Lokalsport

»Leipzig war diese Reise wert«

Autor: 
Thomas Kastler
Lesezeit 3 Minuten
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26. Mai 2002
½ Wie wurden die Turnerinnen und Turner in Leipzig aufgenommen? THOMAS STAMPFER: Wie bei den meisten Turnfesten registriert die Bevölkerung die Veranstaltung erst, wenn die Menschen in der Stadt sind. Die anfängliche Unwissenheit war aber kein Problem, denn schnell kam man ins Gespräch mit den Leipzigern, und auch die örtliche Presse sorgte durch die Berichterstattung für entsprechendes Interesse bei der Bevölkerung. Allgemein kann man sagen, dass eine freundliche und offene Atmosphäre in der Stadt herrschte. ½ Wie hat die Stadt Leipzig den Ansturm der über 70 000 Aktiven und rund 25 000 Besucher verkraftet? STAMPFER: Leipzig hat eine alte Turn- und Sportfesttradition. Bereits vor 1945 fanden mehrere Deutsche Turnfeste statt, und in der DDR war Leipzig mehrfach Ausrichter der Turn- und Sportfeste mit rund 100 000 Teilnehmern. Somit war die Bevölkerung sicherlich über die große Anzahl der Besucher nicht überrascht. Allerdings gab es zum Teil auch durch den Wegzug von vielen Zehntausend Menschen nach der Wende ein Unterbringungsproblem, da sehr viele Quartiere von privater Seite fehlten. ½ Wie waren die Ortenauer Teilnehmer mit der Unterbringung zufrieden? STAMPFER: Leider gehörte der Ortenauer Turngau, wie fast der gesamte Badische Turnerbund, zu denjenigen, die unter dem Quartiermangel leiden mussten. Nur vier Vereine hatten das Glück, direkt in Leipzig untergebracht zu sein, die anderen 28 Vereine mussten im 50 Kilometer entfernten Halle untergebracht werden. Die Schule war ordentlich, wenn auch nicht auf dem Standard, wie wir das von unseren »West-Schulen« gewohnt sind. Alle taten ihr Bestes, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. ½ Wo gab es Probleme? STAMPFER: Unser Grundproblem war, dass wir von Quartier bis Wettkampfort meist eineinhalb bis zwei Stunden benötigten. Das war unerträglich. Der Badische Turnerbund wird deswegen nochmals beim Deutschen Turnerbund vorstellig werden. Dieses Verkehrsproblem hat viel Turnfestteilnehmer sehr verärgert. ½ Rund 650 Ortenauer nahmen am Deutschen Turnfest teil. Wie sind Sie mit der sportlichen Bilanz zufrieden? STAMPFER: Zunächst einmal ist das Turnfest ein Großereignis des Breitensports, in dem aber der Wettkampf- und Spitzensport seinen festen Platz hat. Insgesamt ist bedauerlich, dass nach Leipzig weniger Teilnehmer als zuletzt nach München gefahren sind. Herausragend war natürlich der Erfolg der Ichenheimer Trampolinturnerin Carolin Haas im Synchronspringen mit dem dritten Platz sowie der Turnfestsieg der Faustballer der Offenburger FG. Viele weitere gute Platzierungen in den Mehrkämpfen, Tanz- und Gymnastikwettbewerben und den Wahlwettkämpfen zeigen, dass die Ortenauer gute Arbeit leisten. ½ Wie würden Sie Leipzig abschließend beurteilen? STAMPFER: Es war ein besonderes Turnfest: Nach der Wende das erste auf Gebiet der ehemaligen DDR. In seiner politischen Bedeutung ist es herausragend, weil es einen weiteren Schritt zur deutschen Vereinigung darstellt. Viele Kontakte zwischen den Menschen aus Ost und West tragen dazu bei, dass Ressentiments verschwinden. Abgesehen von den Verkehrsproblemen war es ein tolles Turnfest, geprägt von guter Stimmung, Toleranz, Fairness, Spaß und einer immensen Vielfalt von Angeboten und der Möglichkeit, viel Neues zu entdecken. Leipzig war diese Reise wert.
