Fußball, 3. Liga

»Karlsruher SC mit Krümeln abgespeist«

Autor: 
Christoph Ruf
Lesezeit 3 Minuten
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11. Januar 2019

KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer ©dpa

Karlsruhes Sportdirektor Oliver Kreuzer beklagt die Unterfinanzierung der Dritten Liga und will sie vom DFB loslösen. Derweil verlor der KSC im Trainingslager gegen den 1. FC Magdeburg mit 0:3.

Eigentlich hat Oliver Kreuzer dieser Tage keinen Grund zur Klage. »Alles bestens«, sagt Karlsruhes Sportdirektor, als er auf die Eindrücke aus den ersten Trainingstagen in Marbella angesprochen wird: »Wetter gut, Hotel gut, Trainingsplätze sehr gut.« Selbst die gestrige 0:3-Testspielniederlage gegen den 1. FC Magdeburg trübt die Laune nicht wirklich. Zumal es bis zur 78. Minute noch 0:0 stand, ehe der Zweitligist drei Mal traf. »Das war eine gute erste Halbzeit von uns«, so Kreuzer. »Durch die vielen Wechsel war dann ein kleiner Bruch im Spiel. Trotzdem ist das Ergebnis zwei Tore zu hoch ausgefallen.«

Nur noch ein Achtel
Was Kreuzer mehr Sorge macht, ist die Großwetterlage im deutschen Fußball. Denn die verfolgt den 53-Jährigen bis an die Costa del Sol: »Als ambitionierter Drittligist bist du dazu verdammt, schnell wieder in die Zweite Liga zu kommen«, so Kreuzer, dessen Team seit dem Abstieg vor eineinhalb Jahren statt 12 Millionen Euro nur gut ein Achtel an Fernsehgeldern bekommt. Doch wer einen Kader zusammenstellen muss, der um den Aufstieg mitspielen soll, muss die entsprechenden Gehälter zahlen – ein Dilemma, vor dem auch andere Vereine wie 1. FC Kaiserslautern, KFC Uerdingen und SV Wehen-Wiesbaden stehen, deren Etat in etwa dem der Karlsruher entspricht. »Wenn ich mir die Zuschauerzahlen und das sportliche Niveau anschaue, hat sich die Dritte Liga großartig entwickelt«, sagt Oliver Kreuzer. »Dazu passt es nicht, dass sie mit Krümeln aus den TV-Erlösen abgespeist wird.«

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Dass die seit Jahren geplante Reform der viertklassigen Regionalligen offenbar kein Stück weitergekommen ist, senkt die Laune der Drittligisten weiter. Im Vertrauen darauf, dass der DFB die Reduzierung auf vier Staffeln hinbekommt, hatten sie einer zweijährigen Übergangsphase zugestimmt, in der vier Clubs aus den fünf Regionalligen auf- und vier Drittligisten absteigen. Zuvor hatten die Ersten aus den fünf Staffeln (sowie der Zweite aus dem Südwesten) in Entscheidungsspielen drei Aufsteiger ausgespielt. Die ursprüngliche Idee, die Nordoststaffel zu zerschlagen, scheint endgültig vom Tisch zu sein. DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat vor einigen Wochen laut über eine zweigleisige Dritte Liga nachgedacht. Und sich dabei von Rostock bis Unterhaching eine Abfuhr geholt. 

Aufstockung?
Auch Kreuzer hält die Idee für »unsinnig«, wäre aber im Gegensatz zu manchem Kollegen bereit, über eine Aufstockung der Dritten Liga zu diskutieren. »Schon jetzt haben wir 38 Spiele, das ist ein echtes Brett. Aber man könnte darüber diskutieren.« So sieht es auch KSC-Keeper Benjamin Uphoff: »Ich könnte mir das vorstellen. Am wichtigsten scheint mir jedenfalls, dass die Meister jeder Regionalliga aufsteigen können.«

Das Verhältnis zwischen den Drittligisten und dem DFB, der für den Ligabetrieb unterhalb der Zweiten Liga zuständig ist, scheint kaum noch zu kitten. »Die Glaubwürdigkeit des DFB in Bezug auf die Neuregelung des Aufstiegs in die 3. Liga ist endgültig verlorengegangen«, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung aller Drittligisten im Herbst. Am 17. Spieltag hatten alle Teams unter dem Motto »Stillstehen gegen den Stillstand« eine Protestminute gegen den DFB eingelegt. Auch für Kreuzer ist klar, dass die Dritte Liga professioneller vermarktet werden muss. »Wir wollen lieber heute als morgen unter das Dach der DFL. Das wäre die logische Konsequenz aus dem Boom in der Dritten Liga.«

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