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Gerrit Bartsch: Ich mache alles extrem

Autor: 
Rüdiger Rüber
Lesezeit 5 Minuten
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31. Mai 2017
Gerrit Bartsch hat den Handball gegen Kamera und Mikro getauscht. Er macht jetzt Interviews und Videos fürs Internet.

Gerrit Bartsch hat den Handball gegen Kamera und Mikro getauscht. Er macht jetzt Interviews und Videos fürs Internet. ©Ulrich Marx

Auf Facebook trifft man Gerrit Bartsch häufig. Mit einem »Wisch« erscheint der 27 Jahre alte Ex-Handballer auf dem Smartphone, wie er für seine Social-Media-Plattform »Ortenau ist Handball« regionale Handball-Größen wie Felix Heuberger vom TuS Schutterwald oder Michael Bohn vom HGW Hofweier interviewt oder wie er mit einem weiteren »Wisch« für ein anderes Internet-Projekt mit Martin Kind, dem Präsidenten vom Fußball-Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96, plaudert. 
Gerrit Bartsch ist viel unterwegs – in den sozialen Medien, aber auch auf der Autobahn. Immer am Mann (oder der Frau) auf der Suche nach Inhalten (Content), um diese in den verschieden Kanälen des  Internets zu vermarkten.
Die Arbeit macht ihm richtig Spaß. Das spürt man bei dem Schutterwälder, der mit seiner Frau Mia seit 2016 in Friesenheim wohnt, wenn er mit leuchtenden Augen über seine Projekte erzählt. »Wenn ich etwas mache, dann extrem«, lautet ein Credo von Gerrit Bartsch.

"Schwimme gerne gegen den Strom"

Deshalb sagte der talentierte Mittelmann 2015 im jungen Sportler-Alter von 25 Jahren auch beim BW-Oberligisten TV Willstätt tschüss und beendete seine Laufbahn als Handballer, um sich auf sein Studium und seinen künftigen Job zu konzentrieren. 
Dabei war er als Handballer durchaus erfolgreich. Nachdem seine Familie vor seiner Geburt wegen des Berufs des Vaters, der in der Jugend bis zu einer schweren Verletzung bei Arminia Bielefeld gekickt hatte, in die Ortenau umgesiedelt war, erlernte Gerrit Bartsch beim TuS Schutterwald das Handball-Einmaleins. Mit sportlicher Per­spektive im Hinterkopf, zog es den Youngster mit 18 Jahren aber wieder nach Ostwestfalen, wo er in einer eigenen Wohnung in Hille lebte, sein Abitur machte und anfangs beim Regionalligisten SG Nordhemmern spielte. »Ich schwimme gerne gegen den Strom und mache das, wozu ich Bock habe«, erklärt Gerrit Bartsch im Rückblick seine Rückkehr in die Heimat seiner Eltern. 

In Nordhemmern, mit Zweitspielrecht beim TuS Nettelstadt-Lübbecke, schnupperte Gerrit Bartsch dann Profi-Luft, denn der Zweitligist stieg 2009 in die 1. Liga auf, wo der Ortenauer dann aber nicht richtig zum Zug kam und zum benachbarten Zweitligisten GWD Minden wechselte, mit dem er im zweiten Jahr ebenfalls in die Bundesliga aufstieg. Aber auch dort brachte ihm die 1. Liga kein Glück, woraufhin der Ex-Schutterwälder 2012 den großen Durchbruch im Süden der Republik beim Drittligisten HSG Kons­tanz suchte. »Hier kam ich aber überhaupt nicht zurecht«, gibt Gerrit Bartsch zu – und kehrte 2013 in die Ortenau zurück, wo er noch einmal zwei Jahre für den Viertligisten TV Willstätt am Ball war.
2015 war dann aber Schluss. »In Nettelstedt und Dankersen war ich Vollprofi, habe richtig danach gelebt. Wodurch sich auch eine gewisse Monotonie einstellt. Inzwischen hatte der Stellenwert des Handballs aber nachgelassen, und ich war an einen Punkt gekommen, wo ich gesagt habe: ›Es gibt noch andere Dinge im Leben – wie Studium und Beruf.‹ Deshalb wollte ich einen nachhaltigen Schussstrich und einen anderen Weg gehen«, begründet Gerrit Bartsch seinen frühen Abschied aus dem aktiven Handball-Sport.

