Lokalsport

Ein Ex-Offenburger sorgt für Furore

Autor: 
Uwe Rogowski
Lesezeit 4 Minuten
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13. Oktober 2012

Es gibt beim SC Freiburg einige Spieler, die im Fokus stehen: Cedric Makia­di etwa oder Daniel Caligiuri. Dabei ist es längst an der Zeit, einem früheren Offenburger mehr Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen: Jonathan Schmid (Bild).

Eine böse Unterstellung wäre es, zu behaupten, dass Schmid seinem Kapitän den Ball geklaut hat. Julian Schuster hätte den Freistoß in der 16. Minute gegen Nürnberg (3:0) selbstverständlich gerne selbst ausgeführt, er gilt ja als Fachmann für ruhende Bälle. Doch Schmid hat sich den gleichen Ruf erarbeitet, Schuster muss sich neuerdings arrangieren. »Wir haben uns geeinigt«, sagt Schmid verschmitzt. Er war es, der geschossen hatte. Sein Standing ist gewachsen, das spürt er und er kann es auch nachlesen: In dieser Saison verpasste Schmid bislang nur acht Minuten Spielzeit. Fast ein Jahr ist es her, dass der dynamische Flügelspieler mit der kecken Frisur nicht in der Startelf stand. »Das macht mich ein bisschen stolz«, sagt er.

Diese bemerkenswerte Serie findet wohl auch deshalb wenig Beachtung, weil Schmids Torquote übersichtlich ist (30 Bundesligaspiele/2 Tore) und auch, weil er kein Wortführer ist. Interviews gibt er selten, dabei wäre Schmids knuffiger französischer Akzent sogar fernsehtauglich. Das kommt vielleicht alles noch, vielleicht auch nicht, für sein Spiel ist es unerheblich. Vorerst arbeitet Schmid an seinen Stärken und versucht Schwächen zu minimieren. »Ich muss vor dem Tor noch mehr Überzeugung haben und konsequenter in die Zweikämpfe gehen«, sagt er.

Trainer Christian Streich kennt Schmids Qualitäten, er begleitet ihn seit Jahren. In der Regionalligamannschaft (61 Spiele/12 Tore) war der 22-Jährige unumstittener Schnippelexperte bei Freistößen, das weiß Streich. Und der heutige Cheftrainer war es ja auch, der Schmid vom Offenburger FV in das SC-Internat holte, nachdem er ihn beim Bundesligaspiel gegen den OFV gesehen hatte. »Ein Freund hat mich gefragt, ob ich nicht nach Offenburg kommen will, weil dort ein Offensivspieler gesucht wurde«, erinnert sich der gebürtige Straßburger an das Jahr 2008, in dem er zehn Spiele für die U 19 des damaligen OFV-Trainers Christoph Wetzel bestritt. Nach dem Abstieg zog es ihn rheinabwärts. Schmid wurde mit Streich, Oliver Baumann und Oliver Sorg DFB-Pokalsieger der A-Jugend. Im Februar 2011 unterschrieb er einen Profivertrag, der zwar ausläuft, im Winter aber verlängert werden dürfte.

Denn es steht nicht zu erwarten, dass man in Freiburg plötzlich Tomaten auf den Augen hat. Sportlich ist Schmid auf dem Weg, sich zu einem sogenannten fertigen Spieler zu entwickeln. Seinem sportlichen Leitbild Franck Ribery eifert er vermutlich nicht gewollt nach, doch es gibt durchaus optische Parallelen, wenn er mit seinen grandios beschleunigten Antritten, oft diagonal auf die Viererkette zu, die Gegner vor Probleme stellt. Der Fan von Paris Saint-German ist neben Caligiuri der schnellste im Team, das beweisen regelmäßige Lichtschrankentests. Fast alle seine Aktionen sind von Tempo geprägt, im modernen Fußball ein enormer Pluspunkt. Schmid kann sogar Abwehr, doch ist er inzwischen weiter vorne ein oft gesuchter Anspielspartner und glänzt als Zuarbeiter für die Verwerter in vorderster Linie.

Unter anderem diesem Umstand war es zu verdanken, dass gegen Nürnberg die Führung glückte. Schmid leitete mit einer gut justierten Flanke auf Erik Jendrisek das 1:0 ein. Sein Spiel wirkt reifer, zielstrebiger, nicht mehr so verschnörkelt wie noch im Frühjahr 2011, als er sich über die »Zweite« hatte anbieten müssen.

Vielleicht hat ihm seine Herkunft geholfen, sich durchzusetzen. Schmid wurde im Straßburger Problembezirk Neuhof sozialisiert. »Dort ist es ein bisschen gefährlich. Ich bin aber immer gut durchgekommen«, sagt Schmid, der einen österreichischen Vater hat und seit ein paar Monaten auch einen Pass des Nachbarlandes besitzt. Mit der U 21 gab es Kontakt, doch zeitnah darf er sogar mit einer Offerte der A-Nationalmannschaft der Alpenrepublik rechnen.

Dem Team von Marcel Koller würde er gut tun, doch Ansprüche sendet er keine. Schmid ist ein freundlicher, ruhiger Zeitgenosse. Dass er verbal über die Stränge schlägt ist ausgeschlossen. Die Gefahr droht in Freiburg ohnehin kaum, weil der Verein auch einzelne Sätze der Profis vor Veröffentlichung absegnen will. Doch was sollte er im Moment auch sagen? Schmid kann es aus sportlicher Sicht nicht besser ergehen als derzeit.

