Lokalsport

HSG Konstanz stellt neues Trainerteam vor

Andreas Joas
Lesezeit 7 Minuten
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24. Februar 2024
Andre Melchert mit Vitor Baricelli und Daniel Eblen (v.l.). 

Andre Melchert mit Vitor Baricelli und Daniel Eblen (v.l.).  ©Peter Pisa

Neuer Head Coach wird Vitor Baricelli, der aktuell Co-Trainer von Jörg Lützelberger und Cheftrainer der U21 ist. Ihm als Co-Trainer wird A-Lizenz-Inhaber Daniel Eblen zur Seite stehen, der bis 2021 18 Jahre lang die Geschicke der ersten Mannschaft geleitet hatte.

„Wir bauen nicht nur selbst junge Spieler auf, sondern entwickeln ebenso Trainer und Führungskräfte selbst“
Für André Melchert die optimale Besetzung, um die erfolgreiche Arbeit in den letzten drei Jahren von Jörg Lützelberger und zuvor 18 Jahren von Daniel Eblen erfolgreich fortzuführen. „Vitor ist ein absoluter Fachmann, der viel an seiner Aus- und Weiterbildung gearbeitet hat“, erklärt der Geschäftsführer. „Er weiß, wie die HSG tickt und was für uns wichtig ist. Wir sehen, wie gut er bei uns arbeitet.“ Im Verbund mit der Erfahrung von Daniel Eblen von inzwischen über zwei Jahrzehnten als Trainer der ersten Mannschaft beziehungsweise zuletzt als Unterstützung des Trainerteams aus dem Hintergrund für den Manager die richtigen Köpfe für die Trainerpositionen. Denn, so ergänzt er: „Wir bilden und bauen nicht nur selbst junge, talentierte Spieler aus und auf, sondern entwickeln ebenso Trainer und Führungskräfte selbst.“

Mit 27 Jahren verfügt Baricelli über die A-Lizenz und seit einigen Wochen auch die abgeschlossene Ausbildung des EHF-Mastercoaches, der höchsten Stufe der Trainerlizenzen, die auch zum Führen von Nationalmannschaften berechtigt, und konnte in den letzten drei Jahren bei der HSG Konstanz sowohl als Co-Trainer zusammen mit Jörg Lützelberger für die erste Mannschaft als auch als Cheftrainer der U21 eine positive Entwicklung seiner Schützlinge erzielen. „Vitor lebt den Handball und arbeitet unglaublich akribisch“, so Melchert weiter. „Er macht das gut. Ich traue ihm diesen Schritt absolut zu. „Von Dani wissen wir ohnehin, dass er ein Fachmann darin ist, junge Spieler zu entwickeln. Vitor und Dani haben bereits zudem gut zusammengearbeitet.“

Das große Vertrauen der Vereinsführung und die positiven Reaktionen bei der Verkündung der neuen Besetzung des Trainerpostens vor der Mannschaft bedeuten Baricelli viel. Mit 17 Jahren fokussierte sich der voll auf den Job des Trainers, wirkte als Team- und Videoanalyst für die brasilianische Handball-Nationalmannschaft, mit der er 2019 bei der Weltmeisterschaft mit Rang neun das beste Ergebnis der Südamerikaner in ihrer Geschichte feiern konnte und schloss ein Studium der Sportwissenschaften an der renommierten Universität São Paolo ab. In dessen Rahmen verbrachte Baricelli ein Jahr als Teil eines Austauschprogramms an der Deutschen Sporthochschule in Köln, erwarb dort die B-Lizenz und mit 23 Jahren an der spanischen Trainerakademie die A-Lizenz. Geschichte schrieb der 1,76-Meter-Mann darüber hinaus als jüngster Chefcoach in der ersten brasilianischen Liga bei Carajás Handebol und dem Einzug mit seiner Mannschaft in das Final Four der brasilianischen Meisterschaft. Nun dürfte er einer der jüngsten Cheftrainer in Deutschlands ersten drei Ligen sein, wenn nicht sogar der jüngste.

