Buchtipp

Corona und Muhammad Ali sind schuld

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22. Juli 2021
Oskar Beck war 19 Jahre lang Kolumnist der Mittelbadischen Presse.

(Bild 1/2) Oskar Beck war 19 Jahre lang Kolumnist der Mittelbadischen Presse. ©Ulrich Marx

Oskar Beck, Edelfeder des deutschen Sportjournalismus, hat Geschichten über 50 Jahre Sport geschrieben.

Schuld sind in diesem Fall zwei: das Corona-Virus und Muhammad Ali. Wie viele andere Menschen hat auch Oskar Beck, die Edelfeder des deutschen Sportjournalismus, während der Pandemie Zeit und Muse gefunden, ein Buch zu schreiben, das jetzt auf dem Markt ist.

Der 71 Jahre alte Schwabe aus dem Remstal, der 19 Jahre lang Kolumnist der Mittelbadischen Presse war, nimmt den Leser in 95 Begegungen mit auf eine Zeitreise des Sports und beschreibt schillernde Persönlichkeiten von Pele über Franz Beckenbauer und Maradona bis zu Boris Becker oder Steffi Graf. Beck erzählt aber auch berührende Schicksale wie die des verunglückten Handballers „Jo“ Deckarm oder des Fechters Matthias Behr, der sich wegen einer Depression das Leben nehmen wollte.

428 Seiten Unterhaltung

Das Produkt ist geballte, augenzwinkernde Unterhaltung auf 428 Seiten. Ein „Musthave“ für alle Genießer des Sports, die auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist mögen.
„Und alles wegen Ali“ heißt das Werk deshalb, weil die Box-Legende Muhammad Ali ganz und gar unabsichtlich Becks Weg in den Journalismus ebnete. Nach einem abgebrochenen Studium an der Pädagogischen Hochschule marschierte er 1971 in die Redaktion der „Waiblinger Kreiszeitung“, klopfte an die Tür des Chefredakteurs und sagte: „Ich möchte Journalist werden.“
„Schreiben Sie doch einfach mal eine Geschichte auf“, bekam Beck zur Antwort. Er tippte was über Ali in seine Schreibmaschine und wurde vom Fleck weg engagiert.

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1976 wechselte Beck zu den Stuttgarter Nachrichten und war von 1980 bis 1987 deren Sport-Ressortleiter. Danach wurde ihm die Redaktionsstube zu eng. Beck lebte sein Talent und sein schier unerschöpfliches Repertoire an Vergleichen und Erzählkunst als frei schaffender Autor aus für Blätter wie SPORTS, „Hörzu“, „Welt“ und „Basler Zeitung“. Seit dem legendären Hans Blickensdörfer („Die Baskenmütze“) hat der deutsche Sportjournalismus keinen solchen Formulierungskünstler mehr hervorgebracht.
Beck wurde mit Zweitwohnsitz in Miami/Florida auch ein profunder Kenner des US-Sports. Er saß mit Alis Trainer Angelo Dundee im Wartezimmer eines Ohrenarztes und er beobachtete an Ostern 2014, wie unser späterer WM-Held Bastian Schweinsteiger mit einer Schiene am verletzten Knie auf der kargen Stahlrohrtribüne eines Nebenplatzes der Tennis-Anlage von Key Biscayne saß, das Baseballcap tief ins Gesicht gezogen.

"Schweini" auf der Tribüne

„Schweini“ unterstützte seine neue Freundin Ana Ivanovic in deren Zweitrundenmatch. Was den fußballfernen Amerikanern überhaupt nicht ins Auge sprang. Denn, so schreibt Beck: „Wenn ein Versehrter mit einer Schiene am Knie auf der Tennis-Tribüne sitzt und eine Serbin anfeuert, halten ihn die Amerikaner vermutlich für einen Veteran aus dem Balkankrieg.“

Als zehnfacher Teilnehmer an Fußball-Weltmeisterschaften war Beck auch 1982 in Spanien Augenzeuge der „Schande von Gijon“, als sich Deutschland und Spanien im Rahmen eines Spielverweigerungspaktes auf einen 1:0-Sieg der DFB-Elf einigten, der beide ins Achtelfinale brachte. Allein der „Ösi“ Walter „Schoko“ Schachner schien davon nichts mitbekommen zu haben. Jedenfalls schoss er knallhart aufs deutsche Tor. Worauf ihn, so Beck, sein Mitspieler Hans Krankl anfauchte: „Schoko, wannsd’ dös no amol mochst...“

Unzählige Preise

Oskar Beck wurde für seine Texte und Kolumnen mit unzähligen Journalistenpreisen belohnt. Die wertvollste Auszeichnung ist für ihn allerdings eine ganz andere. Im Buch „Mensch, VfB“ hat ihm sein Heimatclub bescheinigt, dass ihn der frühere VfB- und DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder wegen seines pointierten und unbequemen Schreibstils für die journalistische „Stradivari unter den Arschgeigen“ hielt.

Info

"Und alles wegen Ali"

Oskar Beck „Und alles wegen Ali“ – Geschichten zu 50 Jahre Sport, 428 Seiten, 29 Euro, Edition Debuts.

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