sind, fühlen sich die Mitfahrer keineswegs eingepfercht wie in einer Sardinenbüchse. Das gilt auch für die Passagiere in der zweiten Reihe, wo allerdings der Mittelplatz besser unbesetzt bleibt. 

Mit einem Fassungsvermögen zwischen 400 und 1280 Liter toppt der Arona den technischen Verwandten Ibiza. Wird der doppelte Gepäckraumboden in der oberen Raste positioniert, ergibt sich beim Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne eine ebene Ladefläche.

Erweiterbar: Auch wenn die Bezeichnung der Ausstattungslinie Xcellence einen entsprechend exzellenten Serienumfang erwarten lässt, bleiben durchaus noch Wünsche offen. Haltegriffe über den Türen und Kleiderhaken gibt es nicht einmal gegen Aufpreis. Sinnvolle Extras sind das ausgezeichnete Navigationsgerät, der Totwinkel-Warner und der angesichts der etwas unübersichtlichen Karosserie überaus hilfreiche Parklenkassistent samt Rückfahrkamera, die gestochen scharfe Bilder liefert. 

Von Haus aus an Bord sind Notbremse mit Fußgängererkennung bei innerstädtischen Geschwindigkeiten sowie die schlüssellose Schließ- und Startanlage. Das gilt auch für Klimaautomatik, Berganfahrhilfe und sogar für eine rot oder blau schimmernde Ambientebeleuchtung in den Vordertüren. Das ist bei Kleinwagen keineswegs alltäglich.

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel mit Common-­
  • Rail-Direkteinspritzung
  • Hubraum: 1598 ccm 
  • Leistung: 95 PS bei 2750 bis 4600 U/min
  • Maximales Dreh­moment: 250 Nm bei 1500 bis 2600 U/min 
  • Übersetzung: 5-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Vorderrad­antrieb
  • Radstand: 2566 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4138/1780/1552 mm
  • Leergewicht: 1355 kg
  • Zulässiges Gesamt­gewicht: 1800 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 1200/
  • 640 kg
  • Wendekreis: 10,6 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 11,9 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 171 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 4,9 l/100 km; außerstädtisch: 
  • 4,0 l/100 km; insgesamt: 4,3 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 113 g/km
  • Tankinhalt: 40 Liter
  • Testverbrauch: 5,33 l Diesel/100 km
  • Preis: 23 520 Euro

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