Handball

Ariane Pfundstein auf bestem Weg zu ihrem ersten Länderspiel

Autor: 
Moritz Hirn
Lesezeit 4 Minuten
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17. November 2020

Ariane Pfundstein (Mitte) ist bereit für „harte Schlachten“ am Kreis. ©Marco Schreiber

Die 16-jährige Handballerin aus Elgersweier ist derzeit bei einem Lehrgang der U18-Nationalmannschaft und der Kreis die ideale Position für die Tochter des Zeller Bürgermeisters Günter Pfundstein.

Im Nachhinein war die Entscheidung von Trainer Oliver Schmeyer goldrichtig. „Er hat gesagt, dass er mich an den Kreis stellen möchte, weil er da viel Potenzial sieht“, erzählt Ariane Pfundstein von ihren Anfängen als Handballerin bei der JSG ZEGO, der Jugendkooperation der Vereine aus Zunsweier, Elgersweier, Gengenbach und Ohlsbach. Nachdem sie im Kindergartenalter meist „im Tor rumgetanzt“ ist, wollte sie später „eigentlich immer auf Außen spielen“. Mit der bis dato ungewohnten Situation musste sich die mittlerweile 16-Jährige erst anfreunden, „aber das hat nicht lange gedauert“, sagt Pfundstein und grinst.

Folgenschwerer Positionswechsel

Was diesen folgenschweren Positionswechsel angeht, hat die junge Frau aus Elgersweier, die seit gut anderthalb Jahren bei der SG Steinbach/Kappelwindeck spielt, in der Tat gut lachen. Schließlich gehört die Tochter des Zeller Bürgermeisters Günter Pfundstein auch dank der Überzeugungskraft von Ex-Trainer Schmeyer mittlerweile zu den besten Handballerinnen ihres Jahrgangs in Deutschland. Das hat die Kreisläuferin sogar schriftlich – in Form einer erneuten Einladung zur U-18-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbunds (DHB). Nach dem Lehrgang vor rund einem Monat in Kienbaum trainieren die hoffnungsvollsten Nachwuchstalente unter Bundestrainer Gino Smits seit Montag in der Bundeswehr-Sportschule in Warendorf. Mittendrin: Ariane Pfundstein.

In der Mitte – das ist genau die Position, die auch Arnold Manz, Pfundsteins aktueller Trainer im Drittliga-Team sowie der Jugendbundesliga-Mannschaft der Rebland-SG, für seinen Schützling prädestiniert hält: „Von ihrer Konstitution wäre sie die ideale Rückraumspielerin, aber auf dieser Position wäre sie nicht dort gelandet, wo sie heute ist“, sagt Manz und lobt Pfundsteins Bereitschaft, sich auf harte Schlachten im Mittelblock und den zermürbenden Nahkampf vor dem Tor einzulassen: „Ariane ist intelligent genug zu sehen, dass der Kreis für sie von Vorteil ist.“

Einsatzzeiten in der 3. Liga

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Ihren Anfang nahm Pfundsteins Karriere im Kindergarten in Elgersweier. Dort wurde als sportliche Aktivität auch Handball angeboten. Weil auch ihre ältere Schwester bereits dem Ball hinterherjagte, machte auch die kleine Ariane, die von ihren Teamkolleginnen nur „Ari“ genannt wird, mit. „Das hat mir ganz gut gefallen, deshalb bin ich dabei geblieben“, sagt die Gymnasiastin, die sich offensichtlich ziemlich gut angestellt hat beim Fangen und Werfen des kleinen Balls. So gut auf jeden Fall, dass sie es in Südbadens Auswahl schaffte und ambitioniertere Vereine bei ihr anklopften. Siggi Oser lotste sie in der B-Jugend dann zur Rebland-SG, wo die 16-Jährige mittlerweile unter ihrem Ex-Auswahltrainer Manz bis zu viermal in der Woche trainiert. „Das war die richtige Entscheidung“, blickt Pfundstein, die Jannik Kohlbacher und Hendrik Pekeler als Vorbilder nennt, zurück, unter anderem weil sie sich bei der SG nicht nur in der Jugendbundesliga mit hochkarätigen Altersgenossinnen messen kann, sondern auch Einsatzzeiten in der 3. Liga erhält.

An ihre Premiere bei den Seniorinnen kann sich Pfundstein noch sehr gut erinnern: 12. Oktober 2019, Derby vor mehr als 300 Zuschauern in der Bühler Großsporthalle gegen die TG Pforzheim. Das damals erst 15-jährige Küken „war arg nervös“. Das äußerte sich auch derart, dass Pfundstein exakt 56 Sekunden nach ihrer Einwechslung eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam. „Danach lief es dann besser“, schmunzelt Pfundstein, die in der Folge im Mittelblock half, den Heimsieg zu sichern.

Bereits fünfter Lehrgang beim DHB

Das handballerische „Highlight“, so sagt die Teenagerin, war die DHB-Sichtung im Frühjahr 2019. Dort spielte sich die 1,78 Meter große Rechtshänderin als beste Kreisläuferin in den nationalen Fokus und schaffte es als einzige Spielerin der südbadischen Auswahl ins All-Star-Team. Der derzeit laufende Lehrgang ist bereits ihr fünfter. Das primäre Ziel ist ein erstes Länderspiel, wozu es coronabedingt bisher noch nicht kam. Auch die EM in Montenegro im nächsten Jahr hat Pfundstein im Blick. Das ist ihr allemal zuzutrauen, so Arnold Manz: „Wenn man als 16-Jährige schon in der 3. Liga spielt, ist klar, wohin die Reise geht“. Auch die Protagonistin selbst träumt davon, „irgendwann in der ersten Liga zu spielen, wie zeitnah das sein wird, kann ich aber noch nicht sagen“. Die Ziele sind derzeit ohnehin andere: „In der Jugendbundesliga wollen wir so weit kommen wie möglich, in der 3.  Liga peile ich mehr Spielanteile an. Ich will mich beweisen.“

Auch Manz, der Pfundsteins Willen und ihre körperliche Präsenz lobt, sagt, „dass sie erst mal zur Stammspielerin reifen“ muss. Verbesserungspotenzial sieht er in erster Linie in Sachen Schnelligkeit, „einem noch dickeren Nervenkostüm“ und im Zweikampfverhalten vor der Hütte: „Da ist sie – wie alle unsere Kreisläuferinnen – noch viel zu brav.“ Das wiederum lässt sich meist recht schnell ändern.

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