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Škoda Rapid Spaceback. solide Hausmannskost mit Pfiff

04. November 2017
&copy Thomas G. Zügner&copy Thomas G. Zügner&copy Thomas G. Zügner&copy Thomas G. Zügner

Die Lücke in der Modellpalette von Škoda zwischen dem kleinen Fabia und dem fast schon in die Mittelklasse abgedrifteten Octavia hat der Rapid gut besetzt. Optisch eher zurückhaltend retuschiert haben die Tschechen ihren Kompaktwagen. Zusätzlich spendierten sie ihm einen frischen Motor, den auch der neue Škoda Rapid Spaceback 1.0 TSI Style unter der Haube trägt.

Innerhalb der Rapid-Familie fristet zumindest in Deutschland die gut 4,48 Meter lange Stufenheck-Limousine nur ein Schattendasein. Ganz klar die Nummer eins ist der um 17,9 Zentimeter kürzere Spaceback, der hinter den Fondtüren ein weiteres Seitenfenster aufweist. Die von Škoda als Kurzheckmodell bezeichnete Variante wirkt mit der schräg abfallenden Dachlinie sportlicher als ein herkömmlicher Kombi. 

Die überarbeitete Front, die einen chromumrandeten Kühlergrill mit 19 vertikalen Lamellen trägt, erscheint durch einen schmalen Chromstreifen zwischen den modifizierten Nebelscheinwerfern breiter. In der markentypischen C-Form sind die abgedunkelten Deckgläser der Rückleuchten ausgeführt. Die fast bis zum Nummernschild verlängerte Heckscheibe ist ab der Style-Ausstattungslinie das Erkennungszeichen des Spaceback.

Nüchtern: Auch wenn ein paar Chromelemente am Drei-Speichen-Lederlenkrad, am Schalthebel und an den neu gestalteten Luftausströmern für etwas Auflockerung sorgen, ist der Innenraum des Rapid fast schon ein wenig unterkühlt ausgefallen. Die Hartplastik­teile wirken durch die feine Narbung hochwertiger als sie in Wirklichkeit sind. 

Klar gezeichnet ist die neue Grafik für das Kombiinstrument. Die Anzeigen sind fast perfekt, weil viele Daten gleichzeitig und ohne umständliches Hantieren durch irgendwelche Untermenüs abzulesen sind. Nur sollte sich die Darstellung der einzelnen Informationen auch individuell konfigurieren lassen. So ist beispielsweise die Himmelsrichtung ziemlich überflüssig, die Reichweite des Kraftstoffvorrats dagegen nicht.

Ausgedient haben im Rapid die 1,2-Liter-Benzinmotoren. Statt der Vierzylinder kommen 1,0 Liter große »Turbo-Dreitöpfer« mit Direkteinspritzung und fast identischer Leistung zum Einsatz. Der stärkere der beiden Aggregate bringt es auf 110 PS und bietet bei gleichzeitig niedrigerem Normverbrauch mit 220 Nm ein deutlich höheres Drehmoment als der Vorgänger mit 175 Nm.

Munter: Dass im Rapid Spaceback 1.0 TSI ein Zylinder weniger arbeitet, fällt im Alltagsbetrieb kaum auf. Das Aggregat schnurrt tapfer vor sich hin, unterbietet bei der Beschleunigung die Zehn-Sekunden-Grenze und knackt in der Spitze beinahe die 200er-Marke. Allerdings sind sehr hohe Geschwindigkeiten nicht unbedingt das Lieblingsrevier des Triebwerks, das dann reichlich laut gegen diese Gangart protestiert. 

Ansonsten bringt der Motor den straff gefederten Wagen zügig voran. Dabei sollten aber die Drehzahlen nicht unter die 2000er-Markierung fallen, denn dann mangelt es urplötzlich an Temperament und Zugkraft. Mit einem Testverbrauch von fast exakt sechs Litern Super auf 100 Kilometer und einem reichlich bemessenen 55-Liter-Tank sind stattliche Reichweiten möglich.

Erstaunlich großzügig geht es im Fond des im tschechischen Stammwerk Mladá Boleslav gebauten Fünftürers zu. Da das kompakte Kurzheckmodell kein richtiger Kombi ist, fällt naturgemäß auch das Kofferraumvolumen deutlich geringer aus als bei den »echten« Lastenträgern. Mit einem Stauraum zwischen 415 und 1381 Litern lässt der Rapid Spaceback aber selbst den Platzhirsch der Kompaktklasse aus Wolfsburg alt aussehen.

Eine sinnvolle Investition stellen die 150 Euro für einen variablen Laderaumboden dar. Mit ihm ergibt sich ein praktisches Unterbodenfach. Außerdem lässt er sich in angehobener Position in Schräglage fixieren und braucht nicht extra festgehalten zu werden.

Raffiniert: Das ist aber nicht das einzige pfiffige Element, mit dem der Rapid Spaceback 1.0 TSI Style aufwartet. Fast schon Klassiker bei Škoda sind der Zettelhalter an der Windschutzscheibe, der Eiskratzer in der Tankklappe, die beheizten Scheibenwaschdüsen oder die Ablage samt  Regenschirm unter dem Beifahrersitz.

Datenblatt

  • Motor: 3-Zylinder-Turbo mit Benzin-Direkteinspritzung und 12 Ventilen
  • Hubraum: 999 ccm
  • Leistung: 110 PS bei 5000 bis 5500 U/min
  • Maximales Dreh­moment: 200 Nm bei 2000 bis 3500 U/min
  • Übersetzung: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Vorderrad­antrieb
  • Radstand: 2602 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4304/1706/1459 mm
  • Leer­gewicht: 1185 kg
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 1645 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 1100/
  • 590 kg
  • Wendekreis: 10,9 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 9,8 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 5,5 l/100 km; außerstädtisch: 
  • 4,0 l/100 km; insgesamt: 4,5 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 106 g/km
  • Tankinhalt: 55 Liter
  • Testverbrauch: 5,99 l Super/100 km
  • Preis: 21 130 Euro
Autor:
Thomas G. Zügner

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