Modell-Variante 25d AWD R-Sport ist ein allradgetriebener Kombi

Sportlich elegant mit hohem Nutzwert: Jaguar XF Sportbrake

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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14. September 2018
Jaguar XF Sportbrake 25d AWD R-Sport: Fast 4,96 Meter lang ist der allradgetriebene Kombi.

(Bild 1/6) Jaguar XF Sportbrake 25d AWD R-Sport: Fast 4,96 Meter lang ist der allradgetriebene Kombi. ©Thomas G. Zügner

In der oberen Mittelklasse sind Kombis durchaus gefragt. Das erkannte auch Jaguar und schob nach einer längeren Wartepause und zwei Jahre nach der Limousine die zweite Generation des XF mit Business-Ladeabteil nach. Zur umfangreichen Modellfamilie gehört der neue Jaguar XF Sportbrake 25d AWD R-Sport.

Mit fast 4,96 Metern von Stoßfänger zu Stoßfänger ist es im Alltag gar nicht so einfach, einen passenden Parkplatz zu finden. Obwohl der Lastenträger einen Tick kürzer ausgefallen ist als der Vorgänger, wirkt der XF Sportbrake optisch deutlich länger als die mit fast identischen Abmessungen ausgestattete Limousine. Das liegt an der coupéhaften Anmutung der Linienführung, die dynamisch-sportlich den Kombi umspannt und gleichzeitig edel-elegant den Nobelcharakter des Fahrzeugs betont.

Gespentisch: Im Innenraum ist die Oberfläche der Armaturentafel mit einer Nachbildung aus Leder bezogen. Das hinterlässt einen hochwertigeren Eindruck als einige verwendete Kunststoffe. Eine Besonderheit ist der in der Mittelkonsole versenkte Drehregler für das Automatikgetriebe, der sich beim Anlassen des Motors aus seiner Ruheposition erhebt. Dann öffnen sich auch wie von Geisterhand die Klappen der beiden äußeren Lüftungsdüsen. Das zeugt ebenso vom Einfallsreichtum der Jaguar-Ingenieure wie der Startknopf für den Motor mit seinem pulsierenden Flackern, das an einen Herzschlag erinnert. 

Leider vergaßen die Briten dabei die Bereitstellung halbwegs vernünftiger Ablagemöglichkeiten. Selbst in die Türfächer passen nicht einmal Ein-Liter-Flaschen.

Der derzeit vielfach zu beobachtende Trend, Bedienung und Einstellungen mehr oder weniger ausschließlich über einen Berührungsbildschirm vorzunehmen, was in aller Regel aber stark vom Verkehrsgeschehen ablenkt, findet sich im Jaguar XF Sportbrake erfreulicherweise nicht. Ob Klima­automatik, Radioanlage oder der sehr informative Bordcomputer: Intuitiv zu erreichen sind Tasten und Schalter, ohne den Blick von der Fahrbahn nehmen zu müssen. Und für die elektrische Sonnenblende des riesigen Panorama-Glasdachs (beides kostet allerdings ­Aufpreis) genügt sogar eine fast schon arrogante Gestensteuerung vor einem Sensorfeld oberhalb des Innenspiegels.

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Großzügig: Um satte 5,1 Zentimeter ist der Radstand des XF Kombi gegenüber dem Vorgänger gewachsen. Zusammen mit der stattlichen Fahrzeuglänge dürfen deshalb ordentliche Platzverhältnisse im Innenraum erwartet werden. Dies ist auch der Fall, denn Knie- und Beinfreiheit der Fondpassagiere sind recht ordentlich ausgefallen. 

Größtes Manko aber ist der Mittelplatz in der zweiten Reihe. Hier stört der voluminöse Mitteltunnel. Zudem lässt sich die mittlere Kopfstütze nicht weit genug herausziehen.

Durchaus standesgemäßes Format weist auch der Kofferraum auf. Das Ladevolumen von 565 Litern vergrößert sich durch Umklappen der im Verhältnis 40:20:40 geteilten Rücksitzlehne auf beachtliche 1700 Liter. Dann steht zudem eine absolut pottebene Ladefläche zur Verfügung. Dass sich die Gepäckraumabdeckung mit dem Öffnen der Heckklappe selbsttätig mit anhebt, ist recht praktisch, auch wenn sie im Testwagen beim Schließen einige Male klemmte.

Gesittet: Der seidenweiche Lauf eines Sechszylinders geht dem Motor ab. Dennoch arbeitet der 2,0 Liter große Twinturbodiesel recht kultiviert. Kein knurriges Nageln ist  von dem 241 PS starken Selbstzünder zu vernehmen, dessen Leistung von 177 kW Jaguar mathematisch nicht ganz korrekt auf 240 PS abrundet. Nur wenn die achtstufige Wandlerautomatik den Direkteinspritzer partout im untertourigen Bereich hält, wird der Ton ein wenig brummig und unangenehm.

Dank 500 Nm Zugkraft schon bei niedrigen Drehzahlen hat das Triebwerk mit dem leer 1,9 Tonnen schweren Brocken erstaunlich wenig Mühe. Nochmals agiler und leichtfüßiger geht es voran, wenn die aufpreispflichtige Fahrdynamikregelung in den Dynamic-Modus gestellt ist. Der permanente Allradantrieb sorgt stets für optimale Traktion. Auch die Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung an der Hinterachse trägt zum Fahrkomfort bei.

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Twin­turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung und 16 Ventilen
  • Hubraum: 1999 ccm 
  • Leistung: 241 PS bei 4000 U/min
  • Maximales Drehmoment: 500 Nm bei 1500 U/min
  • Übersetzung: 8-Gang-­Automatik
  • Antrieb: Permanenter ­Allradantrieb
  • Radstand: 2960 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 4955/1880/1496 mm
  • Leergewicht: 1898 kg
  • Zulässiges Gesamt­gewicht: 2395 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 2000/
  • 750 kg
  • Wendekreis: 11,94 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 7,0 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 241 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 7,5 l/100 km; außerstädtisch: 4,8 l/100 km; insgesamt: 5,8 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 153 g/km
  • Tankinhalt: 66 Liter
  • Testverbrauch: 7,69 l Diesel/100 km
  • Preis: 60 040 Euro
     

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