½ Wie wurden die Turnerinnen und Turner in Leipzig aufgenommen? THOMAS STAMPFER: Wie bei den meisten Turnfesten registriert die Bevölkerung die Veranstaltung erst, wenn die Menschen in der Stadt sind. Die anfängliche Unwissenheit war aber kein Problem, denn schnell kam man ins Gespräch mit den Leipzigern, und auch die örtliche Presse sorgte durch die Berichterstattung für entsprechendes Interesse bei der Bevölkerung. Allgemein kann man sagen, dass eine freundliche und offene Atmosphäre in der Stadt herrschte. ½ Wie hat die Stadt Leipzig den Ansturm der über 70 000 Aktiven und rund 25 000 Besucher verkraftet? STAMPFER: Leipzig hat eine alte Turn- und Sportfesttradition. Bereits vor 1945 fanden mehrere Deutsche Turnfeste statt, und in der DDR war Leipzig mehrfach Ausrichter der Turn- und Sportfeste mit rund 100 000 Teilnehmern. Somit war die Bevölkerung sicherlich über die große Anzahl der Besucher nicht überrascht. Allerdings gab es zum Teil auch durch den Wegzug von vielen Zehntausend Menschen nach der Wende ein Unterbringungsproblem, da sehr viele Quartiere von privater Seite fehlten. ½ Wie waren die Ortenauer Teilnehmer mit der Unterbringung zufrieden? STAMPFER: Leider gehörte der Ortenauer Turngau, wie fast der gesamte Badische Turnerbund, zu denjenigen, die unter dem Quartiermangel leiden mussten. Nur vier Vereine hatten das Glück, direkt in Leipzig untergebracht zu sein, die anderen 28 Vereine mussten im 50 Kilometer entfernten Halle untergebracht werden. Die Schule war ordentlich, wenn auch nicht auf dem Standard, wie wir das von unseren »West-Schulen« gewohnt sind. Alle taten ihr Bestes, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. ½ Wo gab es Probleme? STAMPFER: Unser Grundproblem war, dass wir von Quartier bis Wettkampfort meist eineinhalb bis zwei Stunden benötigten. Das war unerträglich. Der Badische Turnerbund wird deswegen nochmals beim Deutschen Turnerbund vorstellig werden. Dieses Verkehrsproblem hat viel Turnfestteilnehmer sehr verärgert. ½ Rund 650 Ortenauer nahmen am Deutschen Turnfest teil. Wie sind Sie mit der sportlichen Bilanz zufrieden? STAMPFER: Zunächst einmal ist das Turnfest ein Großereignis des Breitensports, in dem aber der Wettkampf- und Spitzensport seinen festen Platz hat. Insgesamt ist bedauerlich, dass nach Leipzig weniger Teilnehmer als zuletzt nach München gefahren sind. Herausragend war natürlich der Erfolg der Ichenheimer Trampolinturnerin Carolin Haas im Synchronspringen mit dem dritten Platz sowie der Turnfestsieg der Faustballer der Offenburger FG. Viele weitere gute Platzierungen in den Mehrkämpfen, Tanz- und Gymnastikwettbewerben und den Wahlwettkämpfen zeigen, dass die Ortenauer gute Arbeit leisten. ½ Wie würden Sie Leipzig abschließend beurteilen? STAMPFER: Es war ein besonderes Turnfest: Nach der Wende das erste auf Gebiet der ehemaligen DDR. In seiner politischen Bedeutung ist es herausragend, weil es einen weiteren Schritt zur deutschen Vereinigung darstellt. Viele Kontakte zwischen den Menschen aus Ost und West tragen dazu bei, dass Ressentiments verschwinden. Abgesehen von den Verkehrsproblemen war es ein tolles Turnfest, geprägt von guter Stimmung, Toleranz, Fairness, Spaß und einer immensen Vielfalt von Angeboten und der Möglichkeit, viel Neues zu entdecken. Leipzig war diese Reise wert.

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