Lokalsport

HCOB steigert sich nach der Pause

Alexander Hornauer
Lesezeit 6 Minuten
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25. Februar 2024

©Handball.BO.De

Drittligist HC Oppenweiler/Backnang zeigt gegen Schlusslicht TGS Pforzheim eine Halbzeit lang defensive Schwächen, zieht aber doch so frühzeitig davon, dass es ohne spannende Schlussphase abgeht.

Aufgabe erfüllt, der HC Oppenweiler/Backnang hat gegen Schlusslicht TGS Pforzheim mit 40:34 gewonnen. Beim Abpfiff war es eine klare Sache, allerdings nicht durchweg: Der Letzte deckte zeitweise Lücken in der HCOB-Defensive auf und führte kurzzeitig mit drei Toren. Nach dem Seitenwechsel steigerte sich der Tabellenzweite, der erneut die 40-Tore-Marke erreichte, und setzte sich zielstrebig ab. Dem personell gebeutelten Gästeteam ging die Kraft aus.

Die Halle war gut gefüllt, der HCOB hatte die Teilnehmer an den Grundschulaktionstagen der Region mitsamt Familie eingeladen, einige kamen. Anfangs sahen sie einen dominanten HCOB, der nach fünf Minuten mit 4:1 führte. Sollte es so weitergehen wie in der Vorwoche gegen die Rhein-Neckar Löwen II, als die Murrtaler in Halbzeit eins klar dominiert hatten? Nein.

Aus Sicht von Gästetrainer Florian Taafel lag das daran, „dass wir uns was überlegt haben und man das auch gesehen hat.“ Er ließ mit einer 4:2-Abwehr verteidigen, „das haben wir in diesem Jahr als erste Mannschaft gegen den HCOB gespielt.“ Das führte kurzzeitig zu einem stockenden Motor in Form einiger Fehlabspiele und Fangfehler. Allerdings „hatten wir gegen diesen Plan schnell einen Gegenplan“, fand HCOB-Coach Daniel Brack. Dass es sein Team am Ende auf 40 Treffer brachte, ist ein guter Beleg für diese These.

Was ihn störte: „Wir hatten in der ersten Halbzeit hinten Probleme, hatten kaum eine gute Abwehraktion.“ Zu oft durften die Spieler der Gäste mit wenig Gegenwehr aufs Tor ziehen und zielen. Für die Keeper Jürgen Müller und Levin Stasch gab kaum Unterstützung. Die TGS ließ sich nicht zweimal bitten, hatte eine gute Chancenverwertung, gestaltete die Begegnung offen, ging sogar mit einer 20:18-Führung in die Pause. Trainer Daniel Brack bemängelte dies auch unter dem Aspekt, „dass wir Grundsätze nicht zum Tragen gebracht haben, die wie seit acht Monaten verinnerlichen.“ Hatten es seine Handballer in der einen oder anderen Aktion einfach zu leichtgenommen?

In Durchgang zwei präsentierten die Murrtaler ein anderes Gesicht. Sie waren in der Abwehr präsenter, ließen weniger freie Rückraumwürfe zu. Ballgewinne ermöglichten Konter, nach 37 Minuten führten die Gastgeber wieder, Axel Goller traf zum 22:21. Die TGS hielt noch rund zehn Minuten voll dagegen, ging beim 26:25 durch Roy James ein letztes Mal in Führung. Aber es war zu erkennen: die TGS hatte für das bis dahin bemerkenswerte Auftreten hohen Aufwand betrieben.

Trainer Florian Taafel meinte später, „dass uns zum Ende auch die Körner gefehlt haben, das nutzt ein Spitzenteam natürlich und bringt das nach Hause.“ Die HCOB-Handballer ließen ab der 45. Minuten kaum noch Torgelegenheiten ungenutzt und sorgten mit einem 5:0-Lauf in kurzer Zeit dafür, dass die Partie entschieden war. Besonders zielsicher agierte Rechtsaußen Axel Goller, der elf Tore aus elf Versuchen erzielte und als Spieler das Tages ausgezeichnet wurde. Auch sonst war es offensiv ein guter Auftritt. Zum dritten Mal in dieser Saison fiel die 40-Tore-Marke.

