Lokalsport

Grenzgänger Rasch: Nicht nur ein Torjäger

Autor: 
Thomas Kastler
Lesezeit 3 Minuten
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29. August 2001
fs11Der neue Rückraumschütze der SG W/S lebt in Straßburg und wünscht sich einen Angelschein Straßburg, rue de Verdun. Eine angenehme Wohngegend nahe der Orangerie. Altbau. 100 Quadratmeter, dritte Etage, zwei Balkone. Doch die Hitze staut sich dort in diesen Tagen. Besonders im Treppenhaus. Kein Zuckerschlecken für seine Lebensgefährtin, die im siebten Monat schwanger ist. Aber auch Rasch stöhnt: »Während der Saisonvorbereitung ist das echt schlimm.« In Straßburg leben, in Willstätt Handball spielen - für Stig Rasch und Inger Lisa Møystad hat das nur in zweiter Linie mit Lebensqualität zu tun. Im Vordergrund stehen finanztechnische Dinge. Rasch: »Ich habe einen Netto-Vertrag mit der SG und darin steht auch, dass ich in Straßburg wohnen muss.« Den Steuervorteil beziffert er auf »etwa 20 Prozent«. Natürlich ist die Sprache ein Problem. »Deutsch«, hat er bald gemerkt, »sprechen die Franzosen nicht gerne.« Also behilft er sich mit Englisch, beim Essen mit einem Lexikon, und im Supermarkt liest Rasch den Preis an der Kasse vom Display ab. Er denkt so, wie er wirft: kurz, schnell, klar. So war das auch mit seinem Wechsel in die Ortenau. Rasch hatte einen Zweijahresvertrag in Solingen - aber nicht mit der dortigen SG, sondern mit Sponsor Winfried Meister. Als der sich im Frühjahr zurückzog, hatte der Klub kein Geld, den Vertrag zu übernehmen. Rasch konnte ablösefrei aussteigen. »Freitagmorgens«, erzählt er, »habe ich das erfahren, am Nachmittag rief schon die SG W/S an.« Diese Reaktionsschnelligkeit hatte mit den Insiderinfos des neuen Trainers Bob Hanning zu tun. Natürlich kam auch Rasch in seinem Sog. Beide haben sich schon eine Weile im Auge. Aber wenn der eine in Wuppertal war, war der andere gerade in Solingen. Jetzt arbeiten sie zusammen. »Stig ist ein Glücksfall für die SG W/S«, sagt Hanning und legt damit das heikle Thema Martin Reuter ad acta. Rasch löst im halblinken Rückraum den zum Abstiegskonkurrenten Eisenach ausgemusterten Frauenschwarm ab. »Das Angebot von Willstätt war schnell und okay. Außerdem weiß ich, dass Hanning ein guter Trainer ist«, begründet der Neue, der in der Region um Lillehammer aufwuchs, seine rasche Entscheidung, der er eine zweite folgen ließ: Rasch beendet nach 95 Länderspielen seine Karriere in Norwegens Nationalteam: »Bob meint, es sei besser wegen der chronischen Reizung der Patellarsehne. Das ist okay, denn ich verdiene mein Geld in Willstätt.« Dort ist wohl die letzte Station des Handballers Rasch, der in Elversum begann, erst mit 29 zu Grashoppers Zürich ging, dann drei Jahre in Wuppertal und eines in Solingen spielte. »Immerhin«, grinst er, »stehe ich nicht auf der Liste der zehn ältesten Bundesliga-Profis.« Für später schweben dem gelernten Sanitärinstallateur Immobiliengeschäfte in der Heimat vor. Doch jetzt will der Hobby-Angler nur eins: Auf Jagd gehen. Und das in zweierlei Hinsicht. Elche, Rehe und Vögel schießen ist die Leidenschaft von Stig Rasch, Toreschießen sein Beruf. In der letzten Saison waren es 207.
fs11Der neue Rückraumschütze der SG W/S lebt in Straßburg und wünscht sich einen Angelschein Straßburg, rue de Verdun. Eine angenehme Wohngegend nahe der Orangerie. Altbau. 100 Quadratmeter, dritte Etage, zwei Balkone. Doch die Hitze staut sich dort in diesen Tagen. Besonders im Treppenhaus. Kein Zuckerschlecken für seine Lebensgefährtin, die im siebten Monat schwanger ist. Aber auch Rasch stöhnt: »Während der Saisonvorbereitung ist das echt schlimm.« In Straßburg leben, in Willstätt Handball spielen - für Stig Rasch und Inger Lisa Møystad hat das nur in zweiter Linie mit Lebensqualität zu tun. Im Vordergrund stehen finanztechnische Dinge. Rasch: »Ich habe einen Netto-Vertrag mit der SG und darin steht auch, dass ich in Straßburg wohnen muss.« Den Steuervorteil beziffert er auf »etwa 20 Prozent«. Natürlich ist die Sprache ein Problem. »Deutsch«, hat er bald gemerkt, »sprechen die Franzosen nicht gerne.« Also behilft er sich mit Englisch, beim Essen mit einem Lexikon, und im Supermarkt liest Rasch den Preis an der Kasse vom Display ab. Er denkt so, wie er wirft: kurz, schnell, klar. So war das auch mit seinem Wechsel in die Ortenau. Rasch hatte einen Zweijahresvertrag in Solingen - aber nicht mit der dortigen SG, sondern mit Sponsor Winfried Meister. Als der sich im Frühjahr zurückzog, hatte der Klub kein Geld, den Vertrag zu übernehmen. Rasch konnte ablösefrei aussteigen. »Freitagmorgens«, erzählt er, »habe ich das erfahren, am Nachmittag rief schon die SG W/S an.« Diese Reaktionsschnelligkeit hatte mit den Insiderinfos des neuen Trainers Bob Hanning zu tun. Natürlich kam auch Rasch in seinem Sog. Beide haben sich schon eine Weile im Auge. Aber wenn der eine in Wuppertal war, war der andere gerade in Solingen. Jetzt arbeiten sie zusammen. »Stig ist ein Glücksfall für die SG W/S«, sagt Hanning und legt damit das heikle Thema Martin Reuter ad acta. Rasch löst im halblinken Rückraum den zum Abstiegskonkurrenten Eisenach ausgemusterten Frauenschwarm ab. »Das Angebot von Willstätt war schnell und okay. Außerdem weiß ich, dass Hanning ein guter Trainer ist«, begründet der Neue, der in der Region um Lillehammer aufwuchs, seine rasche Entscheidung, der er eine zweite folgen ließ: Rasch beendet nach 95 Länderspielen seine Karriere in Norwegens Nationalteam: »Bob meint, es sei besser wegen der chronischen Reizung der Patellarsehne. Das ist okay, denn ich verdiene mein Geld in Willstätt.« Dort ist wohl die letzte Station des Handballers Rasch, der in Elversum begann, erst mit 29 zu Grashoppers Zürich ging, dann drei Jahre in Wuppertal und eines in Solingen spielte. »Immerhin«, grinst er, »stehe ich nicht auf der Liste der zehn ältesten Bundesliga-Profis.« Für später schweben dem gelernten Sanitärinstallateur Immobiliengeschäfte in der Heimat vor. Doch jetzt will der Hobby-Angler nur eins: Auf Jagd gehen. Und das in zweierlei Hinsicht. Elche, Rehe und Vögel schießen ist die Leidenschaft von Stig Rasch, Toreschießen sein Beruf. In der letzten Saison waren es 207.

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