Fußball
Dossier: 

Fußballverbände wenden sich an die Politik

Autor: 
red
Lesezeit 3 Minuten
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26. Februar 2021

Wann dürfen die Fußballer endlich wieder auf den Rasen? ©Iris Rothe

Die drei Präsidenten des Badischen, Südbadischen und Württembergischen Fußballverbandes haben sich vor der Bund-Länderkonferenz am kommenden Montag erneut mit einem gemeinsamen persönlichen Schreiben an Dr. Susanne Eisenmann gewandt.

Darin bekräftigen Thomas Schmidt (SBFV), Matthias Schöck (wfv) und Ronny Zimmermann (bfv) gegenüber der Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg ihre zunehmenden Sorgen über die schwerwiegenden Folgen der anhaltenden Beschränkungen für die Amateurfußball-Vereine im Land und deren Mitglieder. „Bereits jetzt klagen einige der rund 3000 Fußballvereine in Baden-Württemberg über Mitgliederschwund, den Rückgang ehrenamtlichen Engagements oder eine existenzbedrohende Finanzlage. Diese Situation wird sich - insbesondere, wenn die Beschränkungen weiter aufrechterhalten werden - noch weiter verschärfen. Der Amateurfußball steht in seiner Breite mittlerweile vor der größten Herausforderung seiner Geschichte und benötigt dringend eine Öffnungsperspektive – auf und neben dem Platz“, sagt SBFV-Präsident Thomas Schmidt.

Der Amateurfußball habe zu jeder Zeit während der Pandemie verantwortlich gehandelt. So waren bereits am 29. Oktober noch vor Inkrafttreten der Beschränkung initiativ rund 12 000 Spiele in Baden-Württemberg von den drei Verbänden abgesetzt und der Spielbetrieb unterbrochen worden. Auch zuvor habe die baden-württembergische Fußballfamilie gezeigt, dass sie bereit und fähig ist, Trainings- und Spielbetrieb mit guten Hygienekonzepten umzusetzen. So belegt eine aktuelle Studie der Universität des Saarlandes und der Universität Basel, dass während des Fußballspielens nur ein sehr geringes Infektionsrisiko besteht. Für das Geschehen rund um den Sportplatz haben die Fußballverbände bereits detaillierte Konzepte ausgearbeitet und erfolgreich im Spielbetrieb umgesetzt.

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Hoffnung auf Lockerungen

Gerade vor diesem Hintergrund sehen die Präsidenten pauschale Beschränkungen als nicht mehr verhältnismäßig an und verweisen auf schrittweise Lockerungen. Ronny Zimmermann sagt dazu: „Gerade auf die Kinder und Jugendlichen haben der Bewegungsmangel und die soziale Isolation während des Lockdowns nachweislich schwerwiegende Auswirkungen. Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen Sport, brauchen den Kontakt mit Gleichaltrigen. Sie müssen nicht nur wieder zur Schule, sondern auch wieder zurück auf den Platz. Wir sehen aber generell einen zeitnahen Einstieg mindestens in den Trainingsbetrieb als angemessen und machbar an.“
Matthias Schöck, Präsident des Württembergischen Fußballverbandes, setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Landesregierung: „Die Fußballverbände in Baden-Württemberg haben sich darauf verständigt, erneut den direkten Dialog mit der Landesregierung zu suchen. Nun hoffen wir, dass unsere guten Argumente überzeugen und wir in einem konstruktiven Austausch mit der Politik eine Perspektive für den Amateurfußball erarbeiten können.“

Auch Ministerin Eisenmann meldete sich am Freitag mit einer Stellungnahme: „Wenn von Bund und Ländern entschieden werden sollte, die Kontaktbeschränkungen zu lockern, müssen wir zwingend auch erste vorsichtige Schritte im Breitensport ermöglichen. Wir brauchen dringend ein Signal für unsere Vereine, für unsere Sportlerinnen und Sportler. In einem ersten Schritt wären für mich, wie auch in der Sportministerkonferenz beschlossen, kontaktlose Sportarten zu zweit oder in an die Infektionslage angepassten Kleinstgruppen unter Einhaltung der Abstandsregeln denkbar“, sagt Sportministerin Dr. Susanne Eisenmann und ergänzt: „Sport und Bewegung sind elementar für unser körperliches Wohlbefinden und ein wichtiger Ausgleich für Seele und Geist. Insbesondere die Kinder, die Bewegung benötigen, um sich motorisch gesund entwickeln zu können, und in den vergangenen Monaten die Sportangebote in den Vereinen vermisst haben, müssen berücksichtigt werden. Die Sportvereine zeichnen sich durch eine hohe Solidarität ihrer Mitglieder aus. Aber wenn der Sport- und Spielbetrieb langfristig untersagt bleibt, droht ein erheblicher Verlust an Mitgliedern und ehrenamtlich engagierten Personen. Das wäre für unsere Vereinsstrukturen sehr bedrohlich, dem müssen wir entgegenwirken.“

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