Handball

90 Jahre Handball in Hofweier: Vom TuS zum HGW

Autor: 
Peter Schaub
Lesezeit 3 Minuten
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20. Juli 2018
Der TuS Hofweier 1976 (stehend v. l.): Physio Kurt Pietzack, Arnulf Meffle, Hans-Jürgen Schatz, Armin Emrich, Simon Schobel, Gerhard Gaiser, Wolfgang Ehrler, Trainer Vitomir Arsenijevic. Vorne v. l.: Arno Ehret, Franz Bechler, Siegfried Stöcklin, Martin Huck, Sepp Schienle, Werner Voit.

Der TuS Hofweier 1976 (stehend v. l.): Physio Kurt Pietzack, Arnulf Meffle, Hans-Jürgen Schatz, Armin Emrich, Simon Schobel, Gerhard Gaiser, Wolfgang Ehrler, Trainer Vitomir Arsenijevic. Vorne v. l.: Arno Ehret, Franz Bechler, Siegfried Stöcklin, Martin Huck, Sepp Schienle, Werner Voit. ©Archiv

Genießen heißt es am 28. Juli für die Handballfreunde. Den Auftritt des zweifachen deutschen Meisters und amtierenden Pokalsiegers Rhein-Neckar Löwen beim HGW Hofweier einfach nur genießen. Schließlich ist es fast eine halbe Ewigkeit her, als es zur Normalität zählte, dass sich absolute Ausnahmekönner in der Hohberghalle die Klinke in die Hand gaben.

Der TuS Hofweier hat den Handball nicht nur in der unmittelbaren Region entscheidend mitgeprägt. Unzählige Nationalspieler und drei Bundestrainer (Simon Schobel, Arno Ehret, Armin Emrich) haben ganz großen Anteil daran, dass der Handball sich zu den führenden Sportarten in der Ortenau zählen kann. 
Ins Leben gerufen wurde in Hofweier das Handballspiel 1928 als Abteilung im damaligen TV Hofweier. Den Platz stellte der Pächter vom Marienhof zur Verfügung, als Trainer bot sich Otto Kähni an. Unter der Bedingung, dass die Handballer auch im Gesangverein mitsangen. 

Das erste Spiel ging 1:11 verloren. Gegen wen wohl? TuS Schutterwald! Es war der Beginn einer unvergleichlichen Verbundenheit und Rivalität.

1946 folgte die Wiedergründung als Sportverein mit dem späteren Zusammenschluss zwischen Handballern und Turnern zum TuS Hofweier. Der Riedsportplatz wurde zur Heimat des Feldhandballs in Hofweier.
Schon Ende der 1950er-Jahre meldete sich der TuS Hofweier im Konzert der Großen. Dem zweimaligen Aufstieg in die Feldhandball-Oberliga, damals höchste Spielklasse, folgte aber jeweils der sofortige Abstieg. Viel wichtiger war aber der erste Erfolg in einem Punktspiel über Nachbar Schutterwald.

Ab 1970 gab dann Franz Müller als Vorsitzender die Ziele vor. Es war die Basis für das, was einmal als »Hofweierer Handballmärchen« bezeichnet werden sollte.

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1979 deutscher Vizemeister
Es folgte die imposanteste Zeit des TuS Hofweier. Aufstieg in die Hallenhandball-Bundesliga. Zweimal im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, 1979 die deutsche Vizemeisterschaft, Europapokalspiele und 1981 die deutsche Vizemeisterschaft der B-Jugend. Am 28. Juli sind sie wieder in der Hohberghalle, die Helden von damals genauso wie die B-Jugendlichen. 

Es waren Erfolge, die einen Handball-Boom in der Region auslösten. Man begrüßte sich in Hofweier nicht mit guten Tag oder Hallo. Der Gruß lautete: »Hesch ä Kart?« Der Anfeuerungsruf »Hebese« nahm von der Hohberghalle aus den Weg in die Hallen der Ortenau. 

1989 Auflösung des Gesamtvereins
1989 war das Märchen zu Ende. Der Handball hatte sich zu einer Professionalität entwickelt, die in Hofweier nicht mehr zu stemmen war. Die Folge waren Überschuldung, Konkurs und Abstieg aus der Bundesliga. Der Gesamtverein TuS Hofweier mit damals über 1500 Mitgliedern löste sich auf. Als letzte der ehemaligen Abteilungen gründeten die Handballer am 6. Juni 1989 im Saal des Gasthauses Engel den Handballverein Grün-Weiß Hofweier, kurz HGW.

Noch einmal klopften die Hofweierer Handballer bei den ganz Großen an. 1994 wurde der Aufstieg in die 2. Bundesliga nur knapp verpasst. 1995 empfing man in der 2. Pokalrunde den VfL Gummersbach. 
In den vergangenen zwei Jahrzehnten waren Mannschaften des HGW auf Ebene des Südbadischen Handballverbandes erfolgreich. 

 

Info

Karten

Für das Gastspiel der Rhein-Neckar Löwen in der Hohberghalle gibt es noch Stehplatzkarten. Die knapp 1000 Sitzplätze sind ausverkauft. Wie die Sitzplätze sind auch die Stehplätze auf den Zusatztribünen nummeriert. Karten gibt es bei Getränke Jehle in Hofweier und unter E-Mail: anita_fuchs@gmx.net.

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