Fußball-Bundesliga

Kontrollierte Freude bei den Eisernen aus Berlin

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24. Mai 2019
Die Spieler von Union Berlin konnten mit dem 2:2 im Relegationshinspiel beim VfB Stuttgart gut leben.

Die Spieler von Union Berlin konnten mit dem 2:2 im Relegationshinspiel beim VfB Stuttgart gut leben. ©dpa

Mit dem 2:2 fünf Tage zuvor in Bochum hatte der 1. FC Union Berlin gehadert, weil es den direkten Aufstieg kostete. Nach dem 2:2 am Donnerstagabend im Relegationshinspiel beim Bundesliga-Drittletzten VfB Stuttgart herrschte beim Zweitliga-Dritten aus der Bundeshauptstadt dagegen »kontrollierte Freude«, wie Trainer Urs Fischer sagte.

»Wir wollten hier den ersten Schritt machen, das haben wir geschafft«, lächelte Grischa Prömel. Der frühere Karlsruher zählte als zentraler Mittelfeldspieler zu den besten Akteuren des Berliner Teams von Trainer Urs Fischer, der im zuweilen urigen Schweizerdeutsch das schnelle 1:1 als »matschentscheidend« einstufte. Als die Stuttgarter Profis noch ihr 1:0 durch Christian Gentner in der 42. Minute zu lange bejubelten und sich vor dem eigenen Tor amateurhaft unkonzentriert verhielten, glich Suleiman Abdullahi dankend aus. 

Ende der Euphoriewelle

»Aktuell kicke mir jetzt in de’ zweite Liga«, bruddelte ein VfB-Fan mit Blick auf die Bedeutung von Auswärtstoren im Relegationsmodus und stellvertretend fürs abrupte Ende der zweiten Euphoriewelle durch 55 000 VfB-Fans unter den 58 619 Besuchern in der Arena. Die erste Welle mit beeindruckenden Dezibelwerten klang nach einer Viertelstunde immer mehr aus. Weil dem Erstligisten kaum Erstklassiges gelang. Mit einer Ausnahme: Anastasios Donis leitete mit spektakulärem Vollsprintsolo und perfektem Rückpass besagte Führung ein. Der Grieche war der einzige VfB-Spieler, der Gefahr ausstrahlte, bot dafür mit überflüssigen Kabinettstückchen eine andersweitige Angriffsfläche. 

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»Jeder hat es verstanden, um was es hier geht«, musste Aushilfstrainer Nico Willig beschwichtigen. Dass sich diese Frage überhaupt stellte, spricht für Darbietung und Körpersprache(n) dieser Ansammlung von Einzelspielern nach einer desaströsen 28-Punkte-Ausbeute in der regulären Saison. Als sich Ex-Nationalstürmer Mario Gomez sechs Minuten nach der Pause und seiner Einwechslung willensstark durchtankte und sein an sich schwacher Abschluss abgefälscht am Ex-Freiburger Ersatzkeeper Rafael Gikiewicz ins Netz kullerte, flippten die Hardcore-Fans in der Cannstatter Kurve natürlich nochmals aus. 

Angeschlagener Boxer

Die Gastgeber setzten druckvoll nach und schienen doch noch in die Erfolgsspur zu finden, bis Marvin Friedrich ungehindert nach einem Eckball zum erneuten Ausgleich einnicken durfte (68.). Ob es das wichtigste Tor seiner bisherigen Profi-Karriere gewesen sei, wollte ein Journalist wissen. »Es war mein erstes«, schmunzelte der 23-jährige Innenverteidiger mit jener Lockerheit, die Struktur, Kampfkraft und Mannschaftsgeist der Eisernen aus Berlin auch in den 95 Spielminuten begleitete. Und Keeper Ron-Robert Zieler bewahrte den VfB in der Nachspielzeit und zuvor bei einem Knaller des starken Sebastian Andersson sogar vor noch mehr Aussichtslosigkeit. 
»Der Boxer hat eine abbekommen, muss am Montag wieder auf die Matte. Wir werden aber voller Energie in dieses Spiel gehen«, betonte Willig, dessen Namen im letzten Saisonspiel mehr denn je Programm sein muss.

Gomez bemerkte, dass »unsere Köpfe auf keinen Fall nach unten gehen dürfen.« Dies geschah indes ausnahmslos nach dem Abpfiff und dem Pfeifkonzert mitsamt wüsten Beschimpfungen durch den harten Kern der Fans. »Die alte Försterei wird brennen«, kündigte Friedrich im positiven Sinne für das Rückspiel am Montag an, der ein historischer Tag für diesen Kultclub werden könnte. Die erste Bundesliga-Saison ist nun realistischer denn je.

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