Handball

Gerrit Bartsch: Comeback mit Schmerzen

Autor: 
Michaela Quarti
Lesezeit 3 Minuten
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22. November 2016
Gerrit Bartsch ist zurück auf dem Handballfeld.

Gerrit Bartsch ist zurück auf dem Handballfeld. ©www.handball-server.de

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen: In dem Fall half der Abstiegskampf.

Als Gerrit Bartsch vor anderthalb Jahren sein letztes Spiel im Trikot des Handball-Oberligisten TV Willstätt machte, stand sein Entschluss fest. »Meine Karriere ist beendet.« 
24 Jahre war er damals. Und weder verletzt noch formschwach. Er wollte einfach nicht mehr.

Jetzt ist er zurückgekommen. Und wie. Am Samstag wirbelte er wieder beim TuS Schutterwald und riss seine Kollegen mit. Am Ende stand ein 38:28-Sieg gegen den TuS Steißlingen, der für kollektives Aufatmen beim abstiegsgefährdeten Traditionsverein sorgte. 

Das Comeback bei seinem Heimatverein war für Gerrit Bartsch eine emotionale Geschichte. »Der TuS liegt mir am Herzen. Ich wollte helfen.«
Helfen. Darum ging es. Und es zeigt, »dass der Verein in dieser schwierigen Situation zusammensteht«, so Trainer Simon Herrmann. 
Gerrit Bartsch war schon immer ein bisschen anders als die anderen. Der Beruf des Vaters hatte die Familie einst aus Ostwestfalen nach Schutterwald geführt. Der kleine Gerrit wurde im TuS groß – in einem Jahrgang mit Kumpel Felix Heuberger, der am Samstag ebenfalls seine Rückkehr ins Tor des TuS Schutterwald feierte. 

Mit 18 Jahren nach Ostwestfalen
Mit 18 Jahren entschloss sich Bartsch in die Heimat der Eltern zurückzukehren. Er spielte bei TuS-N-Lübbecke und GWD Minden. »Der Norden war mein Höhepunkt«, sagt er im Rückblick über seinen Ausflug in die ostwestfälische Handball-Hochburg. Doch »die Liebe im Süden« war stärker, er versuchte sein Glück bei der HSG Konstanz und ist – da macht er keinen Hehl draus – gescheitert.  

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»Im Norden habe ich für den Handball gelebt, habe zweimal am Tag trainiert. In Konstanz hatte ich plötzlich nur noch einmal Training. Mit dieser Umstellung bin ich nicht klargekommen. In Konstanz habe ich mich leider extrem schwergetan«, sagt er ehrlich. 

Bartsch löste seinen Vertrag auf, ging zurück in die Ortenau. Zwei Jahre hat er noch beim TV Willstätt gespielt, dann war Schluss. »Keiner hat mir das geglaubt« – und keiner hat es verstanden. 

Jugendtrainer und Jugendkoordinator beim TuS
Dem Handball war der Supertechniker mit dem genialen Auge aber weiter verbunden. Schon in seiner Willstätter Zeit ist er beim TuS Schutterwald als Jugendtrainer eingestiegen. Mittlerweile ist er Jugendkoordinator bei seinem Heimatverein, ist Trainer der C-, D-, und E-Jugend. »Natürlich nicht alleine, vor allem Julian Seigel unterstützt mich als Bufdi«, wirft er ein. Doch der Aufschwung, den der TuS nach ein paar flauen Jahren im jüngeren Jugendbereich wieder erlebt, trägt unzweifelhaft die Handschrift von Gerrit Bartsch. Diese Aufgabe erfüllt den 27-Jährigen so sehr, dass er sich dem Werben der TuS-Verantwortlichen, wieder selbst das Trikot überzustreifen, seit zwei Jahren konsequent verweigert hat.
Doch besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Und in dem Fall war der Abstiegskampf der Auslöser. 

»Ich konnte das Spiel genießen«
Seit Samstag ist Gerrit Bartsch also wieder Spieler. Der Spaß war ihm in jeder Sekunde anzusehen und übertrug sich auf Kollegen wie Zuschauer. »Ich konnte dieses Spiel wahrscheinlich auch deshalb so genießen, weil ich lange raus war«, sagte er danach. Körperlich sei er in einem ganz guten Zustand gewesen, »aber meine Schulter schmerzt. Ich habe gemerkt, dass ich zwei Jahre nicht mehr geworfen habe.«
Wie lange Gerrit Bartsch den TuS auf dem Feld unterstützen wird, lässt er aber offen. »Ich denke erst mal von Woche zu Woche. Demnächst werden wir uns zusammensetzen«, so Bartsch. Der Auftritt am Samstag ruft aber nach »open end«.

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