Nachruf

Hans Cieslarczyk, WM-Kicker von 1958, starb mit 83 Jahren

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11. Juni 2020
Hans Cieslarczyk lebte mit seiner Frau in Elgersweier.

Hans Cieslarczyk lebte mit seiner Frau in Elgersweier. ©Christoph Breithaupt

Hans Cieslarczyk ist tot. Der Ex-Profi aus dem Ruhrpott starb mit 83 Jahren in Offenburg. Der WM-Kicker von 1958 war drei Mal OFV-Trainer.

Er schaffte es bis ins WM-Halbfinale 1958, trug das Trikot von Borussia Dortmund und coachte die legendäre Meisterelf des Offenburger FV um „Kalla“ Bente und Hans Hägele. Seit 1970 war Offenburg der Lebensmittelpunkt von Hans Cieslarczyk. In der Nacht zu Mittwoch ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. Seine Frau Henriette und Tochter Claudia, Chefredakteurin der Illustrierte „Frau im Spiegel“, waren bei ihm.

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Spielte auch für den BVB
„Cissy“ oder „Cis“, wie Cieslarczyk genannt wurde, war ein Ruhrpott-Junge. Erste fußballerische Station: Rasensport Holthausen. „Rasensport ist gut“, lachte er immer, wenn er das erzählte, „höm’ma, dat war ’n Ascheplatz, und ich hab heut noch schwazze Flecke inne Knie...“
Nach der WM 1958, wo er sich bei der 3:6-Niederlage der von Sepp Herberger trainierten Nationalelf im Spiel um Platz drei gegen Frankreich mit einem Tor verewigte, spielte er für den BVB – mit Timo Konietzka, der 1963 das allererste Tor der Bundesliga erzielte. Später landete „Cissy“ beim Karlsruher SC.
Mit 33 machte er an der Sportthochschule in Köln sein Trainerdiplom. Dort war zu der Zeit auch der angehende Offenburger Sportlehrer Dieter Roth, der dann im Auftrag der OFV-Strategen Egon M. Schneider und Werner Morstadt am schwarzen Brett eine Annonce platzierte: „Junger Trainer gesucht!“

Kein langes Leiden
Cieslarczyk ließ sich die Ortenau zeigen, Roth und Morstadt nahmen ihn mit zur „Männerbadgesellschaft“ – der Deal stand. „Cissy“ war von 1970 bis 1975 das erste Mal OFV-Trainer, später noch einmal 1979/80 sowie vom 17. April bis 30. Juni 1991.
Dazwischen coachte er die Zweitligisten SpVgg Fürth, Stuttgarter Kickers, 1. FC Saarbrücken und FC Augsburg. Danach ließ er sich zum Physiotherapeuten ausbilden und praktizierte in Elgersweier bis zum 68. Lebensjahr.
Im Herbst 2019 war Cieslarczyk mit seinem Freund Dieter Roth das letzte Mal bei einem Heimspiel des OFV. Ansonsten konsumierte er seinen geliebten Fußball am Fernseher – mit Sky, DAZN und allem drum und dran.
Am Freitag kam „Cissy“ ins Krankenhaus. Dann ging alles sehr schnell. „Er musste nicht mehr lange leiden“, sagte Dieter Roth, „und genau das hat er sich immer gewünscht.“

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