Willstätt - Sand

»Es wird definitiv kein Zurück geben«

Autor: 
Udo Künster
Lesezeit 3 Minuten
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07. Mai 2016

Sechs Jahre beim SC Freiburg und vier Jahre beim SC Sand: Am Saisonende hängt Juli Zirnstein ihre Kickschuhe an den Nagel – mit 26 Jahren. ©Künster

Nach vier Jahren beim Frauenfußball-Bundesligisten SC Sand beendet Innenverteidigerin Julia Zirnstein ihre Karriere. Ausgerechnet im letzten Saisonheimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt am morgigen Sonntag (Anstoß 14 Uhr) im Kühnmattstadion ist die 26-Jährige wegen der fünften Gelben Karte gesperrt. 

Frau Zirnstein, in den vier Jahren beim SC Sand haben Sie bisher nur vier Spiele verpasst. War es Glück, von schweren Verletzungen verschont zu bleiben?  
Julia Zirnstein: Glück gehört bestimmt dazu, wobei die Prophylaxe dabei die größere Rolle spielt.
Sie haben in der Jugend im Angriff begonnen, wurden dann aber in Sand zur Innenverteidigerin umgeschult. Welches ist ihre Lieblingsposition?
Zirnstein: Ich habe, bis auf der die Sechster- und Torhüter-Position, überall meine Erfahrungen gesammelt und konnte bisher noch nie eine Lieblingsposition ausmachen. Alle Positionen haben etwas reizvolles, so zum Beispiel der Spielaufbau als Innenverteidiger oder das Tore schießen als Stürmer.
Sie beenden Ihre Laufbahn. Was sind die Gründe, mit 26 Jahren und nach Meinung vieler Experten als eine der besten Abwehrspielerinnen der Liga?
Zirnstein: Es war noch nie mein Ziel bis 30 Fußball zu spielen und zum anderen möchte und brauche ich mehr Freizeit. Freizeit, die ich gestalten kann, wie ich möchte. Ich habe immer neben dem Fußball meine Arbeit oder Schule gehabt, wodurch ich viel schleifen lassen musste. Dies mag vielleicht auch anderen so gehen, aber für mich ist es nun genug, so schön es auch war.
Ein Rücktritt ohne Wenn und Aber? Oder werden Sie in ein, zwei Jahren diesen Schritt nochmals überdenken?
Zirnstein: Nein, es wird definitiv kein Zurück geben.
Gab es auch Angebote anderer Vereine?
Zirnstein: Nein, die gab es nicht, was allerdings auch nicht schlimm ist, da ich nie weit von meiner Heimat weg wollte. Somit waren die Stationen Freiburg und Sand ideal.
Trotz der Negativserie in den letzten vier Bundesligapartien  gehört der SC Sand im zweiten Jahr nach dem Aufstieg zu den Überraschungsteams. Auch dank einer starken Abwehr. War dies der Schlüssel zum Erfolg?
Zirnstein:  Klar, nur aus einer stabilen Abwehr heraus, kann man ein gutes Spiel aufbauen und Tore schießen. Wobei unsere Abwehr bei der vordersten Spielerin beginnt. Wir verteidigen und stürmen im Kollektiv. Diese Einheit sind wir schon seit Saisonstart, weswegen es auch so viel Spaß macht mit diesem Team, sei es auf dem Platz oder auch neben dem Sportgelände.
Sechs Jahre beim SC Freiburg, danach vier Jahre in Sand. Was sind Ihre schönsten Erinnerungen?
Zirnstein: Es gibt so viele schöne Momente, an die ich mich gerne zurückerinnere. Ich habe so viel erlebt und bin darüber sehr dankbar. Das größte sportliche Ereignis ist natürlich das bevorstehende Pokalfinale, wodurch meine Karriere nicht besser enden könnte.
Stichwort Pokal-Finale: Am 21. Mai findet in Köln das DFB-Pokalendspiel mit Sander Beteiligung statt. Welche Gedanken beschäftigen Sie im Vorfeld?
Zirnstein: Ich freue mich einfach nur auf diesen Tag und bin überglücklich dies erleben zu dürfen
Hat Außenseiter Sand gegen den Championsleague-Sieger  VfL Wolfsburg überhaupt eine Siegchance?
Zirnstein: Auf jeden Fall! Pokalspiele kann man nicht mit Ligaspielen vergleichen, hier werden andere Geschichten geschrieben, gelten andere Gesetze. Wir werden sehen, was wir auf den Platz zaubern können und für ein Tor sind wir immer gut und das kann ja durchaus reichen. 

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