Ringer-Regionalliga Baden-Württemberg

KSV Haslach bejubelt knappen Derby-Sieg

Fred-Jürgen Becker
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
25. September 2022
Der sportliche Überraschungsgast des Abends: Lars Schuler (in Rot) vom KSV Haslach ließ gegen Dominik Wölfle vom KSV Hofstetten nur ein 0:1 in der Mannschaftswertung zu.

Der sportliche Überraschungsgast des Abends: Lars Schuler (in Rot) vom KSV Haslach ließ gegen Dominik Wölfle vom KSV Hofstetten nur ein 0:1 in der Mannschaftswertung zu. ©Marc Faltin

Aufsteiger entscheidet ein enges Nachbarschaftsduell gegen den KSV Hofstetten vor rund 500 Zuschauern mit 17:13. Aufstellung der Gastgeber überrascht alle.

Das unbestrittene sportliche Großereignis für das ganze Kinzigtal lockte am Samstag mehr als 500 Zuschauer in die volle Haslacher Eichenbach-Sporthalle. Erstmals seit fast fünf Jahren trafen der KSV Haslach und der KSV Hofstetten wieder mal im Derby aufeinander, und der aufgestiegene Gastgeber durfte am Ende eines spannenden Abends in der Regionalliga einen 17:13-Sieg bejubeln – nach leidenschaftlichen, aber jederzeit fairen Kämpfen vor lautstarken Fangruppen auf beiden Seiten.

„Endlich wieder mal gegen Hofstetten gewonnen“, freute sich ein Haslacher Edelfan. Der zuvor jüngste Sieg der Hansjakobstädter datierte vom 2. Oktober 2016 mit 13:11 in der Oberliga. Vor der Neuauflage tippten viele Kenner beider Lager auf eine „enge Kiste“. Tatsächlich sorgte erst im zehnten und letzten Kampf Timo Stiffel mit einem allerdings souveränen 5:1 gegen Jan Allgaier für die endgültige Entscheidung. Dann gab’s bei den Haslachern kein Halten mehr, der Jubel war entsprechend. Und die Hofstetter zeigten sich als faire Verlierer.

Zwei Umstellungen fruchten

Im ersten Kampf diktierte Haslachs Neuzugang Florin Tita, der in die leichteste Gewichtsklasse nach unten rückte, das Geschehen gegen David Kuhner, der aber nicht mehr als ein 0:10 zuließ. Kurz danach stand es 3:8. Gegen Patrick Neumaier, Hofstettens Junioren-Vizeweltmeister 2019, stellte der Gastgeber im Schwergewicht keinen Gegner. Und Nachwuchsringer Tim Dirhold musste bei seinem ersten Einsatz in dieser Liga gegen Hofstettens Neuzugang Andrea Martino auf Schulter. Mit einem überzeugenden 12:3 und somit drei Mannschaftspunkten beendete Haslachs neues Kraftpaket Markus Mickein seinen Kampf gegen den 16 Kilo leichteren Florian Wölfle, den die Gäste statt im 80er-Limit auf 98 kg einsetzten. Durch Abkochen konnte Haslachs Rückkehrer Maxim Perpelita in die 66-Kilo-Klasse runter. Gegen den tapferen Dario Dittrich, Hofstettens zweiten Neuzugang, zeigte Perpelita seine überragende Grifftechnik mit erstaunlicher Leichtigkeit. Sein technischer Überlegenheitssieg war in der fünften Minute eingefahren. Mit einem 10:8 für den Gastgeber ging es in die Pause.

Zwei enge Schlüsselkämpfe

- Anzeige -

Danach überrollte Julian Neumaier, zweite Siegbank der Hofstetter, Alexander Truschakov mit seinen Durchdrehern schon nach knapp einer Minute. Nun betrat unter lautem Beifall Lars Schuler gefasst und ruhig die Matte. Gegen den 20 Jahre jüngeren Dominik Wölfle, der im 71er-Limit Greco zu den besten Athleten dieser Liga zählt, ließ Schuler mit Kraft und Routine kaum etwas zu und wurde für seine knappe 0:2-Punktniederlage gefeiert. Ganz eng wurde es in der Begegnung von Dennis Rubach gegen Marius Allgaier. Mit 4:2 brachte Rubach in diesem Schlüsselkampf gegen den aus dem 75er-Limit aufgerückten Allgaier einen äußerst wichtigen Zähler aufs Mannschaftskonto. Nun stand es 11:13, doch der Gastgeber hatte nun noch zwei Favoriten zu bieten. Luca Megerle beherrschte in seinem ersten Kampf gegen seinen Heimatverein KSV Hofstetten überhaupt Claudio Wernet erwartungsgemäß und kam mit einer Beinschraubenwelle zum 16:0. Beim Stand von 15:13 machte anschließend Megerles Freund Timo Stiffel alles klar.