Es gibt beim SC Freiburg einige Spieler, die im Fokus stehen: Cedric Makia­di etwa oder Daniel Caligiuri. Dabei ist es längst an der Zeit, einem früheren Offenburger mehr Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen: Jonathan Schmid (Bild).

Eine böse Unterstellung wäre es, zu behaupten, dass Schmid seinem Kapitän den Ball geklaut hat. Julian Schuster hätte den Freistoß in der 16. Minute gegen Nürnberg (3:0) selbstverständlich gerne selbst ausgeführt, er gilt ja als Fachmann für ruhende Bälle. Doch Schmid hat sich den gleichen Ruf erarbeitet, Schuster muss sich neuerdings arrangieren. »Wir haben uns geeinigt«, sagt Schmid verschmitzt. Er war es, der geschossen hatte. Sein Standing ist gewachsen, das spürt er und er kann es auch nachlesen: In dieser Saison verpasste Schmid bislang nur acht Minuten Spielzeit. Fast ein Jahr ist es her, dass der dynamische Flügelspieler mit der kecken Frisur nicht in der Startelf stand. »Das macht mich ein bisschen stolz«, sagt er.

Diese bemerkenswerte Serie findet wohl auch deshalb wenig Beachtung, weil Schmids Torquote übersichtlich ist (30 Bundesligaspiele/2 Tore) und auch, weil er kein Wortführer ist. Interviews gibt er selten, dabei wäre Schmids knuffiger französischer Akzent sogar fernsehtauglich. Das kommt vielleicht alles noch, vielleicht auch nicht, für sein Spiel ist es unerheblich. Vorerst arbeitet Schmid an seinen Stärken und versucht Schwächen zu minimieren. »Ich muss vor dem Tor noch mehr Überzeugung haben und konsequenter in die Zweikämpfe gehen«, sagt er.

Trainer Christian Streich kennt Schmids Qualitäten, er begleitet ihn seit Jahren. In der Regionalligamannschaft (61 Spiele/12 Tore) war der 22-Jährige unumstittener Schnippelexperte bei Freistößen, das weiß Streich. Und der heutige Cheftrainer war es ja auch, der Schmid vom Offenburger FV in das SC-Internat holte, nachdem er ihn beim Bundesligaspiel gegen den OFV gesehen hatte. »Ein Freund hat mich gefragt, ob ich nicht nach Offenburg kommen will, weil dort ein Offensivspieler gesucht wurde«, erinnert sich der gebürtige Straßburger an das Jahr 2008, in dem er zehn Spiele für die U 19 des damaligen OFV-Trainers Christoph Wetzel bestritt. Nach dem Abstieg zog es ihn rheinabwärts. Schmid wurde mit Streich, Oliver Baumann und Oliver Sorg DFB-Pokalsieger der A-Jugend. Im Februar 2011 unterschrieb er einen Profivertrag, der zwar ausläuft, im Winter aber verlängert werden dürfte.

Denn es steht nicht zu erwarten, dass man in Freiburg plötzlich Tomaten auf den Augen hat. Sportlich ist Schmid auf dem Weg, sich zu einem sogenannten fertigen Spieler zu entwickeln. Seinem sportlichen Leitbild Franck Ribery eifert er vermutlich nicht gewollt nach, doch es gibt durchaus optische Parallelen, wenn er mit seinen grandios beschleunigten Antritten, oft diagonal auf die Viererkette zu, die Gegner vor Probleme stellt. Der Fan von Paris Saint-German ist neben Caligiuri der schnellste im Team, das beweisen regelmäßige Lichtschrankentests. Fast alle seine Aktionen sind von Tempo geprägt, im modernen Fußball ein enormer Pluspunkt. Schmid kann sogar Abwehr, doch ist er inzwischen weiter vorne ein oft gesuchter Anspielspartner und glänzt als Zuarbeiter für die Verwerter in vorderster Linie.

Unter anderem diesem Umstand war es zu verdanken, dass gegen Nürnberg die Führung glückte. Schmid leitete mit einer gut justierten Flanke auf Erik Jendrisek das 1:0 ein. Sein Spiel wirkt reifer, zielstrebiger, nicht mehr so verschnörkelt wie noch im Frühjahr 2011, als er sich über die »Zweite« hatte anbieten müssen.

Vielleicht hat ihm seine Herkunft geholfen, sich durchzusetzen. Schmid wurde im Straßburger Problembezirk Neuhof sozialisiert. »Dort ist es ein bisschen gefährlich. Ich bin aber immer gut durchgekommen«, sagt Schmid, der einen österreichischen Vater hat und seit ein paar Monaten auch einen Pass des Nachbarlandes besitzt. Mit der U 21 gab es Kontakt, doch zeitnah darf er sogar mit einer Offerte der A-Nationalmannschaft der Alpenrepublik rechnen.

Dem Team von Marcel Koller würde er gut tun, doch Ansprüche sendet er keine. Schmid ist ein freundlicher, ruhiger Zeitgenosse. Dass er verbal über die Stränge schlägt ist ausgeschlossen. Die Gefahr droht in Freiburg ohnehin kaum, weil der Verein auch einzelne Sätze der Profis vor Veröffentlichung absegnen will. Doch was sollte er im Moment auch sagen? Schmid kann es aus sportlicher Sicht nicht besser ergehen als derzeit.

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