Und in der Gesamtbetrachtung? War es aus HCOB-Sicht ein „Arbeitssieg“ – zwar nicht mit Glanz und Gloria, zeitweise mit zu vielen Fehlern, aber immerhin befreit von einer nervenaufreibenden Schlussphase, in der einzelne Aktionen zu einem Krimi hätten führen können. Daniel Brack reflektierte, was er schon vor der Partie gesagt hatte: „Es gibt in der Dritten Liga keine einfachen Spiele.“ Und Pforzheims Coach Florian Taafel meinte nachdenklich: „Wir könnten schon mehr Punkte haben, wenn wir öfter so gut wie heute gespielt hätten.“

Stimmen zum Spiel

HCOB-Trainer Daniel Brack: „Gegen den Pforzheimer Plan mit der 4:2-Abwehr hatten wir schnell einen Gegenplan. Allerdings hatten wir hinten in der ersten Halbzeit Probleme, hatten kaum eine gute Abwehraktion, das hat mich dann auch genervt. Wir haben Grundsätze nicht zum Tragen gebracht, die wir seit acht Monate verinnerlichen und haben oft unseren Plan nicht umgesetzt. Es hat sich aber auch gezeigt: es gibt in der Dritten Liga keine einfachen Spiele.“

TGS-Trainer Florian Taafel: „Wir haben uns was überlegt, und das hat man gesehen, deshalb bin ich hochzufrieden. Wir haben den HC Oppenweiler/Backnang gerade in der ersten Halbzeit vor Aufgaben gestellt und als erste Mannschaft in diesem Jahr eine 4:2-Abwehr gegen sie gespielt. Am Ende haben uns auch die Körner gefehlt, das nutzt ein Spitzenteam natürlich und bringt das nach Hause. Allerdings könnten wir schon mehr Punkte haben, wenn wir öfter so gut wie heute gespielt hätten.“

Rund ums Spiel

Vor einer Woche nahmen die HCOB-Handballer beim Heimsieg gegen die Rhein-Neckar Löwen II lang Anlauf, bis das 40. Tor fiel. Vielleicht auch deshalb, weil dem Schützen die Aufgabe zukommt, eine Kiste Getränke anzuliefern. Dieses Mal ging es nicht nur flinker, sondern ausgesprochen spektakulär. Alexander Schmid besorgte das Jubiläumstor, indem er mit dem Rücken zum Tor einnetzte.

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Seit 2010 standen sich der HCOB und die TGS regelmäßig gegenüber. Zum Ende dieser Saison endet eine Ära, Pforzheim wird nach dem so gut wie feststehenden Abstieg nicht in der neuen Regionalliga (bisher Baden-Württemberg-Oberliga) antreten. Trainer Florian Taafel hat seinen Abschied bereits angekündigt. Sein Vater Wolfgang Taafel, langjähriger „Macher“ bei der Turngesellschaft, wird sich vom Handballsport zurückziehen. Er bekam bei der Gesprächsrunde nach der Begegnung einen HCOB-Schal als Erinnerung an die spannenden Duelle beider Clubs und als Dank für das bei allem Wettkampfcharakter gute sportkameradschaftliche Miteinander überreicht.

Für den HCOB geht es am kommenden Wochenende mit einem Auswärtsspiel bei der SG Pforzheim/Eutingen weiter. Anwurf ist am Samstag um 19 Uhr in der Bertha-Benz-Halle.

HC Oppenweiler/Backnang – TGS Pforzheim 40:34

HC Oppenweiler/Backnang: Levin Stasch, Jürgen Müller (Tor), Daniel Schliedermann (4), Elias Newel (6), Timm Buck (1), Alexander Schmid (3), Markus Dangers (3), Niklas Diebel (5), Martin Schmiedt (4), Lukasz Orlich (1), Axel Goller (11/5), Florian Frank (1), Philipp Maurer (1), Lukas Rauh. – Trainer: Daniel Brack.

TGS Pforzheim: Lennart Heimann, Philipp Gutknecht (Tor), David Kautz (5), Roy James (3), Robert Kasperzak, Davor Sruk (6), Fabian Dykta (6), Lukas Salzseeler, Tim Löffler (5), Alexander Kubitschek, Nicolas Herrmann (7/4), Vasyl Havryliuk, Lennart Cotic (2), Jonas Egly. – Trainer: Florian Taafel.

Schiedsrichter: David Keßler (Ohlsbach) und Niclas Mild (Schutterwald).

Zuschauer: 650.

Siebenmeter: 5/5 : 4/4.

Zeitstrafen:

4:2 Minuten (Diebel, Dangers – Dykta).

Spielverlauf: 4:1, 11:13, 18:20 – 27:26, 35:29, 40:34.

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