Ringer-Regionalliga Baden-Württemberg

Hofstetten bejubelt Derby-Sieg

Von Werner Bauer
Lesezeit 5 Minuten
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12. November 2023
Nach dem letzten Schlussgong eines äußerst spannenden Nachbarschaftsduell gab es in der Ecke des KSV Hofstetten kein Halten mehr, der erste Sieg im vierten Regionalliga-Derby war geschafft.

Nach dem letzten Schlussgong eines äußerst spannenden Nachbarschaftsduell gab es in der Ecke des KSV Hofstetten kein Halten mehr, der erste Sieg im vierten Regionalliga-Derby war geschafft. ©Werner Bauer

Vor vollem Haus bringt der zuhause ungeschlagene KSV gegen den Nachbarn aus Haslach eine 13:0-Halbzeitführung gerade noch mit 13:12 ins Ziel.

Eine fast unerträgliche wie knisternde Spannung bis zum Schlussgong des zehnten Kampfes erlebten 600 Fans in der Gemeindehalle beim Derby zwischen dem KSV Hofstetten und KSV Haslach. Das Glück auf seiner Seite hatte dieses Mal der gastgebende KSV, der dieses Prestige-Duell mit 13:12 für sich entschied und damit auf eigener Matte ungeschlagen bleibt.

„Vollgas von Beginn an – wenn wir dann zu Null in die Halbzeit gehen, bin ich zufrieden“, wünschte sich Hofstettens Freistil-Trainer Mario Allgaier, für den die ersten Duelle mit Andrea Martino gegen Istvan Szurovszki und Patrick Neumaier gegen Zelimkhan Umkhadjiyev Signalwirkung hatten. „Diese müssen wir gewinnen, da wir nach der Pause alle Kämpfe verlieren können“.

Nicht für Hofstettens Trainer, aber die Zuschauer überraschend war die Nominierung von Gäste-Trainer Szurovszki im Fliegengewicht. Denn der musste für Haslach auf die Matte, um in Hofstetten gewinnen zu können. Doch auch Hofstettens Trainer hatten einen Plan namens Andrea Martino. Der immer noch für Hofstetten ringende, aber in dieser Saison noch nicht eingesetzte Italiener könnte vom Alter her Szurovszkis Sohn sein. Schnell wurde auf der Matte deutlich, dass der 44-jährige Mühlenbacher konditionell nicht mithalten kann. Martino, grifftechnisch hervorragend ausgebildet, ließ Szurovszki siegte völlig verdient mit 5:1. Im nächsten Duell hoffte Hofstettens Anhang auf weitere Punkte von Patrick Neumaier gegen den mehrfachen französischen Meister Zelimkhan Umkhadjiyev – übrigens in beiden Stilarten. Gegen Haslachs Neuzugang gab Hofstettens Ex-Junioren-Vizeweltmeister alles und ließ sich für ein hauchdünnes 2:1 feiern.

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Nachdem die Gastgeber diese Schlüsselduelle gewonnen hatten, hieß es jetzt, den Vorsprung auszubauen, so hoch als möglich. Dario Dittrich erfüllte die in ihn gesteckten Erwartungen und schulterte Tim Dirhold sehenswert. Anschließend war der zweifache deutsche Vizemeister Julian Neumaier klar favorisiert gegen Marcus Mickein, der eigentlich im freien Stil zuhause ist. Dass Neumaier am Ende beim 16:2 nur eine technische Wertung zum Überlegenheitssieg fehlte, durfte Haslach als Erfolg verbuchen. Im letzten Kampf vor der Pause ging dann Lukas Benzing gegen Marvin Allgaier all in, brachte sich kurz vor dem Pausengong aber in eine prekäre Lage. Am Ende siegte der Hornberger überlegen mit 13:4 Punkten. Hofstetten führte zur Halbzeit mit 13:0. Die Frage war, ob das reicht?

Kein Hofstetter hätte um den Derby-Sieg bangen müssen, hätte Florian Wölfle gegen Marcus King seinen 4:2-Vorsprung über die Zeit gebracht. 28 Sekunden vor dem Gong geriet Wölfle in die Bodenlage und gab dann fünf Zweier ab. Statt 14:0 lautete der Zwischenstand plötzlich 13:3. Danach wurde der moldawische Spitzenringer Maxim Perpelita seiner Favoritenrolle gegen Hofstettens Siegringer Dominik Wölfle gerecht und verkürzte auf 13:7.

Beide Ringer sehen Rot

Für reichlich Diskussionen sorgte die Begegnung von Elias Allgaier gegen Edgar Rauch im 80er-Limit. Rauch, der aufgrund von Unsportlichkeit im Vorjahr für Altenheim von der Matte flog, erwies Haslach einen Bärendienst. Mit Fingerbiegen und Kopfstoß begann er den Kampf, kassierte nach Ermahnungen eine Verwarnungszwei, die sich auch Allgaier einhandelte. Nachdem Kampfrichter Gideon Bibbo beide eindringlich aufgefordert hatte, fair miteinander umzugehen und dies nicht befolgt wurde, zückte er zweimal Rot.

Nach dem „Vollgas-Feuerwerk“ in Durchgang eins war das Team der Trainer Mario Allgaier, Manuel Krämer und Marco Müller längst im Verteidigungsmodus. Und Haslachs Trainerduo Hansi Megerle und Istvan Szurovszki hatten das Mittelgewicht umgestellt, ließen Nick Allgaier und Timo Stiffel im ungewohnten Freistil antreten. „Kein Nachteil für uns“, ließ Mario Allgaier wissen, denn Jan Allgaier sei auch für Nick Allgaier eine harte Nuss. 9:0 führte der Haslacher nach zwei Minuten, doch mehr ließ Jan Allgaier beim 2:11 nicht mehr zu. Hofstetten führte vor dem letzten Kampf mit 13:10. Stiffel hätte nun im freien Stil für eine große Überraschung sorgen müssen, um seinem KSV den vierten knappen Sieg im vierten Regionalliga-Derby zu bescheren. Hofstettens Freistil-Ass Marius Allgaier geriet zwar mit 0:2 in Rückstand, wehrte dann jedoch alles ab und ließ sein Team und alle einheimischen Fans jubeln.

KSV Hofstetten – KSV Haslach 13:12

57 Kilo griechisch-römisch Andrea Martino - Istvan Szurovszki 2:0 (PS 5:1), 61 kg Freistil Dario Dittrich - Tim Dirhold 4:0 (SS 2:0), 66 G Lukas Benzing - Marvin Allgaier 3:0 (PS 13:4), 71 F Dominik Wölfle - Maxim Perpelita 0:4 (TÜ 0:16), 75 G Jan Allgaier - Nick Allgaier 0:3 (PS 2:11), 75 F Marius Allgaier - Timo Stiffel 0:2 (PS 0:4), 80 G Elias Allgaier - Edgar Rauch 0:0 (beide disqualifiziert), 86 F Florian Wölfle - Marcus King 0:3 (PS 4:12), 98 G Julian Neumaier - Marcus Mickein 3:0 (PS 16:2), 130 F Patrick Neumaier - Zelimkhan Umkhadjiyev 1:0 (PS 2:1)

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