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„Das Alter sagt jedoch gar nichts. Vitor ist viel weiter, als ich mit 27 Jahren war“, adelt ihn Jörg Lützelberger. „Er hat bereits unglaublich viel für den Job des Trainers gearbeitet und geleistet und hat sich diese Chance verdient. Er ist maximal bereit für diese Aufgabe. Ich habe noch nie so einen Co-Trainer gehabt.“ Und, so sagt der aktuelle Head Coach über seinen künftigen Nachfolger: „Vitor ist ein Head Coach – und ein unglaublich intelligenter Typ. Der Verein und das Umfeld können sich freuen. Das wird gut.“ Für Baricelli geht damit Vieles im Leben sehr schnell. Die nächste Stufe mit dem Amt des Cheftrainers nimmt er dabei als besondere, wichtige wahr – wenngleich dabei zwei Herzen in seiner Brust schlagen. „Es ist ein Mix aus Traurigkeit darüber, dass Jörg uns verlässt. Die Arbeit mit ihm macht jeden Tag viel Spaß und ich konnte viel von ihm lernen. Es war ein großes Glück für mich, ihn kennengelernt zu haben.“ Auf der anderen Seite sei er sehr dankbar über die Chance und das in ihn gesetzte große Vertrauen. „Über das Angebot habe ich mich sehr gefreut. Ich fühle mich nach elf Jahren Arbeit als Trainer bereit dafür.“

Bereit dafür, die HSG Konstanz in der neuen Saison zusammen mit Daniel Eblen anzuführen. Am liebsten in der 2. Handball-Bundesliga, daraus macht er keinen Hehl. Dass er dabei auf den großen Erfahrungsschatz von Daniel Eblen zählen kann, ist ihm wichtig. „Dani weiß extrem viel über Handball und hat 18 Jahre mit der HSG auf höchstem Niveau in der 2. und 3. Liga gearbeitet. Er steht hinter mir und weiß, wie man mit jungen Menschen arbeitet.“  Zu weit möchte er den Blick noch gar nicht nach vorne richten und so ganz verarbeiten konnte er die letzten turbulenten Wochen mit erfolgreichem Abschluss der Aus- und Weiterbildung zum EHF-Mastercoach sowie der bevorstehenden neuen Aufgabe und Verantwortung als Head Coach noch nicht. Dazu steckt er viel zu sehr im Hier und Jetzt, im Fokus auf den direkten Wiedersaufstieg in Liga zwei. „Dafür werde ich alles tun und mein Bestes geben. Danach möchte ich das, was Dani und Jörg aufgebaut haben, weiterentwickeln und die HSG weiter nach vorne bringen.“ Bereits jetzt prangt die Konstanzer Stadt-Silhouette groß tätowiert auf seinem linken Bizeps. Aus Verbundenheit zur größten Stadt am Bodensee und ihrem Handball-Aushängeschild, die und das ihn in den letzten drei Jahren so sehr geprägt haben.

Auf sein Alter gibt er dabei wenig. Schließlich habe jeder einmal einen Anfang, stehe jeder einmal in der Situation, in der jemand an ihn geglaubt und ihm eine Chance gegeben habe. „Sie zu nutzen, liegt nun an mir“, lächelt er. „Ich freue mich auf die Arbeit mit dieser ehrgeizigen, talentierten Mannschaft, in der alle besser werden wollen – und diese Fans, die jeder Trainer der Welt gerne haben würde. Wir brauchen unsere Fans und ich hoffe, sie werden hinter mir und uns stehen.“

Für seinen künftigen Co-Trainer Daniel Eblen bedeutet die neue Aufgabe nach drei Jahren des Wirkens aus dem Hintergrund – bei der nicht weniger wichtigen Besetzung von Schnittstelen und Arbeiten im Jugendbereich aber auch als Unterstützung für Jörg Lützelberger und Vitor Baricelli – die Rückkehr auf die größere Bühne. „Ich bin glücklich“, verrät er, „dass wir mit Vitor die beste Wahl getroffen haben. Ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen und freue mich darauf, wieder aktiver mitzuwirken, wieder näher an Vitor und den Jungs dran zu sein.“ Dabei tun sich erstaunliche Parallelen auf. Mit 28 Jahren hatte Daniel Eblen Anfang 2004 das Amt des Cheftrainers bei der HSG in der 2. Bundesliga übernommen, nachdem er zuvor unter Adolf Frombach als Co-Trainer viel gelernt hatte. Bis 2021 führte er die Geschicke der ersten Mannschaft. „Ich weiß somit“, so Eblen, „wie es als junger Trainer auf diesem Niveau und wie wichtig es ist, wenn man jemandem vertrauen kann und dieser mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Das ist meine Aufgabe. Ich sehe mich tatsächlich selbst ein wenig in Vitor.“ Der habe sich eine hervorragende Ausbildung auf internationalem Niveau erarbeitet. „Deshalb“, schließt er, „bin ich überzeugt, ist Vitor der richtige Mann.“

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