Fußball-Bundesliga

Abschied ohne Emotionen vom Schwarzwald-Stadion

Autor: 
Daniela Frahm
Lesezeit 4 Minuten
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14. Mai 2021
SC-Trainer Christian Streich möchte mit seinem Team den alten und neuen deutschen Meister ärgern.

SC-Trainer Christian Streich möchte mit seinem Team den alten und neuen deutschen Meister ärgern. ©Tom Weller

Im wahrscheinlich letzten Spiel im Schwarzwald-Stadion empfängt der SC Freiburg am Samstag in der Fußball-Bundesliga den FC Bayern München. Der Lewandowski-Rekord soll verhindert werden.

Darüber, was es für ein emotionales Finale hätte sein können, mag Christian Streich gar nicht nachdenken. „Ich habe es verdrängt“, sagte der Trainer des SC Freiburg vor dem möglicherweise letzten Bundesliga-Heimspiel im Schwarzwald-Stadion (Samstag, 15.30 Uhr) gegen den FC Bayern München. „Da könnte man ein Drama draus schreiben“, findet Streich, als er in der Pressekonferenz doch mal kurz darüber sinniert, dass ausgerechnet der alte und neue deutsche Meister im leeren Stadion an der Dreisam der eventuell letzte Gast in der Bundesliga sein wird – und was für ein Fußballfest das in normalen Zeiten gewesen wäre.
Jetzt werden im Verein ­Ideen gesammelt, wie sich die Fans persönlich vom Stadion an der Schwarzwaldstraße verabschieden können, bevor es in der nächsten Saison im neuen Stadion am anderen Ende der Stadt weitergehen soll. An diesem Samstag werde es deswegen ganz bewusst keinen Abschied geben, und noch steht auch nicht fest, ob es mit dem Umzug an den Flugplatz tatsächlich bis zum August klappt. Ob vor dem letzten Heimspiel der Saison zumindest Spieler verabschiedet werden, wollte Streich nicht verraten. Der aus Mainz für eine Saison ausgeliehene Florian Müller dürfte aber auf jeden Fall ein Geschenk bekommen.

Flekken erneut im Tor

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Im Tor wird aber erneut Mark Flekken stehen, das war dem Niederländer schon vor seinem Comeback beim Auswärtssieg in Köln versprochen worden, damit er sich nach der langen verletzungsbedingten Wettkampfpause noch mal präsentieren kann. Zusammen mit seiner Abwehr soll Flekken dafür sorgen, dass Robert Lewandowski an diesem Wochenende noch nicht den Torrekord von Gerd Müller einstellt oder sogar übertrifft. 40 Treffer hat der „Bomber der Nation“ in der Bundesligasaison 1971/72 erzielt, Lewandowski bislang 39.
Und wenn es nach Streich geht, dann soll sich daran nichts ändern. „Ich würde es nicht so cool finden, wenn Robert Lewandowski den Rekord von Gerd Müller auslöscht“, sagte der SC-Coach. Er sei mit dem früheren Bayern- und Nationalmannschaftsstürmer „gewissermaßen sozialisiert worden“. Vor dem Fernseher habe er 1974 mitgefiebert, als Müller bei der WM 1974 im Finale das entscheidende Tor schoss. „Er war für uns ein Hero“, blickte er auf seine Zeit in der D-Jugend zurück, in der er gerne das Trikot mit der Nummer 13 getragen habe, wie Müller bei der Nationalmannschaft. Lewandowski solle im letzten Heimspiel der Bayern gegen Augsburg noch ein Tor machen, „dann reicht‘s, er hat ja genug Titel, und dann soll er den Rekord mit Gerd Müller teilen – so wäre es mir am liebsten“. Streich ist aber klar, dass den Polen das wahrscheinlich „nicht interessieren wird“.

Mini-Chance auf Europa

Seine Mannschaft hat aber nicht nur den Ehrgeiz, Lewandowski zu stoppen, sie will auch die Minimalchance auf die Qualifikation zur neu geschaffenen Conference League wahren und dem Meister noch mal ein Bein stellen. „Gegen Bayern sind die Spieler per se motiviert, das ist immer etwas Besonderes“, weiß Streich. Zusätzlich müsse er da nicht mehr aktiv werden. Und im Training werden sich auch genügend Spieler angeboten haben, die unbedingt dabei sein wollen. Schließlich ist die Personalsituation weiterhin äußerst komfortabel, da alle fit sind und keiner gesperrt ist.
Über die fünf Wechseloptionen in dieser Saison ist er nicht nur deshalb froh, er sieht auch einen sehr anstrengenden Samstagnachmittag auf sein Team zukommen gegen Bayern, die sich zuletzt in „herausragender Verfassung“ präsentiert hätten. „Wir müssen bereit sein, uns echt zu quälen uns zu zerreißen“, sagte Streich, „und wenn‘s auch mal Atemnot gibt, muss es weiter gehen.“ Mit welcher Aufstellung und welcher Taktik er seine Mannschaft gegen die Bayern aufs Feld schicken wird, darüber habe er mit seinem Trainerteam länger nachgedacht. Erst am Freitagvormittag sei die Entscheidung gefallen, „aber das werde ich natürlich nicht verraten“, erklärte der SC-Coach mit verschmitztem Lächeln.

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