Fußball

Es beginnt nochmals bei null in Mühlenbach

mf/mhu
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21. Juni 2024
Der SV Mühlenbach um Torjäger Michael Vollmer (rechts im Hinspiel gegen Christian Hedrich) will sich am Samstag in der Relegation gegen den SV Ödsbach durchsetzen.

Der SV Mühlenbach um Torjäger Michael Vollmer (rechts im Hinspiel gegen Christian Hedrich) will sich am Samstag in der Relegation gegen den SV Ödsbach durchsetzen. ©Marc Faltin

Der SVM will am Samstag im dritten Anlauf nach dem Relegations-Rückspiel gegen den SV Ödsbach die Rückkehr in die Bezirksliga feiern – nach dann 20 Jahren.

Im Juni 2019 und 2022 gingen nach dem Abpfiff des Rückspiels in der Relegation beim SV Mühlenbach alle Köpfe nach unten. Am 22. Juni 2024 soll hingegen gejubelt und die Rückkehr in die Fußball-Bezirksliga nach dann 20 Jahren bejubelt werden. Nach dem 0:0 im Hinspiel beim Nord-Vizemeister SV Ödsbach stehen die Chancen für den Vizemeister der Kreisliga A Süd bei „50:50“, sagt SVM-Coach Reinhard Häringer, „aber wir haben den Heimvorteil und wollen den auch nutzen“.

Für den SV Mühlenbach ist dieses Spiel natürlich ein besonderes, doch für Häringer sogar noch etwas mehr. „In meinem ersten Jahr als Cheftrainer des SVM gleich Aufstiegsspiele zu haben, ist schon traumhaft“, sagt der 51-Jährige. Und mit dem Aufstieg solle dieser Traum in Erfüllung gehen. Mit seinem Heimatverein SC Hofstetten stand Häringer als agiler Mittelfeldspieler gleich drei Mal in einer Relegation – zuletzt anno 2000 gegen Haueneberstein um den Aufstieg in die Landesliga. Zuvor hießen die Gegner Nußbach und Kehl-Sundheim um den Aufstieg in die Bezirksliga. Und alle drei Relegationen waren für Häringer von Erfolg gekrönt.

Auf die Zähne beißen

Am Mittwoch schaute die Mannschaft des SVM erst gemeinsam im Clubhaus das 2:0 der deutschen Nationalelf gegen Ungarn, bevor ein einstündiges lockeres Training folgte, das letzte in dieser wieder mal langen Saison für die Mühlenbacher. „Ein paar Spieler müssen und werden nochmals auf die Zähne beißen“, sagt Häringer. „Ich erwarte eine voll motivierte Mannschaft, die zuhause den Aufstieg klar machen möchte“, betont der Spielausschussvorsitzende Marcel Volk.

In Ödsbach hatten die Kinzigtäler in den ersten 20 Minuten Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Die Renchtäler um Trainer Patrick Berger und Torjäger Raphael Halter nahmen den Schwung aus sieben Siegen in Serie in der Kreisliga A Nord mit in dieses bislang größte Spiel ihrer Vereinsgeschichte, bevor der SVM die Spielkontrolle übernahm und nach Torchancen ausglich.

Bei der letztlich leistungsgerechten Nullnummer in der Oberkircher Ortschaft waren gut 800 Zuschauer dabei, die Kulisse in Mühlenbach dürfte morgen mindestens genauso groß sein.

Nur wenige Parkplätze

Und daher bittet Matthias Schad vom Vorstand des Gastgebers alle Schaulustigen, per Fuß, Rad oder Fahrgemeinschaften anzureisen: „Wir haben generell ja nicht so viele Parkmöglichkeiten bei uns und können witterungsbedingt leider angrenzende Wiesen zum Parken nicht anbieten“, erklärt Schad und merkt noch dazu: „Für Fahrräder richten wir einen separaten Abstellplatz ein.“

Niemand hätte beim SV Ödsbach zu Saisonbeginn vom Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga zu träumen gewagt. Nun sind die Renchtäler ganze 90 (oder eventuell 120) Minuten von diesem Sensationscoup entfernt. Das zweite Aufeinandertreffen mit dem SV Mühlenbach am Samstag (16 Uhr) wird dabei zu einem echten Endspiel, denn das 0:0 eine Woche zuvor im Oberkircher Ortsteil ließ das Pendel in keine Richtung ausschlagen. Es ist maximal der Heimvorteil, der den Kinzigtälern einen leichten Vorteil verschafft.

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„Wir hätten in den ersten 30 Minuten ein Tor machen können. Nach der Pause war Mühlenbach dann aber überlegen, von daher geht das Remis im Hinspiel in Ordnung“, fasste Ödsbachs Trainer Patrick Berger die 90 Minuten vom vergangenen Wochenende zusammen, in denen seine Hoffnung erfüllt wurde, „dass wir mit einem Ergebnis ins Kinzigtal fahren, das uns eine Chance lässt“.

Erfahrung als Bürde?

Die Erfahrung spricht eindeutig für den Süd-Vizemeister der Kreisliga A, der bereits 2019 (1:5 und 1:1 gegen SV Renchen) und 2022 (2:3 und 1:4 gegen SV Fautenbach) in der Relegation stand. Das kann ein Vorteil sein, aber auch eine große Bürde, denn niemand beim SVM möchte sich ein Scheitern auch im dritten Versuch vorstellen, zumal die Ausgangsposition nach dem Hinspiel besser ist denn je. „Wir haben überhaupt keinen Druck. Der Aufstieg wäre der absolute Bonus nach einer fantastischen Saison“, sagt derweil Berger.

Für Mühlenbach wäre es die Bezirksliga-Rückkehr nach 20 Jahren, für Ödsbach eine Premiere. Noch nie waren die Schwarz-Weißen auch nur in der Nähe des Bezirks-Oberhauses. Platz sechs aus der wegen Corona vorzeitig abgebrochenen Kreisliga-A-Saison 2019/20 stand bisher als beste Platzierung in der Vereinschronik – bis zu den sieben Siegen in Folge zum Abschluss der laufenden Spielzeit, die den SVÖ um ein Haar sogar noch am SV Lautenbach vorbei zur Meisterschaft gespült hätten.

„Gefeiert wird sowieso“, sagt Berger, unabhängig vom Ausgang der Partie am Samstag. Auch ein Mallorca-Trip steht bei den Ödsbachern demnächst auf dem Programm – kurioserweise zeitgleich mit dem SV Mühlenbach, der die Saison ebenfalls auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel ausklingen lassen wird.

Personelle Ausfälle

Personell muss der SVÖ-Coach den Ausfall von Dominic Huber verkraften, der sich im Hinspiel am Innenband verletzt hat. „Das ist bitter“, weiß der Coach, zumal auch Torjäger Raphael Halter nach seinem Bänderriss im Knöchel längst nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. „Es hat sich diese Woche noch mal verschlechtert. Wir müssen wie im Hinspiel spontan entscheiden, ob wir ihn spielen lassen können“, kündigt Berger an.

Die Auswärtstoreregel gibt es nicht mehr, bei jedem Unentschieden würde es in die Verlängerung gehen. „Wir haben zur Sicherheit auch Elfmeterschießen trainiert“, schmunzelt der Coach.

Sicher sein kann sich sein Team der zahlreichen Unterstützung aus dem Renchtal. „Wir hatten mit einem großen und einem kleinen Bus geplant. Jetzt sind es sogar drei Busse geworden“, freut sich der Coach und ist „extrem dankbar, dass uns unsere Fans so zahlreich und lautstark unterstützen“.

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