Hofstettens Trainertrio mit Mario Allgaier, Manuel Krämer und Dieter Lehmann bekannte unumwunden, dass es die völlig überraschende Aufstellung der Haslacher war, die die entscheidenden Punkte kostete. Der Auftritt von Schuler und die geänderte Besetzung zweier Gewichtsklassen seien letztlich ausschlaggebend gewesen. Viorel Ghita, Sportlicher Leiter des KSV Haslach, sah in der geschickten Aufstellung den Grundstein für den „verdienten Sieg“.

Schulers „besonderes Gefühl“

Auch er lobte vor allem den Einsatz von Schuler, früher auch Trainer des KSV Haslach und heute Vorstandmitglied. „Nach fünf Jahren als Ringer mal wieder auf der Matte zu sein, war schon ein besonderes Gefühl“, so der 44-jährige Ex-Bundesligaringer. In der Vorwoche sei er von Viorel Ghita angerufen worden, ob er einmal einspringen könnte. Und da er sich fit fühlte, begab er sich am Donnerstag ins Training. „Mein heutiger Einsatz soll aber eine Ausnahme in einer personell etwas schwierigen Situation für die Mannschaft sein“, betonte Schuler.

KSV Haslach – KSV Hofstetten 17:13
57 Kilo Freistil Florin Tita - David Kuhner 3:0 (PS 10:0); 61 kg griechisch-römisch Tim Dirhold - Andrea Martino 0:4 (SS 0:11); 66 F Maxim Perpelita - Dario Dittrich 4:0 (TÜ 16:0); 71 G Lar Schuler - Dominik Wölfle 0:1 (PS 0:2); 75 F Luca Megerle - Claudio Wernet 4:0 (TÜ 15:0); 75 G Timo Stiffel - Jan Allgaier 2:0 (PS 5:1); 80 F Dennis Rubach - Marius Allgaier 1:0 (PS 4:2); 86 G Alexander Truschakov - Julian Naumaier 0:4 (TÜ 0:16); 98 F Marcus Mickein - Florian Wölfle 3:0 (PS 12:3); 130 G Patrick Neumaier ohne Gegner 0:4