Nachwuchsförderung

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Das runde Leder tauschte er fortan gegen Mikrophon und Kamera. Allerdings nicht ganz. Bei seinem Heimatverein TuS Schutterwald stieg der ehemalige Bundesliga-Spieler in die Nachwuchsförderung ein. Inzwischen ist er Jugend-Koordinatur und Trainer der C- und A-Jugend. »Das macht mir richtig Freude. Ich habe zu GWD-Zeiten schon Jugendtraining gemacht. Und ich mag Handball. Handball ist mir auch weiterhin ungemein wichtig. Außerdem habe ich gute Vorstellungen, wie man Handball spielen kann. Es ist auch schön zu sehen, wie die jungen Spieler lernen«, meint Gerrit Bartsch zu seinem Job an der Handball-Basis.

Ende letzten Jahres wurde sich Gerrit Bartsch allerdings kurz untreu. Für drei Spiele schlüpfte er in das Trikot des TuS Schutterwald, weil es bei dem Südbadenligisten personell einen Engpass gab. Das Comeback war erfolgreich, doch eine Verlängerung gab es nicht. »Für mich war wichtig, dass ich die Brücken hinter mir eingerissen habe. Ich will meinen neuen Weg konsequent gehen. Ich kann nicht nebenher Handball spielen«, stellt der 27-Jährige klar und konzentriert sich voll und ganz auf seinen neuen Job als Content-Marketing-Experte, seit er sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Oldenburg 2016 mit dem Bachelor abgeschlossen hat.

Kontakte in die Szene

Gerrit Bartschs neuer Job ist vielfältig. Mit seiner Unternehmensgesellschaft Gerrit-Bartsch-UG gilt es Content (Inhalte) in Form von Interviews oder Filmen bereitzustellen und über das Internet mit Youtube, Facebook, Instagram, Twitter oder Blogs zu vermarkten. Dabei nutzt der Ex-Handballer seine Kontakte in die Handballszene, um Kunden zu gewinnen oder Blicke hinter die Kulissen großer Sportveranstaltungen, Vereine oder Spieler zu bekommen. 

Für den Sportartikelhersteller Kempa war er bereits bei der letzten Handball-WM in Frankreich aktiv, außerdem gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Hummel-Store in Karlsruhe und Projekte mit Vereinen. Gleichzeitig versucht er, sein eigenes soziales Netzwerk mit eigenen Formaten aufzubauen. »Mir macht das viel Spaß. Ich führe unheimlich gerne Interviews«, schwärmt Gerrit Bartsch von seiner Arbeit, von der er auch in Kombination mit seinen Aufgaben bei der Jugend des TuS Schutterwald leben kann. Als Einzelkämpfer, der seine  Büroräume in Schutterwald hat und nur ab und zu auf Kooperationspartner zurückgreift, ist das »ein hartes Brot. Ich muss kämpfen, aber ich stehe auf gesunden Füßen und bin geduldig«, stellt der Jung-Unternehmer fest und hofft für seine UG  auf Aufträge durch die kommende Handball-WM der Frauen im Dezember in Deutschland.

Zur Person

Gerrit Bartsch

Geburtstag: 1. November 1989

Geburtsort: Gengenbach

Familienstand: verheiratet seit Juli 2016 mit Mia Bartsch

Wohnort: Friesenheim

Beruf: Content-Marketing-Experte mit eigener Unternehmensgesellschaft (seit 2016), Jugend-Koordinator/-Trainer TuS Schutterwald

Studium: BWL in Oldenburg 2011-2016, Bachelor

Sportart: Handball

Vereine: TuS Schutterwald (Jugend bis 2008/Oberliga), SG Nordhemmern (Regionalliga/2008-10 mit Zweitspielrecht TuS N-Lübbecke/2.+1. Liga), GWD Minden (2. Liga/2010-12), HSG Konstanz (3. Liga/2012/13), TV Willstätt (Oberliga/2013-15). TuS Schutterwald (Südbadenliga, 3 Spiele 2016)

Größte Erfolge: Aufstieg in 1. Liga mit Nettelstadt 2009 und Minden 2012; Final-Four mit Nettelstadt 2013 – Dritter.

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