Special Olympics Weltspiele in Abu Dhabi und Dubai

Acherner Hannes Maier als Mitarbeiter des SOD aktiv

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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20. April 2019

Der Acherner Hannes Maier mit deutschen Sportlern beim Einmarsch der Nationen im Rahmen der Special Olympics Weltspiele in Abu Dhabi. ©Privat

Ein Mega-Sportereignis fand im März in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. An den Special Olympics Weltspielen nahmen rund 7000 Sportler aus 190 nationalen Verbänden teil. 500000 Zuschauer und 2000 Journalisten und Fotografen erlebten die Wettkämpfe in 24 Sportarten in Abu Dhabi und Dubai. Mittendrin war der Acherner Hannes Maier als Mitarbeiter von Special Olympics Deutschland (SOD).
 

»Ich hatte die Aufgabe, über die Spiele auf Social-Media-Kanälen und auf der Internetseite zu berichten«, erzählt er nach der Rückkehr an seinen Arbeitsplatz in der Bundeshauptstadt. Er habe die Einsätze von zwei Fotografen koordiniert, Videos gedreht und deutsche Athleten interviewt. Einige seiner Beiträge wurden von der ARD Sportschau und dem ZDF Mittagsmagazin gesendet. Mit Facebook erreichte er 920 000 Menschen, die Zahl der »Gefällt mir«-Klicks auf Facebook stieg in dieser Zeit um 2000 auf 17 000 Personen.

Gute Vorzeichen

Sport von und mit Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung werde durch die Special Olympics immer bekannter, freut sich Hannes Maier. Die Sportler würden als Persönlichkeiten wahrgenommen und ihre Leistungen gewürdigt. Das seien gute Vorzeichen für die nächsten Weltspiele, die 2023 in Berlin ausgetragen und von Special Olympics Deutschland ausgerichtet werden.
»Der Sport und die Erfolge geben den Athleten Mut und Selbstbewusstsein«, weiß der ehemalige Fußballer des SV Oberachern. In den Vereinigen Arabischen Emiraten seien die Behindertensportler ganz im Mittelpunkt gestanden: mit Werbung auf Wolkenkratzern, Bussen und Taxis und sogar auf Supermarkttüten. Das Fernsehen habe dort acht Stunden täglich live von den Wettkämpfen berichtet und die Menschen seien den Sportlern freundlich und offen begegnet. Die Sportstätten – als Mittelpunkt das Messezentrum in Abu Dhabi – seien optimal ausgestattet gewesen, genau wie im Profisport.

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»Jahr der Toleranz«

In dem arabischen Land wurde 2019 zum »Jahr der Toleranz« ausgerufen. Und die Ungezwungenheit von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung habe für ein sehr gutes internationales Miteinander gesorgt, hat Hannes Maier beobachtet: »Menschen aus dem Irak haben neben Menschen aus den USA getanzt, Menschen aus Israel neben Sportlern aus Palästina. Herrlich!« Höhepunkte seien die Emotionen bei den Feiern zur Eröffnung und zum Abschluss der Spiele gewesen.
Immer wieder habe ihn beeindruckt, wie die Athleten sich bei den Siegerehrungen freuten – auch über zweite, dritte, vierte oder fünfte Plätze: »Ein sehr schöner Kontrast zur Erfolgszerfressenheit im Leistungssport.« Laut dem Bundesgeschäftsführer von Special Olympics Deutschland, Sven Albrecht, waren es die »inklusivsten Weltspiele in der 50-jährigen Geschichte von Special Olympics.« Was bedeuten soll, dass nie so viele Wettkämpfe mit Teams aus behinderten und nicht-behinderten Sportlern stattfanden.

118 Medaillengewinner

163 Deutsche waren bei den Weltspielen in Abu Dhabi am Start. Sie errangen 118 Medaillen, davon 41 in Gold, 47 in Silber und 30 in Bronze. Aus der Region waren keine Sportler dabei. Das könnte sich bis zum den Weltspielen 2023 in Berlin ändern, wenn Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung die Gelegenheit bekommen, in Sportvereinen regelmäßig zu trainieren. Mit gutem Beispiel voran gehen hier der LBV Achern, die Tischtennis-Gemeinschaft Achern, das Karate-Team Achern, das Team Bananenflanke Ortenau und der Bühler Boule-Club.

Stichwort

Heimkehr

Nach eineinhalb Jahren Erfahrungen sammeln bei Special Olympics Deutschland in Berlin kehrt Hannes Maier im Sommer zurück in seine badische Heimat. »Die Großstadt passt auf Dauer nicht zu mir«, hat er festgestellt und seine Stelle in der Kommunikation der Bundesgeschäftsstelle von SOD gekündigt. 
Fasziniert vom Sport und von Menschen mit Behinderung ist der 31-Jährige weiterhin. Er sucht nach eine neuen beruflichen Herausforderung in diesem Bereich. Sicher ist bereits, dass er am 1. Juli als Fußball-Trainer des FSV Kappelrodeck-Waldulm anfangen wird.

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