Lokalsport

Die unbekannte deutsche Meisterin

Autor: 
Michaela Quarti
Lesezeit 2 Minuten
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09. Juli 2003
Sie ist zweifache deutsche Meisterin, doch so richtig bekannt ist Daniela Groß nur in ihrem Heimatort Zell-Weierbach. Denn der Sport der 18-Jährigen ist für die Allgemeinheit eher unpopulär: Prellball.
Offenburg. Prellball? »Klar, haben wir früher in der Schule gespielt.« Immer wieder bekommt Daniela Groß das zu hören. Nur - in der Regel stimmt`s gar nicht. »Prellball wird immer wieder mit Brennball verwechselt«, weiß die Blondine, die es mit ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung zweimal schon zu höchsten sportlichen Ehren gebracht hat. »Ein Hallenspiel mit einem Hohlball auf einem 9x16-m-Spielfeld«, bezeichnet der Sport-Brockhaus Prellball, Daniela Groß ergänzt: »Höchstens vier, mindestens drei Spieler bilden eine Mannschaft, dazu gibt es zwei Auswechselspieler. Der Ball muss über eine 30 Zentimeter hohe Leine ins gegnerische Feld geschlagen werden.« Grundsätzlich ähnelt das Spiel dem Faustball - mit einem entscheidenden Unterschied: Beim Faustball wird von unten geschlagen, beim Prellball wird nach unten geschlagen. Ein Sport, der sich seit rund 15 Jahren in Zell-Weierbach großer Beliebtheit erfreut. Vom Virus ist auch Daniela Groß infiziert und richtig gut geworden. Auf der Mitteposition spielt sie und ist damit - wie fast in jedem Mannschaftssport - Dreh- und Angelpunkt. »Die Mitte«, sagt sie, »muss alles machen: annehmen, stellen, schlagen.« Auch deshalb winkt sie müde ab, wenn sie wieder mal abfällige Bemerkungen über ihren Sport hört. »Spätestens wenn die Leute mal ein Prellballspiel gesehen haben, belächeln sie uns nicht mehr«, hat sie die Erfahrung gelehrt. Trotz Popularität hat aber auch der TVZ bisweilen personelle Probleme. So kommt`s, dass 2002 drei Zeller Mädels, Daniela Groß inklusive, mit dem TV Eberbach bei Heidelberg eine Spielgemeinschaft eingegangen sind und prompt deutscher Jugendmeister wurden. In diesem Jahr konnte das Team den Titel wiederholen, allerdings war aus dem Offenburger Weinort nur noch Daniela Groß dabei. Und die verspricht einen langen Atem: »Ich spiele, so lange ich Spaß habe.« Jetzt geht`s sogar in die Frauen-Bundesliga, dann sind auch 150 Kilometer von Offenburg nach Eberbach für die Schülerin des Wirtschaftsgymnasiums (elfte Klasse) kein Hindernis. Trainiert wird weiterhin in Zell-Weierbach, und da gilt das Motto: Eine Frau allein unter Männern. Aber auch das ist für die 18-Jährige kein wirkliches Problem. »Ich bin da reingewachsen. Mit Männern trainiere ich schon seit ich zwölf Jahre alt bin«, sagt Daniela Groß und weiß den Vorteil durchaus zu schätzen: »Die probieren einiges aus. Ich kann lernen und gut mithalten.« Und das kommt ihr durchaus in den Spielen zugute.

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