Lokalsport

Für Jan Weinzierl zählt nur der Spaß

Autor: 
Thomas Kastler
Lesezeit 3 Minuten
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31. Mai 2002
Tennis-Profi passt nicht in die Reihe der jungen Spieler / Gestern schaffte er die Sensation gegen Goellner
Gestern Mittag war Jan Weinzierl vor dem Bildschirm im Clubheim des SV Oberweier Augenzeuge von Senegals Sieg gegen Frankreich. Die WM-Sensation hat ihn offenbar ermutigt, denn ihm selbst war dann am Abend die große Überraschung bei den Ortenau Open vergönnt: Er warf nach großem Kampf Marc-Kevin Goellner aus dem Wettbewerb. Oberweier. Mit Weinzierl behält das Turnier eine seiner schillerndsten Figuren, denn der Sandplatzspezialist fällt auf unter den meist jungen Spielern. Der 29-Jährige würde mit seinem Haarzopf, dem Stirntuch, seinen bunten Shorts und den kantigen Gesichtszügen eher in die Freeclimber-Szene passen. Er gilt als Individualist im Turnierzirkus, als einer, der seine eigenen Wege geht. Weinzierl arbeitet seit Beginn seiner Karriere, die erst so richtig mit 20 Jahren nach dem Abitur startete, ohne Trainer oder persönlichen Betreuer - extrem selten unter den oft verwöhnten Tennisprofis. Unabhängigkeit ist ihm wichtig, »ich habe von Anfang an allein mein Ding gemacht«, betont er. Spieler, die sich von einem Trainer sagen lassen, was sie auf dem Platz zu tun haben, eignen sich mit der Zeit eine monotone Spielweise an, so seine Überzeugung. Für ihn selbst sei der »Spaß am Sport« die größte Motivation. In Deutschland gehört Weinzierl seit Jahren zu den Besten, doch den Sprung in die Weltspitze hat er nicht geschafft. Über Rang 206 der Weltrangliste (1995) ist der sympathische Blondschopf nie hinausgekommen; momentan ist er die Num- mer 269 im ATP-Ranking. Der Profi, der in Biberach/Riß aufgewachsen ist, spielt für Blau-Weiß Berlin in der Zweiten Bundesliga. Und startet regelmäßig auf Future- oder Challenger-Turnieren in Europa, bei denen Jungtalente oder Profis aus der zweiten Reihe ein paar ATP-Punkte sammeln können. Dabei weiß Weinzierl, dass seine Möglichkeiten für die ganz große Karriere wohl nicht ausreichen: »Ich habe leider keinen harten Aufschlag. Das könnte ich nur mit sehr flinken Beinen wettmachen. Aber mir fehlt die Schnelligkeit, im Sportabitur hatte ich in Leichtathletik nur eine vier.« Seine Tugenden als Tennisspieler? »Meine Stärke ist mein Kopf«, erklärt er. Will sagen: Auf dem Platz lässt sich Weinzierl so leicht durch nichts erschüttern. »Außerdem habe ich einen starken Willen«, fügt er hinzu. Von seinem Kämpferherz und seinen eisenharten Nerven konnten sich die Zuschauer gestern auf der Anlage des SV Oberweier überzeugen: Auf kurzen Beinen, die scheinbar nie ermüdeten, brachte der Grundlinienspieler Marc-Kevin Goellner mit 3:6, 6:3, 7:6 (8:6) die überraschende Niederlage bei. Natürlich hat man, wenn man so lange dabei ist, die nötige Erfahrung, und davon profitieren dann auch die jungen Kollegen, wenn sie sich einen Rat holen in Sachen Tennis oder vor allem in Sachen Leben mit dem Tennis. Denn Weinzierl ist zwar nicht der typische Profi, aber auch alles andere als ein Eigenbrödler. Während Konkurrent Goellner sich vor dem Match gestern abschottete, plauderte Weinzierl ganz entspannt mit der Presse. Seine Zukunft? Ein paar Jahre will er noch als Spieler weitermachen, »und dann dem Tennis verbunden bleiben, vielleicht als Trainer.«

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