Fußball 2. Bundesliga

Karlsruher SC zeigt Nerven, rettet gegen St. Pauli aber ein 1:1

Autor: 
Hans Falsehr
Lesezeit 4 Minuten
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01. Juni 2020

Ein Ex-Karlsruher bejubelt die Führung des FC St. Pauli: Dimitrios Diamantakos (links) netzt zum 0:1 ein, KSC-Kapitän David Pisot muss dabei zuschauen. ©dpa

Karlsruher SC verschießt zum dritten Mal in dieser Saison einen Elfmeter in einem engen Spiel, gleicht gegen den FC St. Pauli aber nach einem weiteren Rückschlag zum 0:1 wenigstens noch zum 1:1 aus.

Sollte der Karlsruher SC sein Saisonziel „Klassenerhalt“ letztlich verpassen und zurück in die 3. Liga absteigen, dann ist daran auch seine eklatante Strafstoßschwäche schuld. In den Punktspielen dieser Saison haben die Wildpark-Profis schon drei von vier Elfmetern verschossen. Nach Marc Lorenz in Bochum (3:3) und Marvin Wanitzek gegen Osnabrück (1:1) konnte am Samstag beim 1:1 (0:0) gegen den FC St. Pauli auch Änis Ben-Hatira „die eigentlich beste Torchance, die es im Fußball gibt“, so Oliver Kreuzer, nicht nutzen. 

Klar, in der 48. Spielminute „hat Änis Verantwortung übernommen“, anerkannte der Sportdirektor des KSC, der jedoch den Schützen kritisierte: „Es kommt aber auch darauf an, wie man einen Elfer schießt.“ Denn Gästekeeper Robin Himmelmann hielt den „läppischen Rückpass“ sogar fest. „Man kann einen Elfmeter natürlich verschießen“, ärgerte sich Kreuzer, „aber bitte nicht so. Da muss man eben die Fackel auspacken.“ Denn mit einer 1:0-Führung wäre der KSC, „davon bin ich überzeugt“, so Kreuzer, auf den Weg zu drei Punkten eingebogen.

Stattdessen gerieten die Gastgeber kurz darauf in der 56. Minute nach einem Fehler von Daniel Gordon durch einen Treffer des früheren KSC-Stürmers Dimitris Diamantakos selbst in Rückstand. „Zum Glück aber“, so Kreuzer rückblickend, „ist uns praktisch postwendend der Ausgleich gelungen.“ Jerôme Gondorf stellte in der 57. Minute den 1:1-Endstand her und sicherte wenigstens den Karlsruher Teilerfolg.

Kaum große Torchancen

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Erst in der letzten halben Stunde entwickelte der KSC einen gewissen Druck auf die Abwehr der Hanseaten. Zwingende Chancen resultierten daraus aber nicht. Himmelmann musste nur noch einmal ernsthaft bei einem Kopfball von Philipp Hofmann (80.) eingreifen. Die größere Möglichkeit, das Spiel noch für sich zu entscheiden, hatte der Gast. Völlig freistehend setzte der einstige Freiburger Johannes Flum (81.) die Auflage von Diamantakos nur ganz knapp neben das KSC-Tor.  

„Der Gegner hat es uns extrem schwer gemacht“, erklärte KSC-Trainer Christian Eichner, warum seine Mannschaft den angestrebten Befreiungsschlag nicht zu Stande brachte. Denn St. Pauli hatte außer „Defensive“ nicht viel im Sinn, überließ dem KSC den Spielaufbau komplett (Ballbesitz in Prozent: 64:36) und deshalb große Teile des Platzes. „Und wir sind nicht die Mannschaft, die einen Gegner auseinanderspielt, der so kompakt hinten alles verdichtet und auf Konter lauert.“ Zudem hätten seine Schützlinge in der ersten Halbzeit zu wenig in die Zweikämpfe und die zweiten Bälle investiert: „Das haben wir in der Pause thematisiert.“ Nach dem Seitenwechsel habe er dann eine Mannschaft gesehen, die Rückschläge weggesteckt habe: „Du bist Drittletzter, verschießt einen Elfmeter, gerätst in Rückstand – das macht ja was mit den Menschen, das hat mir imponiert“. Den unbedingten Siegeswillen des KSC spürte auch Gästetrainer Jos Luhukay: „Klar, ich hätte gerne gewonnen, aber am Ende bin ich froh, dass wir nicht verloren haben.“
St. Pauli konnte mit dem Remis jedenfalls besser leben. Denn der KSC tritt auch nach vier Spielen ohne Niederlage (ein Sieg, drei Unentschieden) sozusagen auf der Stelle, rangiert immer noch auf Relegationsplatz 16.

„Klar“, so Kreuzer, nach den Unentschieden gegen Bochum und in Hannover „wollten wir diese englische Woche vergolden.“ Natürlich: „Jeder Punkt ist wichtig – ob’s am Ende reicht, wird man sehen.“
Doch die Spiele werden weniger und die Gegner schwerer. Am Sonntag ist der KSC beim heimstarken Tabellenachten FC Erzgebirge Aue zu Gast und muss auf die Gelb-gesperrten Philipp Hofmann und Manuel Stiefler verzichten. „Wir machen weiter“, gibt sich Kreuzer kämpferisch, „in dieser Ausnahmesituation können wir gegen jede Mannschaft gewinnen.“

Karlsruher SC – FC St. Pauli Hamburg 1:1 (0:0)
KSC: Uphoff - Stiefler, Gordon, Pisot, Carlson - Fröde (84. Fink) - Djuricin (55. Grozurek), Gondorf, Wanitzek, Ben-Hatira (55. Lorenz) - Hofmann
St. Pauli: Himmelmann - Ohlsson, Östigard, Lawrence (75. Zander), Buballa - Benatelli, Knoll (66. Flum) - Coordes (75. Franzke), Sobota (84. Tashchy), Gyökeres - Diamantakos (84. Veermann)
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
Tore: 0:1 Diamantakos (56.), 1:1 Gondorf (57.)

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