Weitere Artikel aus der Kategorie: Lokalsport

Der SC Sand (v.l.n.r. Michelle Klostermann, Tabea Griss, Fabienne Walaschewski und Cindy ­König) ist bereit für das Duell gegen RB Leipzig.
vor 11 Minuten
2. Frauenfußball-Bundesliga
Die Vorfreude beim Bundesliga-Absteiger SC Sand (8./12 Punkte) auf das Kräftemessen mit dem Spitzenreiter der 2. Frauenfußball-Bundesliga ist groß.
Bei der SG Ottersweier/Großweier um Trainer Raphael Kästel lief in den ersten zehn Saisonspielen zu wenig rund, am heutigen Abend gastiert der ASV Ottenhöfen zum Derby.
vor 12 Minuten
Handball-Landesliga Nord
Die abstiegsbedrohte SG Ottersweier/Großweier (12.Platz/2:18 Punkte) erwartet am Samstag (20 Uhr) zum Derby den ASV Ottenhöfen (6./14:8), der zuletzt gewann, und will unbedingt den zweiten Saisonsieg einfahren.
Hat HSG-Trainer Patrick Pfeiffer (Mitte) am Sonntag mal wieder Grund zum Jubeln?
vor 12 Minuten
Handball-Südbadenliga der Frauen
Nach dem enttäuschenden 22:33 in Allensbach müssen sich die Handballerinnen der HSG Kinzigtal (8. Platz/7:11 Punkte) deutlich steigern, um am Sonntag ab 15 Uhr der SG Ohlsbach/Elgersweier (6./9:9) in heimischer Halle Paroli bieten zu können.
vor 52 Minuten
Lokalsport
Der Südbadenligist muss am Samstag um 20.30 Uhr bei der Handball Union Freiburg in der Jahnhalle Freiburg antreten.
VfK-Chefcoach Patrick Schwendemann in seinem Element.
vor 1 Stunde
Ringer-Oberliga Südbaden
Mühlenbach kämpft am Samstagabend gegen den favorisierten TuS Adelhausen II.
Luca Megerle (hier auf dem Weg zu seinem technisch überlegenen Sieg gegen Weitenau-Wieslet) zählte in Weingarten zu den beiden KSV-Einzelsiegern.
vor 1 Stunde
Ringer-Regionalliga BaWü
Der Tabellenzweite KSV Haslach erwartet am Samstag den überragenden SV Germania Weingarten und jede Menge Schaulustige in der Eichenbach-Sporthalle.
Hofstettens Fabian Hofer (rechts) könnte als Ex-Aichhaldener für die Gastgeber zum Spielverderber werden.
vor 1 Stunde
Ringer-Regionalliga BaWü
KSV Hofstetten fährt am Samstag ohne Druck zum Tabellennachbarn AB Aichhalden.
SCH-Torjäger Jannik Schwörer (links) im Hinspiel gegen Waldkirchs Spielertrainer Fabian Nopper.
vor 1 Stunde
Fußball-Verbandsliga Südbaden
Weiteres Kellerduell für die Kinzigtäler am Samstag beim FC Waldkirch.
Die TVG-Handballerinnen um Trainer Peter Hauser wollen ihr Heimspiel am Samstag gewinnen.
vor 5 Stunden
Lokalsport
Heimspiel der Landesliga-Handballerinnen am Samstag gegen Gaggenau.
Willstätts Kreisläufer Moritz Lanig erzielte im Hinspiel gegen Balingen-Weilstetten II fünf Treffer – darunter den Endstand zum 27:27.
vor 5 Stunden
Handball, 3. Liga Männer, Gruppe Süd
Mit dem Start der Rückrunde am Sonntag, 17 Uhr, beim HBW Balingen-Weilstetten II (9./11:15 Punkte) bleiben den Handballern des TV Willstätt (14./5:21 Punkte) noch 13 Spiele um den Klassenerhalt in der 3. Liga zu schaffen.
Die Handballerinnen des TV Friesenheim wollen ihr Heimspiel am Samstag gewinnen.
vor 5 Stunden
Lokalsport
Gegen die HR Rastatt/Niederbühl (6:10 Punkte) will der Landesliga-Tabellenführer TV Friesenheim (17:3) im letzten Heimspiel des Jahres am Samstag (19.30 Uhr) in eigener Halle ein weiteres Mal siegreich bleiben.
Kim Schrempp steht der SG Scutro im Derby nicht zur Verfügung.
vor 5 Stunden
Lokalsport
Zum Jahresabschluss bestreiten die Landesliga-Frauen der SG Scutro (10:10 Punkte) am Samstag um 18 Uhr in der Offohalle ein attraktives Derby gegen den TuS Altenheim (8:10).

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Autohaus Allgeier – seit 40 Jahren ein zuverlässiger Partner in Biberach.
    30.11.2022
    Beim Autohaus Allgeier in Biberach steht zum 1. Dezember ein Generationenwechsel an: Joachim Allgeier (66) geht in Ruhestand, Verkaufsleiter Frank Welte wird neuer Geschäftsführer, Theresa Allgeier erhält Prokura und rückt in die Geschäftsleitung auf.
  • Der Hauptstandort in Rheinau-Linx.
    26.11.2022
    Traditionsunternehmen in Rheinau-Linx braucht Verstärkung
    Seit 1960 führend am Fertighaus-Markt, ist der Slogan - Du verdienst mehr - kein leeres Versprechen: Wer Mitglied im Mitarbeiter-Team wird, kann mit kollegialer Atmosphäre, fairen Bedingungen und vielen Extras rechnen.
  • Burger nach amerikanischem Vorbild stehen ebenfalls auf der Karte - in vielen Varianten.
    25.11.2022
    Pizza, Burger, Pasta, Musikevents und noch viel mehr
    Gemütliches Ambiente, große Gastfreundschaft, Fußballspiele direkt vor der Tür, Musikevents und jede Menge Köstlichkeiten: Für das alles steht die OFV-Gaststätte "Zum Elfer" in Offenburg.
  • Am neuen Stammsitz in Gengenbach ist ein hochmodernes Logistikzentrum entstanden. Das Familienunternehmen bietet Berufserfahrenen und Berufseinsteigern beste Entwicklungsmöglichkeiten. 
    25.11.2022
    STREIT Service & Solution GmbH & Co. KG wächst weiter
    Büroeinrichtung, Bürotechnik, Bürobedarf und Logistik – das sind die Kernbereiche der STREIT Service & Solution GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Gengenbach. Das Familienunternehmen in dritter Generation expandiert weiter – und auch das Team soll wachsen.