Vefrsion 1.2 Dualjet Allgrip Comfort ist ein Mini mit Allrad

Suzuki Swift : Kleiner Wagen mit großer Technik

Autor: 
Thomas G. Zügner
Lesezeit 4 Minuten
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17. März 2018
Suzuki Swift 1.2 Dualjet Allgrip Comfort: Fünftüriger Kleinwagen punktet mit permanentem Allradantrieb.

(Bild 1/4) Suzuki Swift 1.2 Dualjet Allgrip Comfort: Fünftüriger Kleinwagen punktet mit permanentem Allradantrieb. ©Thomas G. Zügner

Das Kleinwagensegment gilt allgemein als äußerst preissensibel. Kein Wunder, dass sich das technische Angebot in den Minis dieser Welt meist in bescheidenem Rahmen bewegt. Da wird auch schon mal an technischen Heinzelmännchen gespart. Und so nützliche Dinge wie ein Allradantrieb sind bei einem Kleinwagen ohnehin so gut wie überhaupt nicht anzutreffen.

Tolle Traktion: Doch es gibt auch erfreuliche Ausnahmen wie den neuen Suzuki Swift 1.2 Dualjet Allgrip Comfort. Er kommt nämlich nicht als schnöder Fronttriebler daher. Vielmehr sorgt eine Viskokupplung für eine bedarfsgerechte Verteilung der Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse. Wo so manche sündhaft teure Luxuslimousine auf einem tief verschneiten Parkplatz oder auf einer schlammigen Wiese mit hilflos durchdrehenden Rädern festsitzt, spurt sich der kleine Japaner, der im ungarischen Esztergom vom Band rollt, scheinbar unbeirrt seinen Pfad.

Designchef Tetsuya Ozaka hat dem exakt 3,84 Meter kurzen Wagen einen reichlich großen Kühlergrill modelliert, der senkrecht im Fahrtwind steht und von Selbstbewusstsein zeugt. Schwarz lackierte Pfosten lassen das Dach scheinbar freistehend schweben. Mit einer kraftvollen Schulterpartie und großen Heckleuchten spielt der Swift den Muskelprotz. Optisch schön anzuschauen, aber in der Praxis etwas umständlich zu handhaben sind die in die hintersten Dachpfosten integrierten Griffe für die Fondtüren. Mit diesem Designkniff soll der Anschein eines Dreitürers geweckt werden.

Lahm und laut: Die Erwartungen an das kraftvolle Gehabe im Auftritt vermag der gegenüber dem Vorgänger überarbeitete Motor des Swift 1.2 Dualjet allerdings nicht so richtig erfüllen. Dem 1242 ccm großen Vierzylinder mit seinen 90 PS fehlt es einfach an der nötigen Zugkraft. Für deren Maximalwert von bescheidenen 120 Nm benötigt das Aggregat reichlich Drehzahlen, die es dann jedoch mit entsprechender Lautstärke quittiert. Das Triebwerk hat erstaunlich viel Mühe mit dem leer gerade mal eine Tonne wiegenden Gefährt. An Steigungen geht dem Swift schon bald die Puste aus.

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Immerhin mutiert die Maschine, entsprechend gefordert und malträtiert, nicht zum hemmungslosen Säufer. Das liegt wohl auch an den zwei Einspritzdüsen pro Zylinder (deshalb die Zusatzbezeichnung Dualjet). 

Stabil und sicher: Noch etwas Luft nach oben bietet das Fahrwerk des Swift. Es fühlt sich zwar im flotten Kurventanz stabil und sicher an, legt aber eine gehörige Abneigung gegen jegliche Art von Holperpisten, Querfugen und Schlaglöchern an den Tag. Nachbessern sollte der Hersteller auch bei den Anzeigen. Die beiden Rundinstrumente sind zwar sehr schön gestaltet und gut abzulesen. Beim großen Display dazwischen müssen dagegen gleich mit zwei Knöpfen zusätzliche Informationen abgerufen werden, die dann zudem auch nur alternativ angezeigt werden.

Trotz der knappen Außenabmessungen ist den Ingenieuren ein für einen Kleinwagen passables Platzangebot im Innenraum gelungen. Die Mitfahrer im Fond schwelgen zwar nicht gerade in Knie- und Beinfreiheit, fühlen sich aber auch nicht wie in eine Sardinendose gezwängt. Allerdings sollte die hintere Sitzbank maximal mit zwei Erwachsenen besetzt werden. Durch die im Verhältnis 60:40 umklappbare Rücksitzlehne erweitert sich der 265 Liter fassende Kofferraum auf 579 Liter, wenn auch dann mit einer stattlichen Stufe im Laderaumboden.

Griffig und angenehm: Bei den Assistenzsystemen zeigt sich Suzuki für den allradgetriebenen Hungaro-Japaner etwas geizig. Eine Notbremse gibt es ebenso wenig wie Spurhaltewarner, automatisches Fahrlicht, das mit der Zündung auch die Rundumbeleuchtung anschaltet, Parkpiepser oder Berganfahrhilfe. Immerhin gibt es serienmäßig Sitzheizung vorn, ein griffiges und angenehm in der Hand liegendes Lederlenkrad, Klimaanlage, Radio und sogar eine Rückfahrkamera.

Datenblatt

  • Motor: 4-Zylinder-Ben­ziner mit 16 Ventilen
  • Hubraum: 1242 ccm
  • Leistung: 90 PS bei 6000 U/min
  • Maximales Dreh­moment: 120 Nm bei 4400 U/min
  • Übersetzung: 5-Gang-Schaltgetriebe
  • Antrieb: Permanenter ­Allradantrieb
  • Radstand: 2450 mm
  • Länge/Breite/Höhe: 3840/1735/1505 mm
  • Leer­gewicht: 1025 kg
  • Zulässiges Gesamt­gewicht: 1405 kg
  • Anhängelast gebremst/ungebremst: 1000/
  • 400 kg
  • Wendekreis: 9,6 m
  • Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 12,6 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
  • Normverbrauch: innerstädtisch: 5,9 l/100 km; außerstädtisch: 
  • 3,7 l/100 km; insgesamt: 4,9 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 110 g/km
  • Tankinhalt: 37 Liter
  • Testverbrauch: 6,18 l Super/100 km
  • Preis: 17  320 Euro

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